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Fahrerlose Transportsysteme Intralogistik im Dunkeln

| Redakteur: M. A. Benedikt Hofmann

Agfa Graphics baut seine bestehende Intralogistiklösung um ein weiteres fahrerloses Transportsystem (FTS) mit Gewichtsausgleich von Rocla Solutions aus.

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Bei Agfa Graphics kommt gut ein Dutzend verschiedener Palettengrößen zum Einsatz.
Bei Agfa Graphics kommt gut ein Dutzend verschiedener Palettengrößen zum Einsatz.
(Bild: Rocla)

Durch das Gegengewicht benötigt das FTS keine Stützschenkel und kann dadurch sehr nahe an der Fertigungsmaschine agieren. Das Unternehmen setzt bereits seit fast zehn Jahren auf die Systeme von Rocla. Die vorhandene Lösung wurde in dieser Zeit bereits zweimal erweitert. Das erste FTS musste in der Lage sein, im Dunkeln zu arbeiten, da es bei Agfa im Werk Pont à Marcq eingesetzt wird, in dem Offsetdruckplatten für die Druckindustrie hergestellt werden. Die Automatisierung der Fertigung erfolgte nach der Installation des FTS in mehreren Etappen. „Zunächst mussten wir den Rolltransport vom Lager zur Fertigungsmaschine automatisieren, die sich in einer Dunkelkammer befand, da wir früher Filme in der Dunkelkammer bearbeiteten. Damals vor fast zehn Jahren hörte ich zum ersten Mal von den FTS-Lösungen von Rocla. Unser allererstes FTS wurde 2005 geliefert. Das Projekt war ein voller Erfolg,“ erinnert sich Christian Roekens, der für die Fertigung und die interne Logistik bei Agfa Graphics verantwortlich ist.

Navigation per Laser

Rocla war nach eigenen Angaben einer von wenigen FTS-Herstellern weltweit, die in der Lage waren, eine derartige Lasernavigation zu entwickeln, die zum einen im Dunkeln funktioniert und zum anderen Licht verwendet, das die Filme nicht beschädigt. Zudem sind die Transportwege in alten Fabrikanlagen oftmals sehr eng und wenig ergonomisch. Früher kamen bei Agfa Graphics Kräne zum Einsatz und die Paletten mussten mit handbetriebenen Lagerstaplern hin- und herbewegt werden. „Unsere Mitarbeiter waren überaus froh und erleichtert, dass sie den Kran nicht mehr beladen mussten, da der Palettentransport mit den manuellen Staplern in den engen Bereichen stets eine große Herausforderung war und immer wieder Probleme auftraten,“ so Roekens weiter.

Verschiedene Palettengrößen

Zwei Jahre später wollte Agfa Graphics das FTS-System noch weiter ausbauen. Da das Unternehmen hervorragende Erfahrungen mit dem bestehenden System gemacht hatte, sollte die Zusammenarbeit mit Rocla weitergehen. Erneut zwei Jahre später musste die Anlage zum zweiten Mal erweitert werden, da die Paletten jetzt in den Hauptfertigungsbereich transportiert werden mussten. Bei Agfa kommt gut ein Dutzend verschiedener Palettengrößen zum Einsatz. Ein FTS muss dem Unternehmen zufolge in der Lage sein, sich automatisch auf weite oder enge Paletten einzustellen. Ebenso ist es unabdingbar, dass das FTS die Paletten präzise an der richtigen Stelle in der Fertigungsmaschine platziert.

Mitarbeiter immer miteinbezogen

Wie das Unternehmen erklärt, wurde das gesamte Personal in die FTS-Projekte miteinbezogen. „So erfuhr ich beispielsweise, dass der Rücktransport der leeren Paletten von der Maschine von Hand sehr beschwerlich ist. Früher mussten sie nur mit Muskelkraft die Paletten aufeinanderstapeln, eine Tätigkeit, durch die vor allem der Oberkörper stark beansprucht wird. Aus diesem Grund sollten die FTS diese Abläufe übernehmen. Heute wollen unsere Mitarbeiter ohne FTS nicht mehr arbeiten,” so Roekens. „Wir fragten unsere Ingenieure nach ihrer Meinung, bevor wir entschieden, wofür wir die FTS einsetzen wollten. Unsere FTS kommunizieren über unser WLAN. Wirklich kinderleicht. Und falls es doch einmal zu einem Problem kommen sollte, sind wir über Internet stets direkt mit Rocla verbunden.“

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