Logistikzentrum

Kroger modernisiert mit Witron-Technik

| Redakteur: Bernd Maienschein

(Bild: Witron)

Kroger ist weltweit der erste Kunde von Witron, der das automatische Order-Picking-Machinery-(OPM-)System installiert hat. Jetzt modernisierten die Oberpfälzer beim US-Einzelhändler eine Fremdanlage – in Rekordzeit.

Beinahe 98 Mrd. Dollar Umsatz, 375.000 Mitarbeiter – das sind die „Key Figures“ des US-amerikanischen Lebensmittel-Einzelhändlers The Kroger Co. mit Hauptsitz in Cincinnati im Bundesstaat Ohio, einem der größten Einzelhändler weltweit. Mit Witron verbindet das Unternehmen seit gut 15 Jahren eine vertrauensvolle intralogistische Partnerschaft, wie die bisher neun umgesetzten Automatisierungsprojekte zeigen. So war Kroger nicht nur einer der ersten Witron-Kunden auf dem US-Markt, sondern auch der erste Kunde weltweit, der sich für die Implementierung des automatischen Logistik- und Kommissioniersystems OPM (Order Picking Machinery) entschied. Heute arbeiten Witron-Systeme bei Kroger sowohl im Food-Retail-Geschäft als auch in der Drogerie-Sparte, im Trockensortiment genauso wie im Frische- und Tiefkühlbereich.

Witron mit „Fremd-Modernisierung“ beauftragt

Ende Oktober 2013 wurde seitens Witron das größte Modernisierungsprojekt bei Kroger abgeschlossen – mit einer anspruchsvollen Aufgabenstellung und äußerst engem Terminplan. Gerade einmal vier Monate blieben den „Refurbishment-Experten“ von Witron Zeit, dem in die Jahre gekommenen Nachschublager am Standort Layton wieder neuen Schwung zu verleihen – eine Anlage mit 12.800 Palettenstellplätzen, die vor 24 Jahren von einem Marktbegleiter erstellt und in Betrieb genommen wurde.

Nach vorausgegangener Umsetzungs-, Termin- und Notkonzeptplanung begann das Witron-Team um Brian Sherman im Juli mit dem Austausch von sieben Regalbediengeräten. Diese wurden durch sechs neue, 25 m hohe Dambach-Geräte mit Drehschubgabel ersetzt. Die siebte der 120 m langen Lagergassen blieb frei, um für zukünftige Wartungstätigkeiten eine bessere Zugänglichkeit der Anlage zu gewährleisten und um Kroger einen Rundgang um die automatisierte Anlage zu ermöglichen. Die neuen Regalbediengeräte wurden in das bestehende Hochregallager integriert und können sämtliche nordamerikanischen GMA-Paletten ohne zusätzliche Systempaletten bei einer hohen Ein-/Auslagerleistung von 46 Einzelspielen (Ein- und Auslagerung) je Regalbediengerät transportieren. Ebenso ausgetauscht wurde die ursprüngliche Vorzonen-Ein-/Auslagerfördertechnik und durch moderne Technik der Firma Binder ersetzt.

Umbau während des laufenden Betriebs

Abgelöst wurden auch die vorhandenen kundenseitigen S5-Steuerungen – ersetzt durch aktuelle S7-Steuerungstechnik. Sämtliche Fördertechnikbewegungen koordiniert nun ein neuer Witron-Materialflussrechner (MFC). Darüber hinaus entschied sich Kroger für eine moderne WMS-Lösung der Oberpfälzer zur Steuerung aller Abläufe im Hochregallager, anstatt des bisher genutzten Lagerverwaltungssystems eines US-Anbieters. Neben der Montage und Demontage koordinierte Witron als Generalunternehmer alle anstehenden Arbeitsschritte mit Lieferanten und Kunden. „Auch wenn das bestehende Logistikzentrum ursprünglich nicht von uns selbst realisiert wurde, konnten wir uns aufgrund unseres großen Sanierungs-Know-Hows schnell in alle Aufgaben-Details einarbeiten“, so Brian Sherman. „Dies war entscheidend, um die engen Zeitvorgaben einhalten zu können.“

Die Umbau- und Inbetriebnahmearbeiten für das Nachschublager fanden während des laufenden Betriebs statt – in Nachtschichten, an Wochenenden und in der betriebsfreien Zeit. „Kroger beliefert aus dem Standort in Layton mehrere hundert Shops. Daher durfte die angebundene Kommissionierung in keinster Weise beeinträchtigt werden, denn der Name Kroger steht in den USA als Qualitätsbegriff für einen hohen Filial-Service“, erläutert Sherman. Deshalb entschieden sich die Witron-Experten für einen schrittweisen Tausch der Komponenten. „Ausschlaggebende Erfolgsstrategie war die paarweise mechanische Deinstallation und Neuinstallation der Regalbediengeräte inklusive der dazugehörigen Ein-/Auslagerfördertechnik – dazu die zeitgleiche Inbetriebnahme von SPS und MFC mit anschließender Produktivsetzung“, so Sherman.

Das Vertrauen hat sich bewährt

„Obwohl wir wussten, dass weltweit schon sehr viele Anlagen unterschiedlichster Branchen und Größenordnungen von Witron modernisiert wurden, kannten wir das Unternehmen bisher weitestgehend als Generalunternehmer für unsere neun Mechanisierungsprojekte, wo wir mit Witrons innovativster Kommissioniertechnologie arbeiten“, so Kroger- Projektleiter Steve Kelly. „Hinsichtlich Modernisierungsprojekten gab es logischer Weise aktiv nur wenige Berührungspunkte zu Witron – die gemeinsam umgesetzten Projekte sind ja noch relativ neu. Dennoch haben wir uns parallel zu den Gesprächen mit anderen Logistik-Generalunternehmern die Witron-Herangehensweise an eine solche Aufgabenstellung angehört“. Und Witron hat mit seinen Ideen in allen Punkten überzeugt: Hinsichtlich Know-How, Konzept, Umsetzungsstrategie und auch beim Preis. „Unser Vertrauen wurde belohnt. Das Projekt wurde pünktlich abgeschlossen und die Kollegen in der Kommissionierung und somit unsere Kunden in den Filialen haben von der Umstellung fast nichts mitbekommen.“ So kann Kelly positiv in die Zukunft blicken. „Mit der neuen IT, Steuerung und Mechanik ist das Hochregallager in Layton jetzt wieder auf dem neusten Stand der Technik.“

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