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Robotik Googles Roboteraktivitäten machen die Branche sprachlos

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Letztes Jahr machte Google erste Roboterschlagzeilen mit der Einverleibung des Robotikunternehmens Boston Dynamics, auch bekannt als Forscher und Entwickler für das US-Militär. Keine zwei Monate später steht ein neuer Verbündeter auf dem Google-Plan, Foxconn, ein Spezialist im Maschinenbau. Die Branche stellt sich die Frage: Was plant Google?

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Man darf gespannt bleiben, wie Google die Roboterbranche revolutionieren wird.
Man darf gespannt bleiben, wie Google die Roboterbranche revolutionieren wird.
(Bild: Wikimedia/Ralf Roletschek/roletschek.de)

Wer hat, der kann, oder besser, wer will, der sollte auch – so könnte das offizielle Credo des größten Onlinehändlers lauten. Die Spekulationen um Google nehmen einfach kein Ende – wie sollten sie auch –, werden wir doch alle paar Monate mit neuen Andeutungen und Enthüllungen gefüttert. Allein im letzten Jahr kaufte der Onlineriese acht verschiedene Firmen aus den Bereichen Entwicklung und Herstellung von mechanischen Gehilfen – da sind Spekulationen vorprogrammiert.

Bei diesen soll es auch erst einmal bleiben, denn die Branche spart mit Meinungen. „Leider können wir zu diesem Thema keine Stellung nehmen, da wir im Moment noch nicht abschätzen können, wie sich die weitere Partnerschaft von Foxconn und Google entwickeln wird“, heißt es beispielsweise aus dem Hause Adept Technology; dies fügt sich sinngemäß zu den Antworten weiterer renommierter Robotikhersteller. Dennoch ist gewiss, dass die Welt weiterhin auf Sendung bleibt und aufmerksam auf Google schauen wird.

Vom ehemaligen Android-Chef zum aktuellen Chef der Androiden

Denn mit Foxconn, unter anderem auch bekannt als Apple-Auftragsfertiger, stößt laut Angaben der New York Times ein weiterer Partner mit technischem Renommee zu der illustren Google-Runde. Wie es weiter heißt, erhoffen sich beide Partner eine vielversprechende Symbiose: Foxconn soll Google ein Testfeld für seine Robotertechnologien liefern und im Gegenzug spekuliert Foxconn darauf, mit Google die Automation in seine Werke zu bringen.

Bereits seit vergangenem Jahr soll der Foxconn-CEO Terry Gou mit dem Google-Entwickler und früheren Android-Chef Andy Rubin in Verhandlungen stehen.

Kommt das Robo-Auto oder der Robo-Deliverer?

Rubin leitet das durch Google 2013 gebildete Team für Robotertechnik. Während Amazon noch von Drohnen träumt, versucht Google allem Anschein nach sein Glück auf dem Boden und im Lager, denn den Angaben zufolge will sich der Konzern vorrangig auf Produktionssysteme und Logistik konzentrieren. Ob das Robo-Auto oder ein Robo-Deliverer dann vor der Tür steht, bleibt abzuwarten, denn genaue Ansätze will Google bislang nicht verraten. Was jedoch jedem spätestens jetzt klar werden muss, ist, dass Google nicht vor hat, es bei seiner Vision von einer eigenen revolutionären Robotertechnik zu belassen. Alle Zeichen sprechen dafür, dass man sich hier strategisch daran macht, eine weltweite Revolution in die Praxis umzusetzen mit einem raschen und gezielten Aufkauf strategischer Partner.

Weckruf an die Branche

Einer lässt es sich dann doch nicht nehmen und spricht gegenüber der MM-Logistik-Redaktion über die Google-Foxconn-Partnerschaft von einer logischen Konsequenz auf Augenhöhe. „Für die Robotik kann das nur förderlich sein, ein Weckruf an die Branche, der auch neue Investoren auf den Plan ruft. Weiter ermöglicht dies ein Reshoring von Produktionsstätten und dient somit einer globalen Nivellierung, mit Produktionsstätten dort, wo sie hingehören, direkt am Zielmarkt“, erklärt Marcus Frei, Geschäftsführer Frei Robotics.

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