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Logistik-Think-Tank House of Logistics and Mobility: Neue Mieter halten Einzug

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen von heute in Bezug auf Logistik und Mobilität haben einen neuen „Kümmerer“: Schon im Juni 2015 hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund, im Frankfurter House of Logistics and Mobility (HOLM) sein neues Center für Logistik und Mobilität eröffnet.

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HOLM-Geschäftsführer Michael Kadow: „Wir nehmen uns hier ein Stück weit die Schnittstelle zwischen Logistik und Mobilität vor.“
HOLM-Geschäftsführer Michael Kadow: „Wir nehmen uns hier ein Stück weit die Schnittstelle zwischen Logistik und Mobilität vor.“
(Bild: Maienschein)

HOLM-GmbH-Geschäftsführer Michael Kadow zeigt zu Beginn seiner Begrüßungsrede vor etwa 150 geladenen Gästen im House of Logistics and Mobility am Frankfurter Flughafen eine Szene aus dem 1989 gedrehten Science-Fiction-Kassenschlager „Zurück in die Zukunft“, in der Darsteller Michael Fox mit einem sogenannten „Hoverboard“ einige Zentimeter über dem Boden schwebend den Filmbösewichten zu entkommen sucht. In einem zweiten Einspieler ist ein Mann zu sehen, der mit einem Triebwerksrucksack mehrere Hundert Meter über einen See schwebt – ganz real, im jetzt und heute. Was Kadow damit verdeutlichen will, ist die schnelle Veränderungsgeschwindigkeit der letzten Jahre. „Wir sind mit einer enorm hohen Geschwindigkeit in den Veränderungsprozessen, nicht nur inkrementell, sondern auch radikal unterwegs“, so Kadow.

Das HOLM stehe zum einen für die inhaltliche Arbeit an Handlungsfeldern der Zukunft – beginnend bei Aviation über den Einkauf bis hin zur Mobilität. Gleichzeitig stehe es aber genauso für die akademische Ausbildung, schließlich hat Kadow eine Vielzahl von Hochschulen im Haus mit Lehrbetrieb in Form von Master-Studiengängen. Was damit einhergehe, sei die Chance für viele Unternehmen, die dort ihre zukünftigen Arbeitnehmer träfen.

Warum ist das so wichtig? „Ich glaube, wir nehmen uns hier ein Stück weit die Schnittstelle zwischen Logistik und Mobilität vor. Das, was ich vorhin mit dem Hoverboard zeigte, zeigt sich auch in vielerlei anderen Facetten: veränderte Wertschöpfungsarchitekturen, vom 3D-Druck-Verfahren, wo man vielleicht die Luftfracht-Ersatzteile ersetzen kann, bis hin zu Umweltfragestellungen, autonomes Fahren, Sensorik, Big Data – alles Themen, die wir im Haus auf der Agenda haben“, so der HOLM-Geschäftsführer.

Die Zukunft liegt in der Vernetzung

Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen vom Fraunhofer-IML in Dortmund, dessen Institut seit sechs Jahren mit dem HOLM in Verbindung steht, freut sich nicht nur, zu sehen, wie die Baustelle zu einem tollen Gebäude geworden ist, sondern „wie aus Ideen Projekte werden, wie Büros mit Leben gefüllt werden und wir immer mehr erkennen, was für ein toller Standort dieses HOLM ist“. Für Prof. Dr. Michael Henke, seit zwei Jahren Institutsleiter in Dortmund und zusammen mit Clausen von Anfang an sehr aktiv in das Projekt HOLM eingebunden, ist das Ende der Planungsphase „ja immer auch ein Anfang, um nicht zu sagen: Jetzt geht die Arbeit erst richtig los – für uns alle.“ Einkauf und Finanzen, Aviation und Mobilität sind die Themen, mit denen sich das IML in Frankfurt intensiver beschäftigen wird. Themen, die auf den ersten Blick nicht unbedingt eng miteinander verbunden sind.

Wie um das Fraunhofer-Engagement am Standort Flughafen Frankfurt noch einmal zu untermauern, erklärt Clausen inhaltlich zum Mobilitäts-Engagement seines Instituts: „Die Zukunft liegt in der Vernetzung. Die Zeiten, in denen wir uns um die einzelne Beförderung von Personen gekümmert haben, sind vorbei. Wir müssen in Ressourcennetzwerken und in Kombinationen von Angeboten des öffentlichen Verkehrs, des Individualverkehrs, des Teilens von Ressourcen, der Digitalisierung dieser Zusammenhänge denken und arbeiten.“ ■

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