Flurförderzeuge Hochleistungs-E-Stapler bewegt empfindliche Papierrollen ganz genau

Autor / Redakteur: Claus Haese / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Herma-Fotoecken sind auch im Digitalzeitalter in jedem Haushalt bekannt. Dennoch stellt dieses Produkt nur einen Bruchteil – wenn auch den bei weitem bekanntesten – dar. Das 1906 von Heinrich Hermann gegründete Unternehmen beschäftigt in Filderstadt bei Stuttgart und Deizisau rund 800 Mitarbeiter und erwirtschaftet in vier Geschäftsfeldern einen Umsatz von etwa 200 Mio. Euro.

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Kalmar ECF 80-12,5 mit Drehkippklammer von Auramo Typ RA520 NE.
Kalmar ECF 80-12,5 mit Drehkippklammer von Auramo Typ RA520 NE.
(Bild: Kalmar/Cargotec)

Für den Wareneingang beschaffte Logistikleiter Frank Baude nun einen Superlativ von Gabelstapler – einen Kalmar ECF 80-12,5 mit Drehkippklammer von Auramo Typ RA520 NE. Aufgabe des Staplers, der in einer Entladehalle mit nur 4700 mm Deckenhöhe arbeitet, ist das Entladen der bis zu 2025 mm breiten, ausschließlich stehend angelieferten Papier- und Folienrollen. Die Rollen werden stehend vom Lkw abgenommen, dann um 90° geschwenkt und anschließend mit Hilfe der Kippeinrichtung auf einem Fördersystem platziert, das sie in das Zentrallager bringt.

Kalmar-Stapler ist der „König“ der Entladehalle

„Der Stapler bewegt sämtliche Papierrollen, bis zu 2000 Stück im Monat“, erklärt Baude, „und wir vertrauen auf 100 % Verfügbarkeit, die wir mit unserem ersten Kalmar-Gerät auch hatten. Aber er wurde älter und nun ist der vorhandene Stapler gleichen Typs Stand-by-Maschine und der neue mit Zweifach-Vollduplexhubmast mit 3250 mm Hubhöhe nun der „König“ der Entladehalle.“ 17 t Einsatzgewicht bringen Stapler und die gewaltige, mit symmetrischen Armen bestückte Klammer auf die Waage. Besonderheit ist ein 200 mm starkes Distanzstück zwischen Klammer und Stapler, das die Reichweite vergrößert und dem Fahrer so die Lkw-Entladung von einer Seite erleichtert.

Nur wenige Fahrer sind auf die teuren Stapler eingewiesen – die Arbeit findet zwar im Trockenen statt, dennoch ist größte Aufmerksamkeit beim Rollenhandling angebracht. Schließlich muss vor Arbeitsbeginn aus vier voreingestellten Drücken der richtige ausgewählt werden, sonst könnten die wertvollen Rollen deformiert werden. Motec-Kameras am Mast und auf der Kabinenrückseite erleichtern den Blick auf Ladung und Fahrweg bei Rückwärtsfahrt – die Spirit-Delta-Luxuskabine wurde um 300 mm erhöht, um die Sicht auf die Übergabeposition zu verbessern.

80-V-Staplerbatterie wird problemlos in einer Schicht aufgeladen

Fünf Hydraulikfunktionen steuern die rechts vom Fahrer in einer ergonomisch erreichbaren Konsole montierten Minihebel: Heben/Senken, Mastneigung, Drehen, Kippen sowie Öffnen/Schließen der Klammerarme. Das 2000 mm breite Spezialgerät ist mit Trelleborg-Bandagen bestückt (je vier auf der Vorder- und je zwei auf der Lenkachse). Kalmar-Händler Karsten Pieckert und sein Team spezifizierten zudem zeitgemäße Ladetechnik. Industrie Automation lieferte den modernsten HF-Lader mit 210 A Ladestrom. Dieser schafft es problemlos, die 80-V-Batterie mit 1550 Ah in einer Schicht aufzuladen. Wobei Baude betont, dass der Stapler meist täglich zwischen 7 und 16 Uhr im Einsatz ist.

Kalmar-Stapler mit leistungsstarkem dualem Antriebs- und Hydrauliksystem

Die Kalmar-Elektrostapler der ECF-Serie sind mit einem leistungsstarken dualen Antriebs- und Hydrauliksystem ausgestattet. Das Ergebnis sind Einsparungen im Energieverbrauch. Somit wird eine längere Nutzung der Batterie sichergestellt. Das ECF-Hydrauliksystem steuert die Pumpen nur dann an, wenn dies erforderlich ist, je nach Bedarf bis zur maximalen Geschwindigkeit. Die Vorteile liegen auf der Hand: hohe Produktivität während der gesamten Nutzungsdauer, weniger Komponenten, deutlich geringerer Wartungsaufwand im Vergleich zu Verbrennern und geringere Energiekosten. Die ECF-Serie ist mit sorgfältig geprüften Komponenten ausgestattet. Die AC-Technik bei Hub-, Fahr- und Lenkmotoren vermeidet Kohlebürsten. Fahrtrichtungswechsel und Regeneration werden elektronisch gesteuert. Durch das neue Hydrauliksystem sind weniger Anschlüsse notwendig. Ergebnis: weniger Wartungsaufwand.

Kalmar-Partner bietet für Stapler kurzfristige Wartung und Service vor Ort

Hochwertige Komponenten und ein intelligentes Can-Bus-Steuerungssystem sorgen für ein ausgezeichnetes Fahrverhalten und Reaktionsfähigkeit. Die Konstruktion der Elektrostapler gewährleistet eine effektive Lenkung, die jeweils nur mit der erforderlichen Menge an Hydrauliköl und dem erforderlichen Druck gespeist wird. Das Regenerationssystem sorgt dafür, dass während der Abbremsvorgänge die Batterie wieder aufgeladen wird. Elektrische Antriebsmotoren sorgen in Kombination mit dem elektronischen Steuerungssystem für hervorragende Fahreigenschaften, schnelle Reaktionen auf Steuerbefehle des Fahrers und sanfte Übergänge beim Beschleunigen, Abbremsen, Anfahren und Anhalten. Die Drehzahl der Motoren kann einzeln gesteuert werden. Die Konstruktion des Elektrostaplers sorgt für eine ausgezeichnete Manövrierfähigkeit.

Wartung und Service an den beiden Kalmar-Maschinen übernimmt das Team von Staplercenter Pieckert aus Empfingen, südlich von Stuttgart gelegen. Seine Monteure sind in kürzester Frist vor Ort und kümmern sich um die Anfang 2012 ausgelieferte Maschine – eine anspruchsvolle Aufgabe, die dank der äußerst zügigen Versorgung mit Ersatzteilen aus dem europäischen Zentrallager in Metz keine Probleme verursacht.

* Claus Haese ist technischer Leiter bei der Cargotec Germany GmbH in 22525 Hamburg

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