Speditionen IDS rundet den Palettenkreislauf ab

Die IDS Logistik GmbH, mit 43 Standorten und über 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Stückgutkooperation in Deutschland, hat ein neues System für das Clearing und die Transportoptimierung für Europaletten und Gitterboxen eingeführt. Wie es heißt, hat sich das System bereits im ersten Jahr bewährt: Die Rückführung leerer Paletten zum Versender verursache jetzt 30 % weniger CO2-Emissionen.

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Durch die Verknüpfung der Bordero- mit den Palettendaten bei IDS bekommt der Empfänger vorab online die Information, wie viele Paletten/Gitterboxen ihn am nächsten Tag erreichen.
Durch die Verknüpfung der Bordero- mit den Palettendaten bei IDS bekommt der Empfänger vorab online die Information, wie viele Paletten/Gitterboxen ihn am nächsten Tag erreichen.
(Bild: IDS)

Obwohl Paletten im Sammelguttransport unverzichtbar sind, würden doch alle Beteiligten gerne auf den Aufwand durch den Palettentausch verzichten. Der Zug-um-Zug-Tausch ist sehr verbreitet, aber nicht durchgängig etabliert. Er bedeutet in der Praxis, dass Spediteure und Frachtführer alle Paletten über Konten verwalten. „Diese Kontoführung haben wir innerhalb unseres Systems bereits 2011 stark vereinfacht. Sie verursachte entlang der Transportkette unnötige Kosten“, sagt Dr. Michael Bargl, Geschäftsführer bei IDS Logistik.

Die IDS-Partnerunternehmen arbeiten nach eindeutigen Spielregeln: Wer Paletten im System in Umlauf gibt, ist verpflichtet, diese auch wieder abzuholen beziehungsweise abholen zu lassen. Für die automatische Abwicklung nutzt IDS jetzt ein für Stückgutkooperationen neuartiges Clearing- und Transportoptimierungssystem, das als Eigenentwicklung entstanden ist.

Packmittelkonten werden automatisch be- und entlastet

„Das von Hand gepflegte System, bei dem zwischen den Partnern Gutschriften und Belastungen individuell durch Faxe, Formulare oder E-Mails abgewickelt wurden, ist komplett abgeschafft“, sagt Angelika Hinsch, Leiterin des IDS-Qualitätsmanagements. „Das neue Palettenclearing ist absolut zuverlässig. Alle Beteiligten haben es inzwischen als positive Veränderung in der Palettenabwicklung bestätigt.“

Wird eine Stückgutsendung in einem der 43 IDS-Depots verladen, dann wird die Paletten- und Gitterboxenanzahl dieser Sendung automatisch anhand der borderierten Daten und durch das Scannen im zentralen IT-System gebucht. Das bedeutet, die elektronischen Packmittelkonten von Ein- und Ausgangsdepot werden ent- beziehungsweise belastet. Dies erfolgt vollständig automatisch – für insgesamt rund 500.000 Europaletten und 20.000 Gitterboxen im Monat.

Jeder Partner erhält seine Palettenmenge am Monatsende zurück

Da im Systemverkehr auf jeder Relation auch in der Gegenrichtung Paletten und Gitterboxen bewegt werden, müsste zum Monatsende nur der Saldo zurücktransportiert werden, um für beide Depots die Konten auszugleichen. Das IDS-Clearing geht jedoch noch einen Schritt weiter: Es ermittelt am Monatsende einen einzigen Saldo für jedes der 43 Depots gegenüber dem Gesamtsystem. Jeder Partner erhält die von ihm in das System eingebrachte Menge, unter Berücksichtigung seiner eigenen Packmitteleingänge, zurück.

Nur ein Netzwerk-Saldo muss für die Paletten geführt werden

So muss ein Depot nicht Salden mit den 42 übrigen Depots führen, sondern nur einen einzigen Saldo gegenüber dem IDS-Netzwerk. Das System nutzt den Umstand, dass ein bestimmtes Depot zum Beispiel gegenüber einem Depot Palettenschulden hat, aber gleichzeitig Guthaben gegenüber einem anderen. Diese Guthaben und Schulden können für jedes Depot erneut saldiert werden. Die tatsächliche Stückzahl lässt sich so erheblich reduzieren.

Durch die zentrale Saldierung der 43 × 42 Depotbeziehungen konnten die zum Ausgleich nötigen Palettentransporte zwischen den Depots auf ein Minimum von nur noch rund 10 % aller Paletten verringert werden. Am Ende eines Monats muss im Normalfall die eine Hälfte der IDS-Depots ein Plus von durchschnittlich 50.000 Paletten zurückführen. Das entspricht rund 100 Komplettladungen. Die andere Hälfte der Depots benötigt diese Paletten, um sie ihren Versandkunden wieder zur Verfügung zu stellen.

Den CO2-Ausstoß um ein Drittel verringert

Welche Depots im Gesamtsystem Paletten abholen müssen, entscheidet ein cleveres Optimierungswerkzeug innerhalb des Programmes. Es schreibt verbindlich unter Einsatz moderner Operations-Research-Methoden vor, welches Depot von welchem Depot abholen muss. Das Verfahren konnte die Leerpalettentouren minimieren und so den CO2-Ausstoß bei den Ausgleichsfahrten um ein Drittel verringern.

„Weitere CO2-Optimierungen sind noch möglich“, so Bargl. Eine Voraussetzung wäre, dass die Kunden möglichst viele ihrer Empfänger überzeugen, sich am Zug-um-Zug-Tausch zu beteiligen. „Doch hier sind uns als Logistikdienstleister aufgrund der fehlenden Vertragsbeziehung zum Empfänger die Hände gebunden. So verbleibt beim Spediteur – trotz aller Optimierungsbemühungen im Netz – ein erheblicher Tauschaufwand.“

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