Fuhrparkmanagement

Fuhrpark und europäisches Bußgeldrecht im Fokus

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Uneinheitliche Regelungen innerhalb der Europäischen Union

Anders als in Deutschland, werden in Frankreich alle Geschwindigkeitsüberschreitungen bepunktet. Hinzu kommt, dass viele Sünden härter bestraft werden als in anderen EU-Ländern. Das Telefonieren mit dem Handy am Steuer könnte eine Höchstbuße von 150 Euro bedeuten oder eine unbefugte Nutzung von Busspuren bis zu 750 Euro.

Richtig zur Sache geht es auch, wenn der Fahrer in Frankreich mit Fahrzeugen ertappt wird, die gegen die Einbaupflicht eines digitalen Lkw-Tachografen verstoßen. Für dieses Vergehen kann eine behördliche Geldstrafe von bis zu 30.000 Euro verhängt werden.

Polen: Die aktuelle Fassung des Verwarnungs- und Bußgeldkataloges stammt vom 5. November 2008. Dieser legt die Höchstgrenzen fürs Verwarnungs- und Bußgeld („Mandat“) fest. Polizei und Ahndungsorgane haben das Recht, die Strafe innerhalb von festgelegten Grenzen (von 25 bis 500 Zloty) selbst bestimmen zu können. Darüber hinaus besteht in Polen ein Strafenkatalog, der zum Beispiel greift, wenn Lkw-Fahrer Lenk- und/oder Ruhezeitverstöße begehen.

Bußgelder in Polen vergleichsweise niedrig

Anders als in Frankreich und Deutschland sind Geschwindigkeitsüberschreitungen in Polen vergleichsweise nicht so teuer. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 51 km/h kostet in Polen maximal 125 Euro. Das Telefonieren ohne Freisprechanlage kostet in Polen „nur“ 50 statt 150 Euro in Frankreich. In Polen wird nicht zwischen innerhalb und außerhalb einer geschlossenen Ortschaft unterschieden. Verkehrspolizisten müssen in Polen nur dann uniformiert sein, wenn sie innerhalb einer geschlossenen Ortschaft kontrollieren. Verwarnungsgelder sind an Ort und Stelle zu begleichen und der Fahrer hat das Recht, eine Quittung zu verlangen.

Fazit: Andere Länder andere Sitten. Diese Weisheit gilt auch fürs europäische Verwarnungs- und Bußgeldrecht, das selbst innerhalb der EU alles andere als einheitlich geregelt ist. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich der Fuhrparkmanager, der seine Fahrzeuge auch im europäischen Ausland einsetzt, im Verwarnungs- und Bußgeldrecht der jeweiligen Länder auskennt. Wenn es um eine Fahrzeugbeschaffung mittels Leasing auf Kilometerbasis geht, so sind die hier behandelten Feinheiten zu beachten, um gegebenenfalls keine zusätzlichen Euroscheine zu verbrennen.

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