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Lkw Kallas' Versprechen – mehr Geld und stabile Prozesse

| Redakteur: Robert Weber

Die EU-Kommission will den Schwerlastverkehr ökologischer gestalten und fordert von der Industrie neue Designs und Konstruktionsansätze für Lastwagen. Nicht jeder Lkw-Bauer ist von den Plänen aus Brüssel begeistert. Die Politiker wollen mit Milliardenersparnissen und mehr Sicherheit punkten.

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MAN ist bereit für Siim Kallas. Die Münchener zeigten auf mehreren Messen schon ihre Lkw-Vision der Zukunft.
MAN ist bereit für Siim Kallas. Die Münchener zeigten auf mehreren Messen schon ihre Lkw-Vision der Zukunft.
(Bild: MAN)

Der Zeitpunkt war von der EU-Kommission medial unglücklich gewählt. Parallel zur größten Baumaschinenmesse Bauma verkündete EU-Verkehrskommissar Siim Kallas in der belgischen Hauptstadt seine Pläne für die Zukunft des Lkw-Verkehrs zwischen Porto und der weißrussischen Grenze.

Brüssel will neue Konzepte für den Lkw-Verkehr

In Brüssel will man mehr Aerodynamik im Schwerlastverkehr, mehr Sicherheit im Straßenverkehr und auch der Überladung hat Kallas den Kampf angesagt und verspricht der Logistikbranche reibungslosere Prozesse. Die Vorstände der wichtigen Nutzfahrzeugbauer und deren Pressesprecher waren zu diesem Zeitpunkt schwierig zu erreichen – Münchener Messestress und von dem politischen Vorstoß des Kommissars teilweise überrascht.

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Bei MAN stößt Kallas' Idee auf Zustimmung. Die Münchener arbeiten schon seit mehreren Jahren mit Partnern an neuen Fahrzeugkonzepten und Formen. Das dürfte Kallas freuen. Denn die Pläne der Kommission sehen unter anderem ein neues Design vor, das Kraftstoff sparen und für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen soll, heißt es in dem Vorschlag. Die Idee: Abgerundete Führerhäuser und neue Luftleiteinrichtungen würden die Kraftstoffkosten um einen vierstelligen Betrag sinken lassen. „Durch diese Änderungen wird der Straßenverkehr umweltfreundlicher und sicherer. Für die Verkehrsunternehmen bedeuten sie geringere Kraftstoffkosten und den europäischen Herstellern verschaffen sie einen Vorsprung bei der Konzeption des Lastkraftwagens der Zukunft, also eines umweltfreundlicheren Lkw für den globalen Markt“, sagte Kallas.

Daimler-Verantwortliche sind keine Fans vom runden Führerhaus

Den Herstellern soll es zukünftig erlaubt sein, Lkw-Fahrerhäuser mit abgerundeter Form zu konstruieren und Fahrzeuge mit Luftleitvorrichtungen am hinteren Teil des Anhängers auszustatten. Bisher setzte die Richtlinie 96/53/EG enge Grenzen für die Konstruktion. Mit ihr werden das höchstzulässige Gewicht von Schwerlastkraftwagen auf 40 t (44 t im kombinierten Verkehr) und die maximale Länge auf 18,75 m begrenzt. Allerdings gibt es Möglichkeiten, von diesen Obergrenzen abzuweichen, doch darüber entscheiden die einzelnen Mitgliedstaaten – im Einklang mit dem Subsidiaritätsprinzip und auf der Grundlage der örtlichen Gegebenheiten. In der Praxis stehen die geltenden Vorschriften jedoch mittlerweile der Einführung innovativer Konzepte – wie stärker abgerundeten Fahrerhäusern – im Wege, die für die Erhöhung der Kraftstoffeffizienz und der Sicherheit entscheidend sind, ist Kallas überzeugt. Die Verantwortlichen von Daimler sind allerdings keine großen Anhänger von abgerundeten Fahrerhäusern. „Für uns liegt indes ein erhebliches Potenzial in der Verringerung der Verwirbelung am Heck des Fahrzeugs“, erklärt Raimund Grammer von Daimler. Mit mehr Aufwand, geringeren Einsparungsmöglichkeiten beim Verbrauch und gegebenenfalls Problemen in der Alltagstauglichkeit sind Veränderungen an der Fahrzeugfront verbunden, meinen die Schwaben.

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