Lkw-Abfertigung

HHLA: Termine nach Vereinbarung

| Redakteur: Bernd Maienschein

(Bild: HHLA)

Die Hamburger Containerterminals kämpfen mit der örtlichen Infrastruktur. Eine ganze Reihe von Maßnahmen soll die Containerströme per Lkw optimieren.

Der Gedanke, Spitzen durch bessere Verteilung zu glätten, ist nicht neu, aber erfolgreich. So beispielsweise in den Hamburger Container-Terminals. Dort versucht der Hausherr, die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), seit 2011, die Abfertigung von Lkw mit einem ganzen Maßnahmenbündel zu verbessern. HHLA-Vorstand Dr. Stefan Behn: „Die Containermengen im Hamburger Hafen werden wachsen. Daher nimmt auch die Zahl der per Lkw transportierten Container zu – wenn auch im Vergleich zur Bahn mit einer geringeren Steigerungsrate. Wir wollen unsere gewohnt hohe Abfertigungsqualität sichern. Dafür arbeiten wir weiter an der Effizienzsteigerung. Zusätzlich möchten wir die Lkw-Abfertigung gleichmäßiger über den Tag verteilen, um Spitzenbelastungen zu vermeiden.“

Seit 2011 setzt die HHLA das Programm „Fuhre 2.0“ um, das aus einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen besteht: In 130 s können Lkw-Fahrer an den sogenannten Selbstbedienterminals ihre Container selbst einchecken. Das Optical-Character-Recognition-(OCR-)Gate erfasst automatisch unter anderem Lkw-Kennzeichen und Containernummer. Beschädigungen und Gefahrgut-Plaketten werden mit dem Bildschirmcheck während der Fahrt zum Check-In-Gate erfasst. Und last but not least gibt es die Containervoranmeldung über das Programm „TR 02 Version 14“: Nach der Containervoranmeldung durch den Disponenten übermittelt das Terminal den verlässlichen, aktuellen Status des angefragten Containers. Das Fuhrunternehmen vermeidet dadurch vergebliche Fahrten. Nach Umsetzung aller Maßnahmen sollen die Lkw-Fahrer bis zur Containerübergabe nicht mehr aussteigen müssen, heißt es. Die Lkw könnten dadurch in deutlich kürzerer Zeit abgefertigt werden, so der Hafendienstleister.

„Fuhre 2.0“ soll für einheitliche Abläufe sorgen

Heinrich Goller, Geschäftsführer HHLA Container Terminals, beschreibt die weiteren Planungen: „,Fuhre 2.0‘ sorgt für einheitliche Abläufe an unseren Hamburger Containerterminals. Wir haben die Abfertigung der Lkw an unseren Anlagen mit den bereits umgesetzten Maßnahmen schon deutlich beschleunigt. Damit haben wir die Effizienz der Terminals erhöht und die Wartezeiten für Lkw verringert. Wir werden uns nun vermehrt um die gleichmäßigere Verteilung der Lkw-Abfertigung kümmern. Wir möchten künftig mit den Fuhrunternehmen Zeitfenster verabreden, in denen die Lkw-Fahrer verlässlich und zügig abgefertigt werden. Auf diese Weise können wir auch zu bisher weniger stark frequentierten Tageszeiten eine größere Zahl von Containern abfertigen. Das reduziert Spitzenlasten zu anderen Tageszeiten und schafft Planungssicherheit für Fuhrunternehmen und Terminal.“

Dafür soll zunächst die Vormeldung von Transportdaten zur Voraussetzung für eine Abfertigung am Terminal gemacht werden. Für die Vormeldung wird das Schnittstellenformat „TR 02 Version 14“ verwendet. Der Disponent des Fuhrunternehmens liefert die Daten für die Containeranlieferung beziehungsweise -abholung im Vorweg elektronisch. Erst bei grünem Licht durch den Terminal – wenn alle erforderlichen Daten vorliegen und die Abfertigung reibungslos stattfinden kann – fährt der Lkw los. Durch die frühzeitige Datenübermittlung müssen weniger Daten vor Ort geprüft werden. Auch diese Maßnahme beschleunige die Abfertigung weiter, vergebliche Fahrten würden vermieden. Die Vorbereitungen für diese Maßnahme laufen bereits, wie es heißt.

Zeitfenster erhöhen Verlässlichkeit für Transporteure

Die Pflicht zur Vormeldung ist die Voraussetzung für eine weitere Maßnahme: das sogenannte Slotbuchungsverfahren. Zukünftig vereinbaren Terminal und Fuhrunternehmen ein Zeitfenster für die Anlieferung beziehungsweise Abholung eines Containers. Innerhalb dieses Zeitfensters sagt der Terminal die Abfertigung zu. Das erhöhe die Verlässlichkeit für die Fuhrunternehmen massiv, ist man in Hamburg sicher. Gleichzeitig sichert ein differenziertes Priorisierungsmodell den Lkw-Fahrern die erforderliche Flexibilität. Durch die Terminvereinbarung könne die Last an der Lkw-Abfertigung viel gleichmäßiger über den Tag verteilt werden. Dadurch würden Spitzenbelastungen reduziert. Bisher werden je nach Tageszeit zwischen fünf und 250 Container pro Stunde an einem Terminal abgefertigt.

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