Friedhelm Loh im Interview

Industrie 4.0 – von der Vision zur Revolution

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Welche Rolle übernehmen für Sie die Mitarbeiter, wenn es um Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen geht?

Unsere Mitarbeiter sind ein entscheidender Faktor beim Thema Nachhaltigkeit. Deshalb binden wir sie auch aktiv ein und nutzen so die kollektive Intelligenz in unserem Unternehmen. Dabei helfen uns zwei Instrumente: Zum einen das dezentrale Ideenmanagement, über das alle Mitarbeiter Verbesserungsvorschläge einreichen können. Zum anderen den kontinuierlichen Verbesserungsprozess, bei dem für eine interne Problemstellung gemeinsam im Team eine Lösung erarbeitet wird. Nachhaltigkeitsfragen stehen dort oft auf der Tagesordnung. Notwendige Maßnahmen werden dann von Energiearbeitskreisen, die es in jedem Werk gibt, verfolgt und von internen Spezialisten umgesetzt.

Ganz besonders gut gelungen ist uns das im energieintensiven Bereich Lackierung. Dort haben wir in den letzten Jahren die Effizienz immer weiter verbessert – und zwar mit preisgekrönten Ideen von Mitarbeitern. So hatten zwei Mitarbeiter im Rahmen ihrer Weiterbildung zum Energiemanager den Prozess der Schaltschrank-Lackierung analysiert und auf deutlich mehr Effizienz getrimmt. Durch die Umstellung auf ein Nass-in-Nass-Verfahren und damit die Abschaffung von energieintensiven Trocknungsverfahren sparen wir jetzt jedes Jahr 485 t CO2. Das ist nicht nur sehr gut für unsere Umweltbilanz, sondern auch für die beiden Energiemanager: Sie haben für ihre Idee den Eurem-Award, die Auszeichnung „European Energy Manager of the Year 2010“ erhalten, und der hessische Wirtschaftsminister hat ihre Maßnahme als „Bestes Energieeffizienzprojekt“ gekürt.

In welcher Weise setzt sich Ihr Unternehmen für nachhaltige Produktionsprozesse ein?

Wir nehmen dabei immer sowohl unsere Kunden als auch unsere eigene Produktion in den Blick. Praktisch alle unsere Produkte sind auf höhere Energieeffizienz ausgerichtet. Das zeigt sich vor allem bei den besonders sparsamen Kühlgeräten für den Einsatz in Industrie und IT, mit denen große Kunden aus der Automobilindustrie bereits Einsparungen von bis zu 45 % im Vergleich zu herkömmlichen Geräten erzielen konnten. Das heißt: Produkte von Rittal unterstützen einen nachhaltigen Produktionsprozess bei unseren Kunden. Übrigens lassen wir jetzt unsere Kühlgeräte vom TÜV Nord zertifizieren. So haben unsere Kunden die Gewissheit, dass die Kühlung auch tatsächlich so wenig Energie verbraucht, wie auf dem Typenschild angegeben – ein Novum auf dem Markt. Und was unsere eigene Produktion betrifft, arbeitet unser Technisches Service Center laufend daran, die Produktionsprozesse zu optimieren, und zwar besonders auch in energetischer Hinsicht. Wir achten auf den Einkauf energieeffizienter Maschinen, Motoren und Kühlsysteme.

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