Turbulenz-Management IAO-Studie – Unternehmenskrisen erfolgreich meistern

Redakteur: Jürgen Schreier

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer IAO identifiziert zentrale Kriterien für Entscheidungsprozesse in Krisenzeiten: Neben einem konsequentem Daten-Monitoring ist ausschlaggebend, wie Führungskräfte kommunizieren und interagieren.

Firmen zum Thema

Metereologische Simulation einer Turbulenz. Bild: Universität Hannover
Metereologische Simulation einer Turbulenz. Bild: Universität Hannover
( Archiv: Vogel Business Media )

Wirtschaftliche Turbulenzen erfordern entschlossenes unternehmerisches Handeln. Offen ist allerdings, mit welchen Steuerungsinstrumenten die notwendigen Entscheidungen im Management-Team effektiv und effizient erreicht werden können? Diese Frage stand im Mittelspunkt der jüngsten Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart, die von Mai bis Juni 2009 durchgeführt wurde. Im Rahmen einer Online-Umfrage wurden Geschäftsführer und Entscheider sowie Verantwortliche für interne und externe Kommunikation „interviewt“.

Große Einigkeit der Befragten besteht darin, dass Entscheidungen schneller, flexibler und über einen effizienteren Austausch mit internen und externen Anspruchsgruppen getroffen werden sollen. Schwierige Entscheidungen sind transparent und nachvollziehbar zu begründen, lautet das einhellige Urteil von rund 90% der Teilnehmer an der Studie „Turbulenz-Management“.

Veränderungsbedarf in der Unternehmenssteuerung ist enorm

Dabei ist das Leuten der Alarmglocken in diesen Zeiten nicht mehr zu überhören: Zwei Drittel der Befragten stellen negative Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Situation auf die eigene Branche fest. Zwar kommen laut der Studie beim aktiven „Gegensteuern“ Rationalisierungsprozesse, intensiveres Monitoring, Controlling und Reporting zum Einsatz.

Doch das scheint nicht mehr auszureichen: 80% der Umfrage-Teilnehmer sehen einen Veränderungsbedarf in der Unternehmenssteuerung, 58% im Bereich des Risikomanagements. Drei Vierteln der Studienteilnehmer würden hier durchaus finanzielle Mittel für neue Management-Instrumente und Management-Maßnahmen zur Verfügung stehen.

„Gefühlte“ Stimmung im und außerhalb des Unternehmens aktiv mitgestalten

Strategische Kommunikation wird für die Wahrnehmung des Unternehmens nach innen und nach außen ebenfalls als „kriegsentscheidend“ betrachtet. Allerdings erhält die aktuelle Unternehmens-Berichterstattung von knapp der Hälfte der Befragten eine schlechte Note. Dennoch könnten mit Hilfe gezielter und gestaltender Kommunikation auch in diesen Zeiten neue Perspektiven geschaffen werden – so die Meinung von rund 70% der Befragten.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:314494)