50 Plus

Hans lernt dank Weiterbildung immer mehr

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Ein Ergebnis des Projekts sind drei Leitfäden, die an der Universität Erfurt erarbeitet wurden. Sie richten sich an Führungspersonal von kleinen und mittleren Betrieben (KMU), an deren Beschäftigte sowie an externe Bildungsträger. Ziel ist es, alle drei Gruppen stärker für die Thematik zu sensibilisieren.

Qualifizierungsberater unterstützen die Unternehmen

Den Unternehmen helfen zudem externe Qualifizierungsberater. Bei Bedarf unterstützen sie die Betriebe beim Aufbau einer alternsorientierten Personalpolitik. Dazu besteht gerade bei den KMU ein gewisser Bedarf, da sie meist ohne eigene Personalabteilung auskommen, was eine strategische Personalarbeit erschwert.

Dass KMU professionelle Unterstützung bei ihrer Personalarbeit brauchen, sieht auch der von Bundesbildungsministerin Annette Schavan 2006 ins Leben gerufene Innovationskreis Weiterbildung und empfiehlt daher: „Insbesondere auf regionaler Ebene kann die Kooperation von großen sowie kleinen und mittleren Unternehmen mit Akteuren des Weiterbildungsbereichs von Nutzen sein. Derartige regionale Kooperationen und Initiierungen von Verbundlösungen sind daher anzubahnen.“

Solche regionalen Netzwerke lassen sich in Deutschland immer öfter finden, zum Beispiel das zu den „lernenden Regionen“ gehörende „Regionet OWL (Ostwestfalen-Lippe)“ oder die „Initiative 45 plus Südbaden“. Letztere entstand in der „Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)“ und ist noch vergleichsweise jung. Erst im März diesen Jahres fanden sich die Partner zusammen, um Handlungsanleitungen für die – wie sie meinen – entscheidenden Fragen zu bieten: „Wie können kleine und mittlere Unternehmen den demographischen Wandel bewältigen?“ und „Welchen Beitrag können alle Akteure inklusive der Arbeitnehmervertretungen hierzu leisten?“.

Modifizierte Förderpraxis des Staates

Den Erfolg regionaler Netzwerke könnte eine tarifvertraglich geregelte berufliche Weiterbildung intensivieren. Eine modifizierte Förderpraxis von Seiten des Staates könnte ebenso dazu beitragen, schätzen Bildungsexperten wie Dick Moraal. „Wenn man von außen die betriebliche Weiterbildung fördern will, muss man da ansetzen, wo Unternehmen, die heute schon weiterbilden, selbst Maßnahmen ergreifen.“

Das hieße, nicht nur für Weiterbildungsmaßnahmen würden Fördermittel fließen, sondern ebenso für die Gesundheitsvorsorge oder für den Aufbau eines alternsgerechten Zeitmanagements. Alles zusammen wäre dann „eine der besten Altersvorsorgen überhaupt“, meint Christian Stamov Roßnagel, Lern- und Altersforscher an der Jacobs University in Bremen, in einem Interview mit der FAZ. „Wer sich außer mit gesunder Ernährung und Bewegung auch mit Lernen fit hält, kann mit 70 Jahren noch so agil sein wie ein Fünfzigjähriger.“

(ID:280357)