Forschung

Globale Supply Chains werden digitalisiert

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Im neuen „Enterprise Lab Center“ des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik – hier Ministerin Schulze bei der feierlichen Eröffnung – beziehen die Think Tanks der angewandten Logistikforschung einen eigenen neuen Gebäudeteil.
Im neuen „Enterprise Lab Center“ des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik – hier Ministerin Schulze bei der feierlichen Eröffnung – beziehen die Think Tanks der angewandten Logistikforschung einen eigenen neuen Gebäudeteil. (Bild: Fraunhofer-IML)

Ob BMW, Würth, DB Schenker oder Sick – alle diese Unternehmen setzen auf eine neue Form kooperativer Forschung: die Fraunhofer Enterprise Labs. In den Labs auf dem Gelände des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik in Dortmund entsteht ein neues „Co-Working“ von Wissenschaft und Wirtschaft.

Eine geläufige Smartphone-Kamera benötigt circa 2 s, um einen Barcode oder Quick-Response-(QR-)Code zu lesen – zu langsam für eine wirklich sinnvolle Anwendung in der Logistik. Professionelle Geräte schaffen das mittlerweile in nur rund 1 s und genügen damit industriellen Ansprüchen. Die Technik hat enorme Forschritte erzielt. „Wir werden die globalen Supply Chains digitalisieren“, erklärt denn auch Prof. Michael ten Hompel anlässlich der Eröffnung des „Enterprise Lab Center“ Ende Juni in Dortmund. Der geschäftsführende Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik spricht voller Enthusiasmus von jüngsten Entwicklungen: etwa vom „Smart Transport Robot“ für BMW, einem selbstfahrenden Roboter, den die Autobauer in ihrer Versorgungslogistik einsetzen. Oder dem „Coaster“ von Sick, einem cyberphysischen System, für den eine eigene App entwickelt wurde und mit dem alle relevanten Informationen auf einem Bierdeckel abgebildet werden können.

Bei den vier Lab-Partnern werde es nicht bleiben, zwei kämen noch hinzu: Kuka sowie Böhringer Ingelheim. Institutsleiter ten Hompel sieht dabei Mensch und Maschine als Partner einer künftigen „Social Networked Industry“. „Wir wollen die Welt ein Stück weit besser machen. Was wollen wir denn sonst?“, stellt ten Hompel die rhetorische Frage in den Raum. Vielleicht, um Zweiflern ein wenig die Angst zu nehmen. Denn in Zukunft, in der Social Networked Industry, werden Mensch und Maschine als gleichberechtigte Partner nebeneinander arbeiten.

Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, verweist auf die 27.800 Unternehmen, die in ihrem Bundesland in Sachen Logistik unterwegs sind. Und auch die 700.000 Euro, mit denen NRW das „Enterprise Lab Center“ gefördert hat, bleiben bei der Eröffnungsrede natürlich nicht unerwähnt. „Dieses Zentrum bildet einen Meilenstein in der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Es bedeutet eine große Chance, nicht nur für die Logistik, sondern für die gesamte Wirtschaft in NRW“, so die Politikerin.

Die Chemie muss stimmen

Genau eine Woche nach der feierlichen Eröffnung des „Enterprise Lab Center“ präsentierte Markus Sontheimer, CIO und Chief Digitalization Officer der Schenker AG, im Rahmen eines Journalistenrundgangs die Entwicklung des „DB Schenker Enterprise Lab für Logistik und Digitalisierung“. „In Zeiten von Industrie 4.0 hat DB Schenker die Bedeutung und die Chancen der Digitalisierung erkannt. Gemeinsam arbeiten wir an innovativen Lösungen, die uns fit für den Wettbewerb der Zukunft machen“, sagt Sontheimer.

Bei aller Forschungseuphorie bringt es Stefan Reuss, Geschäftsleitung Logistik & IT bei der Würth Industrie Service GmbH & Co. KG, die von Anfang an dabei war, auf den Punkt: „Das eine ist der eigentliche Inhalt eines solchen Enterprise Labs. Auf der anderen Seite muss aber auch die Chemie zwischen den Beteiligten stimmen.“ Anfang 2013 war Pressekonferenz bei Würth und Prof. ten Hompel war dazu eingeladen. Beide Unternehmen, Würth und das Fraunhofer-IML, hatten sich damals mit intelligenten Behältern beschäftigt und auf beiden Seiten entstand Begeisterung für dieses Thema, was letztendlich in einer Beteilung von Würth am „Enterprise Lab“ mündete. Prof. ten Hompel zur Zielsetzung: „Wir werden Regale und Behälter intelligent machen.“ Dabei vergisst er auch nicht, zu erwähnen, dass die erste RFID-Veranstaltung 1996 hier in Deutschland stattgefunden hat.

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