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Omni-Channel Händler in Deutschland reagieren zu langsam auf Online-„Flex Shopper“

| Redakteur: M. A. Benedikt Hofmann

Neue Forschungsergebnisse einer von UPS in Auftrag gegebenen Studie zeigen die Herausforderungen, vor denen europäische Einzelhändler stehen, wenn sie ihre Betriebsabläufe an den digitalen Verbraucher anpassen wollen. Gerade Händler in Deutschland müssen hier im europäischen Vergleich aufholen.

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Fast ein Drittel (27 %) der europäischen Einzelhandelsunternehmen nutzen Filialen bereits als Service-Zentrum für Online-Käufe. Doch die Grafik zeigt, dass es große Unterschiede zwischen den Ländern gibt.
Fast ein Drittel (27 %) der europäischen Einzelhandelsunternehmen nutzen Filialen bereits als Service-Zentrum für Online-Käufe. Doch die Grafik zeigt, dass es große Unterschiede zwischen den Ländern gibt.
(Bild: UPS)

Die UPS Studie „Pulse of the Omni-Channel-Retailer“ zeigt, wie wichtig Innovationen sind, um einen stabilen oder wachsenden Marktanteil im Einzelhandelsmarkt zu behaupten, der sich zunehmend globalisiert, und von denen dominiert wird, die grenzüberschreitend verkaufen. „Verbraucher erkunden mehrere Verkaufskanäle – online wie auch traditionelle – und benutzen diese je nachdem, welcher am besten ihren Bedürfnissen gerecht wird“, so Carrie Royle, Retail-Marketing-Manager bei UPS Europe. „Sie verwenden zudem soziale Netzwerke, um zu vergleichen und zu beurteilen, was der Einzelhandel bietet.“

Zu Beginn dieses Jahres haben mehr als 700 Logistikexperten europäischer Einzelhandelsunternehmen, darunter 100 deutsche Einzelhändler, ihre Erfahrungen im Rahmen dieser Studie ausgetauscht. Einzelhändler in Europa haben spezifische Investitions- und Umstrukturierungspläne, um mit den führenden Einzelhandelsmitbewerbern Schritt zu halten. Über 30 % der Führungskräfte sagten, dass sie beim Wechsel zu Omni-Channel großen Herausforderungen sehen, wie zum Beispiel die Höhe der Investitionen in IT, die Organisation von Logistikprozessen, das Verbraucherverhalten zu verstehen sowie das Management auf Omni-Channel-Handel auszurichten. Wenn Einzelhändler ihre Supply Chain an jene Verbraucher anpassen, die häufig online einkaufen – auch bekannt als „Flex-Shopper“ – sollten sie sich auf drei Kernbereiche konzentrieren: die physischen Ladengeschäfte, Bestandsschwierigkeiten in Verkäufe verwandeln und grenzüberschreitende Retouren.

Fast ein Drittel (27 %) der europäischen Einzelhandelsunternehmen nutzen Filialen bereits als Service-Zentrum für Online-Käufe. Doch die Grafik zeigt, dass es große Unterschiede zwischen den Ländern gibt.
Fast ein Drittel (27 %) der europäischen Einzelhandelsunternehmen nutzen Filialen bereits als Service-Zentrum für Online-Käufe. Doch die Grafik zeigt, dass es große Unterschiede zwischen den Ländern gibt.
(Bild: UPS)

Filialen besser nutzen

Wenn es darum geht, ihr eigenes Filialnetz zu nutzen, befinden sich die deutschen Einzelhändler noch in der Entwicklungsphase ihrer Omni-Channel-Strategie. Insgesamt 53 % der europäischen Einzelhändler, die über ein eigenes Filialnetz verfügen, verwenden ihre Ladengeschäfte derzeit auch für Mehrwertdienste, wohingegen nur 38 % der deutschen Einzelhändler dies zurzeit tun. Fast 30 % der deutschen Einzelhändler sind jedoch gerade dabei, dieses Angebot zu entwickeln und planen, in den kommenden 12 bis 24 Monaten auch ein Click & Collect Service einzuführen. Wenn europäische Einzelhändler wettbewerbsfähig bleiben wollen, sollten sie beachten, dass Kundenbesuche in Ladengeschäften rückläufig und Onlinekäufe hingegen wachsen. Dieser Trend bedeutet, dass sie über den traditionellen Zweck eines Einzelhandelsgeschäfts hinausgehen und es als Teil ihres Bestands- und Vertriebsnetzes nutzen müssen.

Die UPS Daten zeigen auch, dass 31 % der Einzelhändler in Europa planen, das Filialnetz oder alternative Abholstellen in den nächsten 12 bis 24 Monaten zu nutzen, um jenen Kunden, die online bestellen, mehr Komfort bei der Abholung ihrer bestellten Waren zu bieten. „Die Studienergebnisse bestätigen unsere Erfahrungen mit Flex-Shoppern. Viel beschäftigte Kunden holen ihre Pakete an einem unserer 24.000 UPS Access Point Standorte in ganz Europa und Nordamerika dann ab, wenn sie Zeit dazu haben“, fügte Royle hinzu. „Fast 27 Mio. Verbraucher auf der ganzen Welt haben sich bereits für UPS My Choice – als Onlineservice sowie mobile App verfügbar – angemeldet. Dies ermöglicht ihnen, ihre Lieferungen nach ihrer zeitlichen Verfügbarkeit neu zu terminieren und/oder an eine andere Zustelladresse umzuleiten.“

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