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Telematik Google steuert alles – auch die Logistik

| Autor / Redakteur: Robert Weber / Stéphane Itasse

Der amerikanische Internetkonzern ist mehr als eine globale Suchmaschine oder Werbetrommel, an der kein Internetnutzer mehr vorbeikommt. Das Unternehmen aus Kalifornien vertreibt auch Soft- und Hardware und engagiert sich seit Kurzem auch in der Logistikwirtschaft – nicht ohne Eigennutz.

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Was haben Dr. Eric Schmidt, Larry Page und Sergey Brin mit Google und der Logistik vor? US-Medien berichten von einer eigenen TMS-Lösung.
Was haben Dr. Eric Schmidt, Larry Page und Sergey Brin mit Google und der Logistik vor? US-Medien berichten von einer eigenen TMS-Lösung.
(Bild: Google)

Gesucht und gefunden. Die meisten Deutschen nutzen Google als Suchmaschine im Internet, lassen sich ihre Songtexte mehr recht als schlecht ins Deutsche übersetzen oder begeben sich auf eine Reise in das digitale Bildarchiv des Internetkonzerns. Auf den ersten Blick ist Google voll und ganz auf den Konsumenten ausgerichtet. Ein klassisches B2C-Profil unterstellen wohl die meisten Beobachter dem US-Unternehmen.

Google strebt immer stärker in Richtung B2B-Markt

Doch die Herren aus Kalifornien erfinden sich neu und wollen auch im B2B-Markt Boden gutmachen. Abgesehen davon, dass die strikte Trennung von B2C und B2B in Zeiten von Social Media und weltweiter Verknüpfung sowieso angezweifelt werden darf, entwickeln die Google-Programmierer ein Tracking/Telematik-System für die Sicherung, Überwachung und Verfolgung von Frachtschiffen und Containern. Das berichtet die amerikanische Supply Chain Plattform EBN auf ihrer Website. Branchenkenner bestätigten gegenüber MM Logistik, dass die Nachfrage nach Transport-Management-Systemen (TMS) in der Industrie in den zurückliegenden Monaten stark gestiegen sei und viele große Unternehmen Geld für Investitionen freigeben würden, da sie Defizite in diesem Teil der Wertschöpfungskette ausgemacht hätten.

Google will mit seiner Lösung, die von den US-Behörden Ende 2012 mit einem Patent geadelt wurde, über eine Zweiwegekommunikation mit elektronischem Riegel, Netzwerk-Gateway, einer webbasierten Plattform und mobilen Geräten die Effizienz und Sicherheit in der Supply Chain verbessern. Dabei sollen die elektronischen Riegel die bisherigen Plomben in den Containern ergänzen und in Echtzeit eine End-to-End-Überwachung über eine Reihe von Gateways ermöglichen.

Gesamte Logistikkette könnte über Google Maps visualisiert werden

Die Informationen überträgt die Software in eine Cloud-Applikation, auf die weltweit zugegriffen werden kann. Über eine Verknüpfung des Programms mit der Google-Maps-Anwendung lässt sich der Standort des Containers online im Webbrowser visualisieren.

Doch Googles neue elektronische Plombe für mehr Sicherheit in den Prozessen ist möglicherweise nicht nur ein Angebot an die Kunden des Konzerns, sondern verfolgt nach Ansicht von Experten auch einen anderen Ansatz. Google vertreibt selber Hardwaredevices und kennt die Herausforderung in den Wertschöpfungsketten der Elektronikindustrie. Vom Versender bis zum Händler könnte Google die gesamte Kette über Google Maps visualisieren und damit absichern.

Der nächste Schritt wäre dann, die elektronische Plombe in Smartphones oder Tablet-PC einzubauen, um in den Anwendungen die Sicherheit zu erhöhen, spekuliert die US-Bloggerin Laurie Sullivan. Dazu käme, wenn Google eine Programmierschnittstelle öffnete, dass Entwickler eigene Apps für den Versand und die Logistik von ihren Produkten auf Grundlage der Google-Lösung schreiben könnten, heißt es. Damit wäre Google entgültig im B2B-Markt angekommen.

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