Wissenschaft & Forschung Hanseatisch-mexikanisches Logistikwissen

Redakteur: Robert Weber

Der Preisträger des Wissenschaftspreises Logistik 2013 ist der mexikanische Wissenschaftler Dr.-Ing. Mayolo Lopez Castellanos. Er überzeugte die Jury unter Vorsitz von Prof. Michael Schenk. Der Titel seiner Arbeit: „Agent Based Simulation Approach to Assess Supply Chain Complexity and its Impact on Performance“.

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Robert Blackburn, Vorstand IT und Supply Chain bei BASF, Preisträger Dr.-Ing. Mayolo Lopez Castellanos und der Vertreter des betreuenden Instituts, das Institut für Logistik und Unternehmensführung der TU Hamburg-Harburg, Prof. Wolfgang Kersten (v.l.).
Robert Blackburn, Vorstand IT und Supply Chain bei BASF, Preisträger Dr.-Ing. Mayolo Lopez Castellanos und der Vertreter des betreuenden Instituts, das Institut für Logistik und Unternehmensführung der TU Hamburg-Harburg, Prof. Wolfgang Kersten (v.l.).
(Bild: Weber)

Die Arbeit entstand am Institut für Logistik und Unternehmensführung der TU Hamburg-Harburg und wurde von Prof. Wolfgang Kersten betreut. Zum Hintergrund: In den vergangenen Jahren und Jahrzenten hat nicht nur die Komplexität der Produkte und die Vielzahl unterschiedlicher Produktvarianten stark zugenommen, sondern auch die Komplexität der Wertschöpfungsketten mit ihrer Vielzahl an Partnern und Transportwegen. Hintergrund ist die immer weiter fortschreitende Konzentration vieler Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen, die zu einer Verlagerung von Wertschöpfungsumfängen an Partnerunternehmen in der Supply Chain führt. Hinzu kommt die fortschreitende Globalisierung der Wertschöpfungsketten sowohl auf der Lieferanten- als auch auf der Kundenseite, um Kostenvorteile und Marktpräsenz zu realisieren. In der Konsequenz wurden damit die Supply Chains strukturell immer komplexer. Insofern stellt sich für Unternehmen die Frage, wie diese Komplexität zu beherrschen ist und wie sie sich auf die Leistungsfähigkeit der Wertschöpfungskette auswirkt.

10.000 Euro gehen jeweils nach Hamburg und Mexiko

Diese Fragestellung greift der Preisträger in seiner Untersuchung im Hinblick auf die Logistik auf und entwickelte einen neuartigen Ansatz zur Analyse der Komplexität in der Supply Chain, heißt es bei der Jury. Um diesen Ansatz für detaillierte Untersuchungen nutzen zu können, erar-beitete er zudem ein agentenbasiertes Simulationsmodell. Diese Entwicklung und das methodische Konzept zur Komplexitätsbewertung stellen nach Einschätzung der Jury einen deutlichen wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt dar - kombiniert mit praktischer Anwendbarkeit.

Der Wissenschaftspreis Logistik ist mit 10.000 Euro für den Preisträger und 10.000 Euro für das betreuende Institut dotiert und wird 2013 von der BASF gesponsert. Der Preis wird von der BVL jedes Jahr ausgeschrieben. Als Bewerber zugelassen sind Wissenschaftler aller Sparten der Logistik mit ihren Dissertations- bzw. Habilitationsschriften, Projektstudien oder Monographien, die einen engen Bezug zu praxisnahen logistischen Fragestel-lungen aufweisen. Entscheidend für die Wertung sind der Praxisbezug sowie der Neuheitscharakter der Arbeiten.

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