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Supply Chain Finance In der Lieferkette steckt viel ungenutztes Kapital

| Redakteur: Jürgen Schreier

Deutsche Lieferanten könnten mithilfe von Supply Chain Finance (SCF) erheblich mehr Liquidität – die Rede ist von 44 Mrd. Euro – freisetzen. Das geht aus einer aktuellen Studie von Demica, einem Technologiespezialisten im Bereich von Betriebskapitallösungen, hervor.

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Phillip Kerle, Geschäftsführer von Demica: „Sei es in den aufstrebenden oder etablierten Märkten, SCF ist ein unverzichtbares Finanzierungsinstrument, das genutzt werden sollte, um das in der Lieferkette eingeschlossene Betriebskapital freizusetzen.“
Phillip Kerle, Geschäftsführer von Demica: „Sei es in den aufstrebenden oder etablierten Märkten, SCF ist ein unverzichtbares Finanzierungsinstrument, das genutzt werden sollte, um das in der Lieferkette eingeschlossene Betriebskapital freizusetzen.“
(Bild: Demica)

Durch SCF-Programme für deutsche Lieferanten könnten laut Demica-Studie in den Branchen Fertigung, Großhandel und Logistik Betriebsmittel von mehr als 44 Mrd. Eueo erschlossen werden. Im Vergleich dazu könnten sich französischen Lieferanten in denselben Wirtschaftssektoren zusätzliche Liquidität in Höhe von 43,5 Mrd. Euro verschaffen. Bei britischen Lieferanten liegt das Potenzial bei 8,8 Mrd. Euro.

SCF ist ein besonders kosteneffizientes Finanzierungsinstrument

Angesichts schwächer werdender Konjunkturentwicklung sowie des Entschuldungsprozesses, in dem sich westliche Banken noch immer befinden, wird in Mitteleuropa der Zugang zu herkömmlichen Bankkrediten zunehmend schwieriger und teurer.

Vor diesem Hintergrund erweist sich SCF nach Einschätzung von Demica als besonders kosteneffizientes Finanzierungsinstrument, um Lieferanten die dringend benötigte Liquidität sicher zu stellen. In Polen, der Tschechischen Republik und Ungarn ließe sich durch SCF für inländische Lieferunternehmen in den drei oben genannten Geschäftsfeldern zusätzliches Betriebskapital von über 16 Mrd. Euro freisetzen.

Zugangsbedingungen zu kostengünstigen Krediten für in Mitteleuropa ansässige Firmen wirken sich nicht nur auf örtliche Ökonomien aus. Sie sind auf übergreifender Ebene insbesondere auch für die deutsche Wirtschaft von Bedeutung. Die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Ländern in Zentraleuropa und Deutschland haben in den letzten zwei Jahrzehnten rapide zugenommen. Dadurch gehören viele mitteleuropäische Unternehmen inzwischen fest zur Wertschöpfungskette deutscher Unternehmen.

SCF verschafft großen Einkäufern bedeutsame Betriebsmittelvorteile

Die finanzielle Zuverlässigkeit und Widerstandsfähigkeit von diesen Lieferfirmen ist für deutsche Abnehmer von entscheidender Bedeutung. Denn sie sind auf deren zuverlässige Lieferung von Produktionsgütern und ihre Dienstleistungen angewiesen.

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