Suchen

Smart Factory

Industrie 4.0 - die Revolution in den Fabrikhallen hat schon begonnen

Seite: 2/4

Damit könnten dann hochkomplexe Abläufe dezentral betrieben und optimiert werden. Eine grundlegende Technologie dabei sind sogenannte Cyber-Physische-Systeme (CPS). „Physisch“ steht dabei für ein Produkt. „Cyber“ bedeutet, dass dieses Produkt mit anderen Produkten und dem Internet vernetzt ist und Produktionsprozesse aktiv beeinflussen kann.

Wenn der Rohling die Maschine beauftragt

Ein mögliches Szenario beschreibt Sebastian Schlund, Wissenschaftler am benachbarten Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Der neue Industrie-4.0-Alltag könnte demnach folgendermaßen aussehen: Ein Zulieferbetrieb erhält am Montag via Internet einen Auftrag über 600 Maschinenbauteile, die Freitagnachmittag beim Kunden sein müssen.

Sind die erforderlichen Rohlinge in der Produktion verfügbar, erhält jedes Teil einen RFID-Transponder, auf dem alle wichtigen Daten vorhanden sind und der sich über WLAN mit dem Internet verbinden kann – bei Industrie 4.0 spricht man in diesem Zusammenhang vom „Internet der Dinge“.

Die Teile fragen darüber dann im Maschinenpark nach: „Wer kann uns bearbeiten?“ Vier CNC-Maschinen melden sich in unserem Fall sofort zurück. Zwei antworten, dass sie bis Freitag ausgebucht sind. Die dritte Maschine teilt mit, dass sie gerade nichts zu tun hat und 400 Teile übernehmen kann. Die vierte Maschine erklärt, dass sie einen Tag später die restlichen 200 Teile schafft.

Das Produkt wird zum Beobachter und Akteur

Allerdings muss sie dafür umgerüstet werden. Sie schickt daher eine kurze Mitteilung auf die Smartphones der beiden dafür qualifizierten Mitarbeiter. Einer der beiden hat an dem Tag frei, lehnt die Anfrage daher ab. Sein Kollege bekommt das mitgeteilt und übernimmt den Rüstauftrag.

Während sich die Teile von den CNC-Maschinen in Form bringen lassen, haben sie längst schon mit dem Versand einen Verpackungstermin am Freitagmorgen vereinbart. Auch der Spediteur ist für 12 Uhr bestellt, um die Produkte zum Kunden zu bringen. Der hat sich übrigens am Donnerstag via Internet bei seinen Teilen erkundigt, wie der Stand der Dinge ist, und zufrieden festgestellt, dass alles nach Plan läuft.

Das entstehende Produkt steuert somit den Produktionsprozess selbst, überwacht über die eingebettete Sensorik die relevanten Umgebungsparameter und löst bei Störungen entsprechende Gegenmaßnahmen aus – es wird gleichzeitig zum Beobachter und Akteur.

(ID:35037390)