Konjunktur

Für einen Aufschwung gibt es zahlreiche gute Gründe

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Den Blick nach vorne richten

Diese Megatrends werden die industrielle Entwicklung auch in naher Zukunft maßgeblich begünstigen. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftskrise ist es notwendig, den Blick nach vorn zu richten und die zukünftigen Potenziale zu sichten. Der Investitionsbedarf ist das eine, die Investitionsmöglichkeiten sind das andere.

Viele der bereits bestehenden Infrastrukturmängel sowohl in den hochentwickelten wie vor allem den aufstrebenden Volkswirtschaften liegen daran, dass keine ausreichenden Finanzierungsmittel für Infrastrukturinvestitionen bereitstehen. Möglicherweise haben in der Vergangenheit solche realwirtschaftlichen Investitionsprojekte gegenüber Finanzmarktinvestitionen den Kürzeren gezogen.

Lässt man eine öffentliche Finanzierung über steigende Steuern oder Schulden außen vor, dann bleiben mittelfristig folgende Optionen: eine Neustrukturierung der Staatsausgaben hin zu öffentlichen Investitionen, eine intensivere Kooperation von Staat und Privatwirtschaft und eine stärkere Privatisierung von Infrastruktur.

Risikoeinschätzung hat sich verändert

Derzeit dürfte für die Finanzierung von Investitionsprojekten erschwerend hinzukommen, dass sich im Gefolge der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise die Risikoeinschätzung verändert hat. Höhere Risikoprämien und restriktivere Kreditbedingungen werden möglicherweise das globale Investitionsvolumen vermindern. Vor allem Investitionen mit einem stärkeren Risiko dürften auf dem Prüfstand stehen. Aber gerade hier liegt die Chance: Im Vergleich zu reinen Finanzmarktinvestitionen können reale Investitionsprojekte, besonders solche mit einem hohen Infrastrukturcharakter, an Attraktivität als „sicherer Hafen“ gewinnen.

Jedenfalls sollte von den mit dinglichen Sicherheiten gedeckten Investitionsanlagen ein verlässlicherer Renditestrom erwartet werden, als dies bei einer Reihe von Finanzmarktanlagen in der Vergangenheit der Fall war. Die Krise hilft hoffentlich, den Blick auf das Reale neu auszurichten.

Prof. Dr. Michael Grömling leitet das Referat Makroökonomische Grundsatzfragen beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) und ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef/Bonn.

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