Hafenkrane

Innovation als Antwort auf neue Emissionsrichtlinien

| Autor / Redakteur: Jutta Klein-Wiele / Benedikt Hofmann

Zwei Hafenmobilkrane Terex Gottwald Modell 6 mit dieselelektrischem Antrieb, die in einem Hafen in Südamerika ihren Dienst tun.
Zwei Hafenmobilkrane Terex Gottwald Modell 6 mit dieselelektrischem Antrieb, die in einem Hafen in Südamerika
ihren Dienst tun. (Bild: Terex Port Solutions)

Auf dem jüngsten G-7-Treffen und im Vorfeld des Weltklimagipfels 2015 haben sich die führenden Industriestaaten darauf verständigt, die Nutzung fossiler Brennstoffe bis zum Jahr 2050 deutlich zu reduzieren. Bei Verbrennungsmotoren > 560 kW treten dadurch jetzt neue Richtlinien in Kraft.

Die gesteckten Klimaziele appellieren an die Innovationskraft der Hersteller von Verbrennungsmotoren und der Unternehmen, die, wie Terex Port Solutions (TPS), entsprechende Motoren einbauen. So soll in den kommenden zwei Jahren die in manchen Ländern bereits praktizierte schrittweise Absenkung von Emissionen aus Motoren für On-Road-Anwendungen (etwa Lkw) und sogenannter Non-Road-Mobile-Machinery, kurz NRMM genannt, zu denen auch Hafen-
umschlaggeräte gehören, ausgeweitet werden. Bei Motoren mit einer Leistung
< 560 kW sorgen die Auflagen seit geraumer Zeit für höhere Umweltfreundlichkeit – Regelungen auch für Motoren oberhalb dieser 560-kW-Marke werden bald in Kraft treten.

Forderung nach umweltfreundlichen Antriebstechnologien

Als innovativer Systemanbieter unterstützt TPS seit Jahren konkret die Forderung nach umweltfreundlichen Antriebstechnologien im Hafen. Dabei nutzt das Unternehmen unter anderem folgende Möglichkeiten:

  • Als Entwickler von Umschlaggeräten und -technologien betrifft ein wesentlicher Teil der Innovationsaktivitäten die Schaffung von emissionsarmen und wirtschaftlichen Antriebsalternativen zu Verbrennungsmotoren, zum Beispiel für Hafenkrane oder fahrerlose Transportfahrzeuge (AGV).
  • Als Verwender von maschinenbautechnischen Komponenten hat es TPS in der Hand, für seine Geräte diejenigen Verbrennungsmotoren auszuwählen, die sowohl den eigenen Umweltkriterien als auch den gültigen Emissionsstandards entsprechen.

Ziel ist es, Kunden nachhaltige Lösungen zu bieten, welche die weltweit bereits in Kraft befindlichen Regelwerke für Dieselmotoren (siehe Kasten) – einschließlich der Übergangsregelungen wie etwa TPEM (USA) oder das sogenannte Flexibilitätssystem (EU, EFTA, Türkei) – ebenso berücksichtigen wie zukünftige Regularien.

Den Unterschied macht dabei die jeweilige Motorleistung. Während die Abgaswerte von Verbrennungsmotoren < 560 kW bereits in den meisten Industrienationen reguliert sind, setzen bei Verbrennungsmotoren > 560 kW bislang nur die USA, Kanada und Singapur auf strengere Regelungen. Jedoch haben China und die EU bereits angekündigt, die Emissionsgrenzwerte bis 2016 beziehungsweise 2017 senken zu wollen. Da trifft es sich gut, dass TPS seinen Kunden innovative und bereits erprobte additive oder alternative Antriebslösungen bieten kann.

Herausfordernde Situation bei Dieselmotoren > 560 kW

Da die Marktbedingungen (Zugang, Wettbewerbssituation, Kosten) im Bereich der Motoren < 560 kW aufgrund des viel größeren Marktvolumens ungleich besser sind als bei NRMM-Dieselmotoren > 560 kW, sehen sich die Anbieter von Hafenumschlaggeräten vergleichsweise signifikant höheren Preisen für Motoren mit dem Standard „EPA Tier 4 final“ beziehungsweise „EU Stage IV“ gegenüber. Hinzu kommt, dass die Hersteller von Hafenumschlaggeräten es im Motorensegment > 560 kW mit technologisch sehr komplexen und baulich größeren Antriebsaggregaten (unter anderem Einsatz von Abgasnachbehandlungssystemen und Zusatztanks) zu tun bekommen. Das erfordert entsprechend mehr Bauraum und folglich gravierend veränderte Gerätekonstruktionen. Und auch was die Betreiber von Hafenumschlaggeräten mit Motoren > 560 kW angeht, so sehen sich diese nicht nur mit betriebswirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, sondern haben es auch mit strengeren Auflagen für Dieselkraft- (schwefelarm) und Zusatzstoffe (Adblue) zu tun.

So ist dann auch für die Betreiber von Hafenumschlaggeräten die Verschärfung der Emissionsrichtlinien nicht folgenlos. Sie müssen – auch und vor allem bei der Verlegung von Equipment in Länder und Regionen mit niedrigeren Emissionsstandards – darauf achten, dass die zum Betrieb der jeweiligen Geräte benötigte Kraftstoffqualität samt Zusatzstoffen am Einsatzort verfügbar sind.

Ergänzendes zum Thema
 
Wichtige Regeln für NRMM:

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