Logistikzentrum Gilgen Logistics professionalisiert Schweizer Getränkeplattform

Redakteur: Victoria Sonnenberg

Ramseier Suisse AG, der größte Obstsafthersteller der Schweiz, hat Ende 2013 die neue Logistikplattform in Sursee in Betrieb genommen. Für den Logistikteil wurde die Gilgen Logistics AG als Generalunternehmer beauftragt. Mit der neuen Logistikplattform konnten die Lieferprozesse optimiert, Lastwagenfahrten reduziert und somit die ökologische Nachhaltigkeit gestärkt werden.

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Im Kommissioniertunnel stellen die Mitarbeitenden, geführt mit Pick by Voice, die Kundenbestellungen auf Mischpaletten zu Ausliefereinheiten zusammen.
Im Kommissioniertunnel stellen die Mitarbeitenden, geführt mit Pick by Voice, die Kundenbestellungen auf Mischpaletten zu Ausliefereinheiten zusammen.
(Bild: Gilgen Logistics)

Die Ramseier Suisse AG führt die drei Marken Ramseier, Sinalco und Elmer. Daneben produziert sie diverse Getränke für den Schweizer Detailhandel sowie im Auftrag internationaler Großkonzerne. Heute beschäftigt das Unternehmen in der ganzen Schweiz rund 300 Mitarbeiter.

20 Mio. Franken teures Logistikzentrum

70.000 t Äpfel und Birnen werden durchschnittlich pro Jahr in den vier Pressbetrieben verarbeitet. Die Ramseier Suisse AG arbeitet schweizweit mit über 7000 Obstbauern zusammen. Mit dem 20 Mio. Franken teuren Neubau in Sursee setzt Ramseier ein klares regionales Zeichen. „Die neue Logistikplattform ist nicht nur wichtig für die 300 Mitarbeitenden des Unternehmens, sondern auch für die Region Sursee und den Standort Schweiz generell“, erläutert Christian Consoni, CEO der Ramseier Suisse AG. „Der Druck vom Ausland ist auch im Getränkemarkt enorm. Dennoch setzt die Ramseier Suisse AG weiterhin ganz bewusst auf Schweizer Arbeit und Qualität. „Mit dem Neubauprojekt in Sursee konnten wir die Konkurrenzfähigkeit weiter ausbauen und die Position im Markt stärken“, so Consoni.

Herzstück ist ein automatisiertes Hochregallager

Für die Konstruktion der 5540 m² großen Plattform wurden 300.000 Schrauben und 950 t Stahl verarbeitet. Herzstück ist ein automatisiertes Hochregallager; hierfür wurde die Gilgen Logistics AG als Generalunternehmer beauftragt. Zum Liefer- und Leistungsumfang zählten die komplette Lieferung der logistischen Gewerke des Neubaus inklusive der Lagerhülle (Gestellanlage in Silo-Bauweise) mit Dach und Fassade, die fünf Regalbediengeräte mit Kanalfahrzeugen, die automatische Palettenfördertechnik, das Lagerverwaltungs- und Materialflusssystem sowie die Lieferung der fünf Verladerampen.

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25 % weniger Lastwagenfahrten

Der Platz im Hauptsitz Sursee wurde immer knapper. Insbesondere das Palettenlager war deutlich zu klein und zusätzliche Lagerkapazitäten mussten extern dazu gemietet werden. Die neue Auslieferungsplattform bietet neu Platz für 16.444 Paletten und entlastet damit auch die anderen Betriebsbereiche in Sursee. Pro Tag finden im Lager zwischen 900 bis 1600 Palettenbewegungen statt. „Mit der neuen Logistikplattform können Lieferprozesse professionalisiert, Lastwagenfahrten reduziert und somit die ökologische Nachhaltigkeit gestärkt werden. Wir konnten die Lastwagenfahrten um 25 % reduzieren“, bestätigt Consoni. „Zudem benötigen wir den freigewordenen Platz, den wir nun durch den Bau der neuen Logistikplattform erhalten haben, für zusätzliche Produktionskapazitäten. Damit wollen wir das wachsende Volumen bewältigen“.

Passerelle verbindet Betriebsgebäude mit der Logistikplattform

Das neue Logistikzentrum und der Produktionsbetrieb sind durch die Kantonsstrasse voneinander getrennt. Die fertigproduzierten und palettierten Getränke, die zuvor im Ramseier-Produktionsbetrieb abgefüllt wurden, werden per automatischer Palettenfördertechnik über die 31 m lange Passerelle in die Lagervorzone des Hochregallagers transportiert; dies erfolgt im 24-h-Betrieb. Zudem dient die Passerelle als Personenverbindung zwischen dem Betriebsgebäude und der Logistikplattform. Im Weiteren wird von externen Standorten fertig palettierte und etikettierte Ware per Lkw angeliefert, entladen und auf die Palettenfördertechnik zum Einlagern im Hochregallager aufgegeben. Das vollständig automatisierte Hochregallager mit neun Lagerebenen wurde als Durchlauflager mit chargenreinen Kanälen realisiert. Versorgt wird das Lager mit fünf Doppelmast-Regalbediengeräte (RBG). Jedes RBG ist mit einem kabellosen Kanalfahrzeug für die zehnfachtiefe Ein-/Auslagerung ausgerüstet.

Tourenbildung bereits in der Lagervorzone

Das Hochregallager beinhaltet einen Kommissioniertunnel mit 148 Kommissionierplätzen. Hier stellen die Mitarbeitenden, geführt mit Pick by Voice, die Kundenbestellungen auf Kommissionierpaletten zu Ausliefereinheiten zusammen. Diese werden nach dem Stretchen und der Auszeichnung im Lager bis zur Tourenbereitstellung zwischengepuffert. Nach Abruf einer Tour werden die Kundenaufträge automatisch ausgelagert und über einen Aufzug und Fördertechnik zu den 17 Schwerkraftrollenbahnen im Warenausgangsbereich befördert.

Eine Tour besteht aus verschiedenen Kundenaufträgen, diese wiederum bestehen aus Ganz- und Mischpaletten. Damit die Paletten in der Spedition in der richtigen Verladereihenfolge bereitgestellt werden, erfolgt bereits in der Lagervorzone eine Tourenbildung. An mehreren Bildschirmanzeigen im Warenausgangsbereich wird den Chauffeuren die korrekte Beladungsreihenfolge angezeigt. Das Lagerverwaltungssystem, welches über eine Schnittstelle mit dem ERP-System SAP R3 der Ramseier Suisse AG angebunden ist, übernimmt die gesamte Materialflusskoordination im Logistikzentrum.

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