Logistikimmobilien Hamburger Logistikcenter Teil von Metropol-Strategie

Autor / Redakteur: Günther Jocher / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Standort: Hamburg-Billbrook, geplante Fläche: 26.000 m², Baustart: Anfang 2021. Das sind die wichtigsten Kennzahlen zum geplanten Logistikcenter von Group7. Mit dem Standort erfreut sich das zukünftige Logistikcenter einer Toplage im Südosten der Hansestadt: 13 km zum Hamburger Hafen, 16 km zum Flughafen, 6 min zur A1-Anschlussstelle Hamburg-Moorfleet und 1 km zur S-Bahn-Station Billwerder-Moorfleet.

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Der futuristisch anmutende Group7-Logistikneubau wird auf einer Grundfläche von 40.000 m² stehen.
Der futuristisch anmutende Group7-Logistikneubau wird auf einer Grundfläche von 40.000 m² stehen.
(Bild: Group7)

Das künftige Hamburger Logistikcenter ist das fünfte eigene Logistikcenter von Group7. Die vier anderen Multiuser-Zentren stehen am Münchner Flughafen, in München-Parsdorf, in Kelsterbach am Frankfurter Flughafen und in Neuss (zwischen Köln und Düsseldorf). Logistikcenter um Logistikcenter setzt der Dienstleister damit seine Metropolstrategie um. Diese Strategie stand seit dem Gründungsjahr 2006 fest. Seit 2006 ist viel Zeit ins Land gegangen: 2009 gab es die Finanzkrise, das Thema E-Commerce hat sich von seinen Kinderschuhen hin zum Wachstumstreiber Nummer eins im Handel entwickelt.

Neue Strukturen für „Same-Day Delivery“?

Mit dem Wunsch der Kunden nach „Same-Day Delivery“, der in den letzten Jahren aufkam, brauchen erfolgreiche E-Commerce-Dienstleister stadtnahe Logistikcenter, um die engen Zeitfenster einhalten zu können. Viele Unternehmen haben daher kleinere Logistikflächen in den urbanen Regionen gemietet. Pendelverkehre zwischen den einzelnen Lägern oder größere Einheiten in Stadtnähe mit allen Artikeln und Logistikprozessen vor Ort: Das ist eine Strategiefrage, die jedes Unternehmen anhand seiner Strukturen und Kunden selbst beantworten muss. Group7 setzt auf die größeren, stadtnahen Logistikcenter, die vorteilhaft für das E-Commerce-Thema platziert sind. Gleichzeitig kann durch die Größe der Center auch das flächenintensive B2B-Geschäft abgewickelt werden.

Megatrends der kommenden Jahre

Ein Blick auf die Megatrends, die Jones Lang Lasalle in einer kürzlich veröffentlichten Studie benannte, zeigt, worauf es zukünftig ankommt:

  • auf die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, denn der demografische Wandel vollzieht sich schleichend;
  • neue Technologien wie KI und 3D-Entwicklungen frühzeitig in die eigenen Prozesse einzubeziehen;
  • die „Landflucht“ im Auge zu behalten – der Urbanisierungstrend setzt sich fort;
  • Nachhaltigkeit zu leben.

Zwei Zukunftstrends sprechen dafür, die Logistikcenter in den Metropolregionen zu platzieren: der demografische Wandel und die Urbanisierung.

Logistikcenter in Stadtnähe sind attraktiv für Lkw-Verkehre

Es gibt neben diesen wichtigen Trends noch weitere Pluspunkte aufseiten der Metropolstrategie. Group7 arbeitet im Transportbereich mit internationalen Partnern zusammen und verfügt damit weltweit über 191 Stützpunkte für die Abwicklung von Sendungen über alle Verkehrsträger: Flugzeug, (Container-)Schiff, Lkw und Bahn. Gerade bei den Lkw-Verkehren sind Logistikcenter in Stadtnähe hoch im Kurs und ein dichtes Netz an Stationen macht einen Logistikdienstleister in Deutschland zu einem attraktiven Partner für andere europäische Unternehmen. Doch auch andere Geschäftsbereiche wie die Luftfracht profitieren mit dem wachsenden Cross-Border-E-Commerce und internationaler Ersatzteillogistik von den Metropollagen der Logistikcenter.

Stadtnähe zahlt sich auch bei Pharmalogistik aus

Seit einigen Jahren treibt Group7 auch ein Geschäftsfeld voran, das enge Zeitfenster vorgibt und zudem hohe Ansprüche an die Prozess- und Lagerqualität stellt: die Pharmalogistik. Group7 konnte in den letzten Jahren umfangreiche Kompetenz bei der weltweiten Organisation von Transporten von Medizinprodukten aufbauen. Seit einigen Monaten besitzt der Dienstleister nun das GDP-Zertifikat. Damit können temperaturgeführte Supply Chains weltweit von Group7 kontrolliert werden.

Um den Anforderungen der verschiedenen Branchen und Kunden Rechnung zu tragen, sind die Logistikcenter von Group7 Multiuser-fähig angelegt.
Um den Anforderungen der verschiedenen Branchen und Kunden Rechnung zu tragen, sind die Logistikcenter von Group7 Multiuser-fähig angelegt.
(Bild: Group7)

Die Logistikcenter in Stadtnähe bieten dem Dienstleister neben der Einhaltung von Servicezeiten auch die Chance, mit Pharmakunden zusammenzuarbeiten, die spezielle Value-added Services in Anspruch nehmen, wie beispielsweise das Bestücken von Produktdisplays am Point of Sale (POS) oder Pharmaservices, wie das Beliefern von Patienten an der Haustür mit ihrem individuell zusammengestellten Arzneibedarf.

Mietobjekte ergänzen Metropol-Strategie

Group7 verfügt deutschlandweit über eine Logistikfläche von 220.000 m². Mit dem neuen Center in Hamburg werden es 246.000 m² sein. Derzeit unterhält das Unternehmen 110.000 Palettenstellplätze. Der Dienstleister setzt allerdings auch auf flexible Mietflächen, die für die Distribution bestimmter Güter wichtig sind und die die Standorte der eigenen Center ergänzen. Denn neben den eigenen Logistikcenter-Standorten München, Frankfurt, Neuss und Hamburg unterhält Group7 auch Niederlassungen mit angemieteten Flächen in Bremen, Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg und Hannover.

Trends hängen von Geschäftsfeld und Zielgruppe ab

Die Strategien zur erfolgreichen Positionierung von Logistikcentern sind zahlreich. Sie hängen neben den oben genannten Trends noch von vielen Faktoren ab: von der Verfügbarkeit der Grundstücke, der Nähe zu Flug- und Seehäfen, der Spezialisierung des Logistikdienstleisters, den Prozessen der einzelnen Branchen, den Auflagen der Gemeinden (wie beispielsweise der Erteilung einer 24-h-Betriebserlaubnis). Für das Geschäftsmodell des Logistikdienstleisters Group7 scheint die Metropolstrategie mit dem Logistikneubau in Hamburg als nächstem Meilenstein die richtige zu sein. Die Zahlen des Logistikdienstleisters – 126 Mio. Euro Umsatz in 2019 und 600 Mitarbeiter – sprechen 14 Jahre nach der Gründung dafür. ■

* Günther Jocher ist Vorstand der Group7 AG in 85445 Schwaig, Tel. (0 81 22) 94 53-11 21, g.jocher@group-7.de

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