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Lagerlogistik im Mittelstand – WM vs. EWM und S/4HANA

| Autor/ Redakteur: Meik Brand / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

SAP bringt mit S/4HANA Schwung in die Logistik. Das Extended Warehouse Management (EWM) ist in den Kern der neuesten Business-Suite integriert. Welche Vorteile das der Lagerwirtschaft bietet und welche Warehouse-Management-Tools je nach Anforderung infrage kommen, schildert der nachfolgende Beitrag.

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Mit SAP EWM lassen sich komplette Wegstrecken abbilden und Stufen einbauen, um Waren- und Materialflüsse optimal zu steuern.
Mit SAP EWM lassen sich komplette Wegstrecken abbilden und Stufen einbauen, um Waren- und Materialflüsse optimal zu steuern.
(Bild: Filip Krstic/Shutterstock.com)

SAP und die Lagerwirtschaft gehen bereits seit Jahrzehnten Hand in Hand. Ob Enterprise Ressource Planning (ERP), Supply Chain Management (SCM), Transport- oder Warehouse Management (TM/WM): SAP liefert die Lösung, die alle Welten miteinander vereint. Wer logistische Bewegungen mit SAP abbildet, profitiert von durchgängig digitalen Informationsflüssen und optimiert Abläufe. Jederzeit wissen, wie viel, wo, wann und wie unterwegs, eingelagert, bestellt oder verkauft ist – mit SAP kein Problem. Darum hat die Bundesvereinigung Logistik die Waldorfer Software 2016 und 2017 als „Beste Logistik-Marke“ ausgezeichnet.

Reduzierter Pflegeaufwand

Das SAP LES Warehouse Management, kurz WM, galt lange Zeit als der Standard für Logistik und Lager. Das 1993 erstmals unter diesem Namen eingeführte Modul ist direkt an den Kern des ERP-Systems angedockt. Es bietet einen über die Jahre stetig gewachsenen Funktionsumfang, den Anwender über eine große Anzahl an verfügbaren Partnern mittels Add-ons erweitern können. So lassen sich Funktionen realisieren, die das im Jahr 2005 von SAP vorgestellte Extended Warehouse Management, kurz EWM, ab dann standardmäßig an Bord hat. Wer beispielsweise Maschinensteuerungen anbinden möchte, greift beim EWM auf ein vordefiniertes Set an Bausteinen zu. Fast auf Knopfdruck lassen sich Kleinteilelager oder Flurfördertechnologien integrieren. Die funktionalen und prozessualen Vorlagen reduzieren zudem den Pflegeaufwand, den stärker individuell ausgeprägte Systeme erfordern.

Das EWM ist, im Gegensatz zum WM, kein Modul im ERP, sondern ein eigenständiges System. Anwender installieren ERP und EWM auf zwei unterschiedlichen Instanzen. Das heißt: Kaufmännische und logistische Transaktionen sind nicht nur operativ, sondern können auch physisch voneinander getrennt betrieben werden. Über Schnittstellen müssen beide Systeme kontinuierlich etwa Stamm- und Bewegungsdaten abgleichen oder Belege austauschen und duplizieren. Ein fehleranfälliges, aber unvermeidbares Verfahren, um das Last- und Latenzverhalten des Gesamtsystems nicht zu beeinträchtigen: Fährt das ERP-System umfangreiche Reportings, bleibt die Performance des Lagers davon unberührt – und umgekehrt.

Standardisierte Schnittstellen

Das EWM ist Bestandteil der Supply- Chain-Execution-Platform von SAP (SAP SCE), einer Plattform für die Logistik. Branchenspezifische Applikationen und ein eigenes Event Management für Track-&-Trace- Anwendungen lassen sich sehr bequem in die kaufmännischen Kernprozesse des ERP-Systems integrieren. Standardisierte Schnittstellen stehen bereit, um beispielsweise Zölle über SAP Global Trade Services abzufertigen oder Informationen in das SAP Customer Relationship Management zurückzuspielen.

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