Zollsoftware

Wo Software für Logistiker unverzichtbar ist

| Autor / Redakteur: Dr. Ulrich Lison / Benedikt Hofmann

319 Entscheider und Experten aus Außenwirtschaft, Logistik und Supply Chain Management wurden für die „Global Trade Management Agenda 2016“ befragt.
319 Entscheider und Experten aus Außenwirtschaft, Logistik und Supply Chain Management wurden für die „Global Trade Management Agenda 2016“ befragt. (Bild: AEB)

Immer kürzere Lieferfristen, wachsende Komplexität durch grenzüberschreitenden Handel und bevorstehende rechtliche Änderungen: Diese Themen beschäftigen Logistiker laut einer Studie von AEB und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in diesem Jahr besonders.

Wie hat für Sie das Jahr 2016 begonnen? Ich liege mit Sicherheit nicht falsch, wenn ich vermute: mit viel Tempo. Geschwindigkeit ist für uns in der Logistik das Gebot der Stunde. Die Ansprüche von Kunden steigen. Sie verlangen immer schnellere Lieferungen. Ein Grund ist die Verringerung von Lagerbeständen, die zuverlässigen Nachschub ohne Verzögerung notwendig macht. Denn auch von unseren Kunden wird wiederum Termintreue bei der Lieferung erwartet. Diese Beschleunigungsspirale ist mehr als nur ein kurzlebiger Hype. Im Gegenteil: Die Verringerung von Durchlauf- und Lieferzeiten ist für Logistiker dieses Jahr zweifelsohne das Thema Nummer eins. Das belegt die Studie, die AEB gemeinsam mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Stuttgart durchgeführt hat. 319 Entscheider und Experten aus Außenwirtschaft, Logistik und Supply Chain Management haben wir für die „Global Trade Management Agenda 2016“ befragt. Für drei von vier Befragten hat das Thema Beschleunigung hohe oder sehr hohe Bedeutung.

Das ist wenig verwunderlich, steckt in der Verkürzung von Lieferzeiten doch die Chance, sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Angesichts des zunehmenden grenzüberschreitenden Handels sollten Logistiker auch die Zollabwicklung bei ihren Bemühungen um Beschleunigung in den Blick nehmen. Der Hebel für Beschleunigung liegt in durchgängigen Prozessen: Alle Rädchen der Supply Chain bis hin zur Zollabwicklung müssen nahtlos ineinandergreifen. Wer die Zoll- abwicklung mithilfe von Software weitgehend automatisiert und standardisiert, umgeht viele Quellen für Fehler und Verzögerungen.

Die Bedeutung der Aufgabe „Verringerung von Durchlaufzeiten“ (Angaben in Prozent).
Die Bedeutung der Aufgabe „Verringerung von Durchlaufzeiten“ (Angaben in Prozent). (Bild: AEB)

Risiken im internationalen Handel: Herausforderung Rechtssicherheit

Außer zur Beschleunigung leistet Software auch einen Beitrag zur Risikominimierung. Dies besitzt für 70 % der befragten Logistiker hohe oder sehr hohe Relevanz und nimmt damit auf der Agenda den zweiten Platz ein. Gerade die Zollabwicklung birgt im grenzüberschreitenden Handel viele Risiken. Unternehmen müssen hier unbedingt sicherstellen, dass sie rechtssicher agieren. Das ist nicht immer einfach, weil es in diesem Bereich häufig zu Änderungen kommt. Ein aktuelles Beispiel ist das gelockerte Handelsembargo gegenüber dem Iran. Mitte Januar wurde eine Reihe von Sanktionen aufgehoben, nachdem der Iran laut der Internationalen Atomenergiebehörde seinen Verpflichtungen zum Rückbau des Atomprogramms nachgekommen war. Unter anderem sind Investitions- und Lieferverbote rund um Erdöl, Erdgas, aber auch Schiffsausrüstung entfallen, ebenso wie Beschränkungen im Zahlungs- und Kapitalverkehr. Auch wenn der Wegfall von Beschränkungen in den Medien zum Teil durchweg als Erleichterung für den Handel mit dem Iran dargestellt wurde, bleiben Geschäfte mit dem Land am Persischen Golf eine komplexe Angelegenheit, zu deren rechtssicherer und reibungsloser Abwicklung ebenfalls eine durchgängige Logistiksoftware einen entscheidenden Beitrag leisten kann.

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