Konjunktur

Lage gut, Zukunft schlecht?

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Konzentration auf das Ausland

Ein ganz ähnliches Konjunkturbild zeigen die Einschätzungen der Logistikanwender in Industrie und Handel. Auch hier deuten die Umfrageergebnisse auf ein leicht gedämpftes, insgesamt aber immer noch sehr starkes Schlussquartal hin (Rückgang der Lageeinschätzung um 6 auf 147,4 Punkte). Während die Auslastung der Eigenlogistik nachgab, hat sich die Kapazitätsverfügbarkeit im Markt sogar noch etwas verknappt, was die korrespondierenden Angaben der Dienstleister bestätigt.

Demgegenüber haben sich – analog zu den Ergebnissen auf der Anbieterseite – alle Erwartungskomponenten verschlechtert. Positive Impulse werden in den nächsten zwölf Monaten am ehesten noch von grenzüberschreitenden Logistikbedarfen erwartet, während das Inlandsgeschäft nahezu stagnieren dürfte.

Trotz deutlicher Abschläge halten die Befragten per Saldo immer noch an ihren Kapazitätsausbauplänen und der Aufstockung des Personalbestandes fest. Auch die leichte Tendenz zum Outsourcing von Logistikleistungen ist weiterhin intakt.

Eurokrise erreicht Logistiker

Der scharfe Einbruch der Geschäftserwartungen dürfte auch von der Verunsicherung über die weitere Entwicklung im Euroraum herrühren. Darauf deuten die Ergebnisse der Sonderfrage hin. Rund 60% der Befragten sehen die ökonomische Stabilität Deutschlands durch den Prozess der fortwährenden Aufstockung von Rettungspaketen und den sich daraus ergebenden Garantiepflichten gefährdet.

Eine erkennbar tragfähige Lösung für überschuldete Mitgliedsländer ist somit eine zentrale Voraussetzung dafür, dass die öffentlichen Haushaltskrisen der betroffenen Länder nicht stärker auf die Realwirtschaft in Deutschland durchschlagen.

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