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Auto-ID Fußballspiel wird schwach magnetisch

Tor oder kein Tor? Zugegeben, keine wirklich logistische Frage. Doch bei ihrer Beantwortung will der Fußball-Weltverband FIFA künftig auf Technikunterstützung setzen. Parallelen zu Gates und RFID-Technik im Warenein- und -ausgang drängen sich da geradezu auf.

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Tor oder kein Tor? Der Fußball-Weltverband setzt künftig auf Technikunterstützung.
Tor oder kein Tor? Der Fußball-Weltverband setzt künftig auf Technikunterstützung.
(Bild: Fraunhofer-IIS)

Das für Regelfragen zuständige International Football Association Board (IFAB) hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 5. Juli, entschieden, die Torlinientechnologien Goal-Ref und Hawk-Eye bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft und beim Confederations Cup einzusetzen. Bei erfolgreichem Ergebnis wird grünes Licht für den breiten Einsatz von Torlinientechnik gegeben. „Die Technik funktioniert ähnlich wie der Diebstahlschutz im Kaufhaus“, erläutert René Dünkler, Sprecher des Goal-Ref-Projekts, das System. Zehn Antennen, hinter Pfosten und Querlatte liegend, erzeugen und überwachen ein schwach magnetisches Feld. Sobald sich der Ball der Torlinie nähert, wird das Feld von dünnen Spulen im Fussball beeinflusst. Ein Prozessor stellt anhand der Antennensignale eindeutig fest, ob das Leder die Torlinie mit vollem Umfang überschritten hat oder nicht.

Zwei Erkennungsverfahren haben sich qualifiziert

„Man kann sich Goal-Ref als einen unsichtbaren Vorhang vorstellen, der hinter Querlatte und Torlinie gespannt ist. Sobald der Ball diesen Vorhang komplett passiert, wird ein Tor erkannt“, sagt Ingmar Bretz, Projektleiter von Goal-Ref. Diese Information sendet das System automatisch über verschlüsselte Funksignale in Echtzeit an die Schiedsrichter, deren Spezialarmbanduhren das Ereignis visuell und mittels Vibration anzeigen.

Nach einigen Fehlentscheidungen – unter anderem bei der WM 2010 mit dem für England nicht gegebenen Tor im Spiel gegen Deutschland – hatte die FIFA den möglichen Einsatz von technischen Hilfsmitteln untersuchen lassen. Zunächst wurden acht Torlinientechnologie-Systeme im November und Dezember vergangenen Jahres im Auftrag des International Football Association Board getestet. Die Bewertungskriterien erstellte die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA). Auf der Basis dieses Kriterienkatalogs konnten sich nur zwei Verfahren für die nächste Testphase qualifizieren – darunter auch Goal-Ref vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen.

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