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Transport Logistic 2015 Lage, Lage, Lage – ein neues Bezahlmodell für Aussteller

Im Jahr 2013 haben sich die Deutsche Messe AG und die Messe München GmbH darauf verständigt, sich gegenseitig bei ihren Logistikmessen zu unterstützen. Dr. Andreas Gruchow, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG, stellt sich unseren Fragen zur Kooperation.

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Dr. Andreas Gruchow ist seit April 2008 Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG. Gruchow verantwortet die Weltleitmesse Cemat sowie alle internationalen Cemat-Messen – der jüngste Cemat-„Ableger“ findet parallel zur „tl“ vom 5. bis 7. Mai in Sydney (Australien) statt.
Dr. Andreas Gruchow ist seit April 2008 Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG. Gruchow verantwortet die Weltleitmesse Cemat sowie alle internationalen Cemat-Messen – der jüngste Cemat-„Ableger“ findet parallel zur „tl“ vom 5. bis 7. Mai in Sydney (Australien) statt.
(Bild: DMAG)

Herr Dr. Gruchow, nachdem Sie zur letzten Transport Logistic im Jahr 2013 erstmals mit der „Cemat@Transport Logistic“ mit Ihren Kollegen von der Messe München kooperiert haben, halten Sie auch 2015 an diesem Konzept fest. Was hat Sie in Ihrer Entscheidung dabei maßgeblich bestärkt?

Dr. Gruchow: Es hat sich gezeigt, dass diese Kooperation für beide Seiten und die gesamte Logistikbranche Vorteile und gute Synergien mit sich bringt. Daher werden wir die „Cemat@Transport Logistic“ auch in diesem Jahr durchführen, um in München die gesamte logistische Wertschöpfungskette abzubilden. Wir bieten unseren Kunden damit eine jährliche Messepräsenz sowie den Zugang zu neuen Besucherzielgruppen. Auch die Präsenz der klassischen Transport-Lo-gistic-Aussteller auf der Cemat hat sich bewährt und wird zur Cemat 2016 weiter ausgebaut.

Was ist der wesentliche Grund für Sie, die zweite „Cemat@Transport Logistic“ nicht mehr in einer Extramessehalle zu veranstalten, sondern die angestammten Intralogistikaussteller auf verschiedene Messehallen mit Dienstleistern und Anbietern von Logistiksystemen zu verteilen?

Gruchow: Die Intralogistikhalle hat nicht so funktioniert, wie wir uns das ursprünglich vorgestellt haben. Die Halle hatte eine Randlage zur Transport Logistic und lag nicht im Rundlauf der Besucher. So konnten die Besuchersynergien nicht in dem eigentlich möglichen Maße ausgeschöpft werden. Aus diesem Grund haben wir das Konzept gemeinsam mit den Kollegen aus München angepasst und sogenannte Intralogistikinseln in den einzelnen Hallen der Transport Logistic geschaffen. Mit dieser Integration werden die „Cemat@Transport-Logistic“-Aussteller so positioniert, dass sie im Besucherfluss liegen und so die Messebesucher wesentlich gezielter ansprechen können und mehr integraler Bestandteil als Anhängsel der Messe sein werden.

Wie stark haben sich die Transport-Logistic-Messebesucher vor zwei Jahren für intralogistische Themenstellungen interessiert? Nicht immer sprechen Intralogistik und Distributionskanäle ja dieselbe Sprache. Gibt es da Fortschritte?

Gruchow: Losgelöst mögen es unterschiedliche Besucherzielgruppen sein, die von Unternehmen der Intralogistik und der externen Logistik angesprochen werden, aber es gibt viele und vor allem wachsende Schnittmengen – und die adressieren wir auf der Messe. Taktgeber für die gesamte Logistik sind letztendlich die technischen Innnovationen in immer vernetzteren Logistikketten und genau zu diesem Thema haben die Cemat-Aussteller viel zu bieten. Die Logistik ist einem stetigen Wandel unterworfen und muss immer schneller und flexibler reagieren, dafür werden IT-gestützte Systeme benötigt. Hinzu kommt das Konzept Industrie 4.0 oder auch Logistik 4.0: Flurförderzeuge werden beispielsweise künftig intelligent und für cyber-physische Systeme und Cloud-Applikationen erreichbar. Sie erfassen Mitarbeiter, Lagergassen und Paletten digital in Echtzeit und können entsprechend gesteuert werden beziehungsweise sich selber steuern. Industrie 4.0 wird im Übrigen auf der Cemat 2016 eines der ganz großen Themen sein.

Weit im Vorfeld Ihrer nächsten Kernmesse, der Cemat 2016, ist immer wieder von einem „revolutionären“ Preismodell der Intralogistik-Weltleitmesse die Rede. Was konkret verbirgt sich dahinter?

Gruchow: Wir haben das neue Preismodell eingeführt, um unterschiedliche Platzierungen auch monetär entsprechend zu berücksichtigen. Ob Sie ins Fußballstadion oder in die Oper gehen, einen Shop in einer Mall mieten oder eine Anzeige in einer Zeitschrift schalten – überall zahlen Sie je nach Platzierung unterschiedliche Preise. Dies berücksichtigen wir nun auch bei unserer Preisgestaltung. Von nun an entscheiden nicht mehr nur die Standgröße und die offenen Seiten über den Quadratmeterpreis, sondern auch die Lage in einer Halle. Und da unterscheiden wir zwischen den Kategorien Premium, Advanced und Business. Aus unserer Sicht bringt das für alle Aussteller mehr Transparenz und vor allem Wahlmöglichkeit in der Preisgestaltung. Wir erwarten eine größere Kundenzufriedenheit, da der Aussteller frühzeitig festlegen kann, wie er Kosten und Besucherläufe für sich abwägen möchte. Ferner wollen wir auch Aussteller unterstützen, die nachweislich Besucher auf die Messe bringen.

* Das Interview führte Bernd Maienschein, Chefredakteur MM Logistik

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