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Robotik Ist die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter eine industrielle Revolution?

Über 25 Jahre ist er mittlerweile bei Kuka und betreut dort insbesondere das Thema "feinfühlige Roboter": Manfred Gundel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kuka Roboter GmbH in Augsburg. Auf dem 30. Deutschen Logistik-Kongress sprach Gundel über die Megatrends der Rotober-basierten Automatisierung und die Zukunftsszenarien, die der Weltmarktführer daraus ableitet.

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Manfred Gundel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kuka Roboter GmbH: "Konzepte jenseites der Vollautomatisierung sind gefordert."
Manfred Gundel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kuka Roboter GmbH: "Konzepte jenseites der Vollautomatisierung sind gefordert."
(Bild: Maienschein)

Die Europäische Union will Gundels Worten zufolge den industriellen Produktionsanteil innerhalb der EU gegenüber den Dienstleistungen wieder stärken. Nicht alleine des demografischen Wandels wegen gehörten dazu unabdingbar Roboter. "Menschen brauchen Roboter, aber auch Roboter brauchen Menschen", so Gundel. Während der Kuka-Unternehmensbereich Roboter 50 % seines Umsatzes innerhalb der Automobilindustrie erzielt und die andere Hälfte aus der allgemeinen Industrie, sieht es im Unternehmensbereich Kuka Systems ganz anders aus: Dort werden rund 90 % im Automotive-Bereich erzielt. Das komplette Spektrum der Automation wird von Kuka angeboten. Das Unternehmen konnte 2012 mit etwa 7500 Mitarbeitern weltweit rund 1,8 Mrd. Euro Umsatz erzielen und kommt mit prognostizierten 16.300 verkauften Roboter-Einheiten in 2013 auf einen Weltmarktanteil von 15 %.

Die Lizenz zum Transportieren von Menschen

Das Augsburger Unternehmen hat sich vom reinen Maschinenbauer inzwischen zum mechatronischen Unternehmen entwickelt, und da lägen auch seine Stärken, so Gundel. "Wir sind das einzige Unternehmen weltweit, das die Lizenz hat, Menschen zu transportieren." Die Mechatronik-Kompetenz seines Unternehmens untermauern etwa die höhere Geschwindigkeit der Roboter und ihre höhere Bahntreue.

Die Megatrends der Roboter-basierten Automatisierung, also leichtgewichtige Roboter, der demografische Wandel und Nachhaltigkeit seien Treiber der Entwicklung. Dabei sei es wichtig, die Vorteile von Mensch und Maschine noch besser zu verbinden. Während der Mensch an seinem Arbeitsplatz sehr flexibel arbeiten können, gleichzeitig aber immer älter werde, sei der Roboter sehr produktiv, aber wenig flexibel. "Human-robotic cooperation" sei also das Schlagwort der Stunde.

Konzepte jenseits der Vollautomatisierung sind gefragt

Wenn man über den Einsatz von Robotern in der menschlichen Arbeitswelt spreche, gehe es auch immer um Schutzprinzipien in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Der menschliche Körper wird dabei in 15 unterschiedliche Zonen unterteilt, von denen der Kehlkopf der am meisten kritische Punkt sei.

Kuka hat dieses Gefährdungsszenario in unterschiedliche Cluster aufgeteilt, von Cluster 0 (der Mensch kann in eine Fertigungsinsel nicht eindringen, ohne dass die Produktion sofort zum Stillstand kommt) bis zu Cluster 6 (collaboration), wo Roboter automatisch im Montagebereich verfahren werden. "Konzepte jenseits der Vollautomatisierung sind gefordert", resümiert Gundel.

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