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Supply-Chain-Management Im Einkauf mehr sehen und schneller reagieren

| Autor / Redakteur: Gregor Maguth / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Hebel zu Verbesserungen der Visibilität im Einkauf sind vielfältiger Natur. Es gilt beispielsweise, lange Durchlaufzeiten durch manuelle Prozesssteuerung zu vermeiden. Intelligent automatisierte Datenauswertung schafft die Grundlage, rechtzeitig auf Planungsabweichungen reagieren zu können.

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Lange Durchlaufzeiten in der Beschaffung können sich negativ auf die Lieferbereitschaft und die Kundenzufriedenheit auswirken. Bild: 123RF.com
Lange Durchlaufzeiten in der Beschaffung können sich negativ auf die Lieferbereitschaft und die Kundenzufriedenheit auswirken. Bild: 123RF.com
( Archiv: Vogel Business Media )

Die immer stärker zunehmende Komplexität in den Lieferketten international agierender Unternehmen ist auch an den Einkaufsabteilungen nicht spurlos vorbeigezogen. Vor allem kurze Produktlebenszyklen und eine große Auswahl an Produkten, die wiederum in sich unterschiedlich konfigurierbar sind (Variantenvielfalt), verursachen eine steigende Anzahl an zu verwaltenden Materialnummern und Lieferanten. Eine mitunter hohe Volatilität auf der Nachfrageseite, beispielsweise in der Hightechbranche, beeinflusst zudem die Produktionsmenge und damit auch den Einkauf bei Lieferanten. Dies erhöht die Komplexität zusätzlich.

Manuelle Prozesse im Einkauf nicht optimal

Eine oft manuelle Steuerung und Planung der Prozesse wie auch stark eingeschränkte personelle Ressourcen bedingen lange Durchlaufzeiten in der Beschaffung mit häufig nicht optimalen Ergebnissen. Diese wiederum beeinflussen das Gesamtunternehmen sowohl in seiner allgemeinen Wirtschaftlichkeit als auch in seiner Lieferbereitschaft und der daraus resultierenden Kundenzufriedenheit negativ.

Dies führt zu langen Einkaufszyklen und der damit einhergehenden Problematik, dass man die vom Kunden erwartete Lieferzeit nicht hält. Daneben besteht die Gefahr, falsche Mengen oder Teile und Komponenten einzukaufen beziehungsweise nicht mehr beschaffen zu können. Im Ergebnis droht Produktionsstillstand oder man bleibt auf Überbeständen sitzen. Diese können in manchen Fällen noch vom Service übernommen werden.

Einkauf muss riesige Datenmengen bewältigen

Dort aber, wo bei Kunden der Neukauf eines technologisch höherwertigen Nachfolgers weit wichtiger ist als die Reparatur des bestehenden Geräts, hilft auch dieser Ausweg nur wenig. Fraglich ist oftmals auch, ob man als Einkäufer wirklich die beste am Markt angebotene Lieferantenalternative ausgesucht hat. Aus Zeitmangel konnten vielleicht nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Wie kann also der Einkauf in Zeiten riesiger Datenmengen und einer Unzahl an Supply-Chain-Partnern fit gemacht werden? „Visibilität erzeugen“ ist hierfür das Stichwort. Damit ist die Schaffung von Transparenz entlang der Einkaufskette gemeint und dies umfasst sowohl unternehmensinterne Prozesse als auch die angeschlossenen externen Partner im sogenannten „Inbound Supply“.

Intelligente Automatisierung ermöglicht dem Einkauf den Überblick

Wie wird diese Visibilität erzeugt und wo setzt man am besten an? Um das oben beschriebene Phänomen in den Griff zu bekommen, kann man natürlich Prozesse verschlanken und auf gewisse Komplexitäten einfach verzichten. Aber dabei stößt man relativ schnell an die Grenzen des Machbaren, da damit bestimmte exogene Faktoren nicht beeinflusst werden können. Zudem kann sich damit ein Unternehmen in seinem Produktportfolio so weit von den Marktanforderungen entfernen, dass die eigene Konkurrenzfähigkeit darunter leiden kann.

Der eigentliche Hebel muss deswegen ein anderer sein: Durch eine „intelligente Automatisierung“ der Datenauswertung gilt es, einen die Realität widerspiegelnden Überblick innerhalb einer so kurzen Zeitspanne zu erzeugen, dass rechtzeitig auf Planungsabweichungen und kurzfristige Änderungen reagiert werden kann.

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