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Robotisierung in der Logistik Kosten sinken um bis zu 40 % – 1,5 Mio. Arbeitsplätze in Eurozone bedroht

| Redakteur: M. A. Benedikt Hofmann

Laut einer Studie des Beratungshauses Roland Berger werden die Warenabwicklungskosten durch den verstärkten Einsatz von Robotern in der Logistik voraussichtlich um 20 bis 40 % sinken. Gleichzeitig sind viele Arbeitsplätze für ungelernte Kräfte gefährdet und es könnten allein in der Eurozone bis zu 1,5 Mio. Jobs entfallen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Of Robots and Men – in logistics: Towards a confident vision of logistics in 2025“.

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Im Rahmen der Amazon Picking Challenge sollen der Know-how-Austausch für Robotik zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gestärkt und Innovationen von Robotikanwendungen innerhalb der Logistik gefördert werden. Im Bild ist der Sieger-Robot der Amazon Picking Challenge 2015 von der TU Berlin in Aktion zu sehen.
Im Rahmen der Amazon Picking Challenge sollen der Know-how-Austausch für Robotik zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gestärkt und Innovationen von Robotikanwendungen innerhalb der Logistik gefördert werden. Im Bild ist der Sieger-Robot der Amazon Picking Challenge 2015 von der TU Berlin in Aktion zu sehen.
(Bild: Amazon)

Zu den Arbeitsplatzverlusten wird es vor allem dann kommen, wenn keine geeigneten Vorkehrungen getroffen, um diesen Prozess zu begleiten, so das Beratungshaus. Am stärksten betroffen sind die Bereiche Handel und industrielle Fertigung sowie ihre Logistikdienstleister. „Aus mikroökonomischer Sicht scheint klar, dass Robotisierung sinnvoll und unausweichlich ist. Doch ihre makroökonomischen Konsequenzen sind noch unklar“, sagt Martin Streichfuss, Logistikexperte und Partner von Roland Berger. "Dass die verlorenen Arbeitsplätze durch gesteigerte Wertschöpfung oder Exporte aufgewogen werden können, ist im Bereich der Logistik längst nicht so offensichtlich wie etwa in der industriellen Fertigung."

Gesamtkosten von Robotiklösungen sind rückläufig

Dank flexibel einsetzbarer und zusammenarbeitender Roboter wird die Amortisationszeit von Automatisierungslösungen in der Logistik schon bald auf unter drei Jahre fallen. „Die neue Technik sorgt schon jetzt dafür, dass Menschen und Maschinen ohne größere Umstellungen Seite an Seite in einem Lager zusammenarbeiten“, sagt Roland Berger-Partner Didier Brechemier. „Immer mehr Unternehmen überdenken deshalb ihre über Jahrzehnte gewachsene Arbeitsorganisation.“ Das operative Einsatzgebiet der Robotersysteme umfasst den Transport von Paletten, das Stapeln und Entstapeln, die Auftragsvorbereitung oder Palettierung und bald auch das Verladen. Logistikroboter haben sich demnach rasant weiterentwickelt, seit die Internetgiganten sie zu Speerspitzen ihrer Geschäftsausweitung gemacht haben. "Die Kosten sinken und die Lösungen werden immer ausgefeilter, sodass es wohl nicht mehr lange dauern wird, bis Roboter in großem Stile in der Lagerwirtschaft Einzug halten", prognostiziert Roland Berger-Experte Mehdi El Alami.

Die Kostenschwelle, ab der Robotiklösungen in den meisten Regionen Westeuropas wirtschaftlich rentabel sind, liegt derzeit zwischen 100.000 und 110.000 Euro pro System. Bis 2020 sollte der Preis vieler Anlagen der Studie zufolge unter 100.000 Euro liegen. Möglich wird dies dank der Entwicklung kostengünstiger Robotiklösungen durch Forschungsinstitute oder Startup-Ausgründungen. Sie sind beweglicher als die etablierten Giganten der Industrieroboterbranche und brechen den Markt mit

technologischen Innovationen auf. Durch die zunehmende Robotisierung erwartet daher die Logistikbranche eine Steigerung der Produktivität und höhere Gewinne. Die Kosten für die Warenabwicklung könnten durch den verstärkten Robotereinsatz um 20 bis 40 % sinken - abhängig von Faktoren wie etwa der Komplexität der Bestellvorbereitungsprozesse, der Bandbreite der Bestellungen und der Gestaltung des Lagers. In der Regel reicht dieser Produktivitätsgewinn aus, um die Investition in eine neue Robotiklösung zu finanzieren.

Vorbereitung auf den massiven Einsatz von Logistikrobotern

Angesichts dieser Entwicklungen sollten sich Europas Regierungen bemühen, ihre Länder als attraktive Logistikhubs in größeren Clustern zu etablieren. Denn ein Fokus auf schärfere arbeitsrechtliche Vorschriften würde die Kapitalrentabilität von Robotiklösungen eher weiter steigern und so ihre Verbreitung vorantreiben. Den Roland Berger-Experten zufolge sollte deshalb die Politik die Umstellung der Branche umsichtig begleiten, geeignete Rahmenbedingungen für einen ausgewogenen Robotisierungsprozess schaffen und die Logistikbranche ermuntern, ihr Geschäftsmodell vor dem Hintergrund dieser neuen Realität zu modernisieren. „Robotisierung sollte weniger als Problem, sondern vielmehr als die Lösung betrachtet werden, um die Attraktivität eines Logistikhubs zu steigern und seine Wettbewerbsposition zu verbessern", fasst Martin Streichfuss zusammen.

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