Verpackungstechnik Hinter Gittern

In einer Spezialverpackung sind Airbags sicher aufgehoben. Jedenfalls für den Transportweg vom Hersteller zum Automobilproduzenten oder zur Werkstatt.

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Produktentwickler Jörg Baumann: „Unser Ursprung ist ein Großhandelsgeschäft im Bereich Karton. In den letzten zehn Jahren haben wir uns vom Händler über einen Verarbeiter bis hin zum Hersteller entwickelt.“ Bild: Maienschein
Produktentwickler Jörg Baumann: „Unser Ursprung ist ein Großhandelsgeschäft im Bereich Karton. In den letzten zehn Jahren haben wir uns vom Händler über einen Verarbeiter bis hin zum Hersteller entwickelt.“ Bild: Maienschein
( Archiv: Vogel Business Media )

Auf 25 Jahre Historie kann Nordpack zurückblicken, deren Markentochter Multi-Cargo als Synonym für intelligente Verpackungslösungen steht. Produktmanager Jörg Baumann hat in den letzten zehn Jahren einige interessante Produkte entwickelt, die für den wachsenden Bekanntheitsgrad der Marke Multi-Cargo auch bei Automobilzulieferern gesorgt haben.

Ohne auf ein spezielles Material fixiert zu sein, entstehen bei Multi-Cargo neue Verpackungen grundsätzlich im Dialog mit den Kunden. So beispielsweise die Firebox, eine clevere Lösung für den Transport von Airbags. Weil die Lebensretter während des Transports auch zur Gefahr werden können, beispielsweise im Brandfall, müssen sie hinter Gitter. Konkret: Eine Verordnung sagt, dass sie beim Brand, der irgendwann unweigerlich zur sonst gewollten Explosion der Airbags führt, maximal 5 m weit „fliegen“ dürfen. Der Fachausdruck dafür lautet „Bonfire-Test“.

Wellpappe mit Metallgitter schützt vor Feuer

Auf den ersten Blick passt diese Kundenanforderung nicht mit Wellpappe zusammen, denn die verbrennt im Nu. Wird allerdings wie bei Multi-Cargo ein Gitternetzwerk aus Metall in die Verpackungslagen eingebracht, entsteht ein zuverlässiger Schutz für den Brandfall. Produktentwickler Baumann hat mit der Firebox einen echten Volltreffer gelandet: Mittlerweile beliefert man VW, Ford und Opel, mit Daimler gibt es Gespräche.

Das in die Wellpappe beinahe unsichtbar eingebrachte Schutzgitter ist ein Schweißgitter aus einer speziellen Metalllegierung mit definierten Hitze- und Zugfestigkeitseigenschaften. Dass Metall die Wellpappe stützt, merkt man eigenlich nur am relativ hohen Gewicht des Kartons.

Für Mehrwegverpackung ungeeignet

Kunden finden sich inzwischen in Spanien, Italien, natürlich Deutschland, in der Türkei wird die Firebox teilweise eingesetzt, und man ist im Gespräch mit einem Airbag-Hersteller in Schweden. Die Verbundverpackung aus Pappe und Metallgitter kommt dann zum Einsatz, wenn es um den technischen Kundendienst oder den Ersatzteilbereich geht, also keine Mehrwegverpackungen eingesetzt werden.

Grundsätzlich sind mit dem Firebox-Material den Konstruktionsmöglichkeiten einer Schutzverpackung keine Grenzen gesetzt. Der innovative Materialverbund bietet bei der Entwicklung von Gefahrgut-Verpackung alle Möglichkeiten, den Schutz dort einzusetzen, wo er gebraucht wird. MM

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