Reinigungstechnik Lagerreinigung – rationell und energieeffizient

Redakteur: Volker Unruh

Sauberkeit am Arbeitsplatz ist kein Alleinstellungsmerkmal der Lebensmittel-, Pharma- oder medizintechnischen Industrie. Ein breites Angebot an Reinigungsmaschinen, die auch zeitgemäße Forderungen nach Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit erfüllt, hilft dabei, die unterschiedlichsten Industrie- und Lagerbereiche rein zu halten.

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Batteriebetriebene Kombi-Aufsitz-Scheuersaugmaschinen mit Kehrvorsatz und Walzentechnik werden zur Grundreinigung, Unterhaltsreinigung und zum Polieren von Flächen bis 10 000 m² eingesetzt.Bild: Kärcher
Batteriebetriebene Kombi-Aufsitz-Scheuersaugmaschinen mit Kehrvorsatz und Walzentechnik werden zur Grundreinigung, Unterhaltsreinigung und zum Polieren von Flächen bis 10 000 m² eingesetzt.Bild: Kärcher
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Technik von Reinigungsmaschinen hat in den letzten Jahren einen hohen Standard erreicht, betont Dr. Ralf-Hendrik Steinkühler, Leiter der Bereiche Marketing, Anwendungstechnik und Schulung bei den Hako-Werken: „Gravierende Verbesserungen in der Bedienerfreundlichkeit haben zu verstärkter Akzeptanz beim Bedienungspersonal geführt. Heutige Maschinen bieten einen ergonomisch durchdachten Arbeitsplatz, mit dem auch längere Einsatzzeiten kein Problem darstellen.“ Und doch hat sich die globale, gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den letzten zwei Jahren auch auf den heimischen Reinigungsmaschinen-Markt negativ ausgewirkt. Der Markt für Neumaschinen ist in allen Segmenten rückläufig.

Sauberkeit ist mehr als eine Zier

Sind die deutschen Unternehmen nun dabei, ein Klischee zu verspielen? Gehört etwa die in aller Welt so sehr geschätzte deutsche Sauberkeit bald der Vergangenheit an? Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Nein, der Wunsch nach Sauberkeit in Industrie und Handel nimmt sogar weiter zu, beobachtet jedenfalls Steinkühler.

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Allerdings ist die Erfüllung dieses Wunsches heute stark vom Kostenbewusstsein der Kunden geprägt, was zu neuen strategischen und technischen Überlegungen seitens der Hersteller von Reinigungsmaschinen führt: Gefordert sind wirtschaftliche Problemlösungen ohne Qualitätseinbußen in puncto Sauberkeit.

Die Problemlösungen konzentrieren sich dabei auf zwei Ansätze: den technischen und den strategischen. „Die Reinigungstechnik-Industrie kann sich den veränderten Rahmenbedingungen dadurch stellen, dass sie verstärkt Nutzungsalternativen anbietet, bei denen eine Maschine nicht mehr gekauft, sondern beispielsweise nur für einen bestimmten Zeitraum gemietet wird“, schlägt Steinkühler vor.

Ausgefeilte Finanzierungskonzepte sollen die Investition erleichtern

Tatsächlich bieten die führenden Hersteller inzwischen die vielfältigsten Miet-, Leasing- oder Finanzierungskonzepte an, die ihren Kunden die Anschaffung von Kehr-, Scheuer- oder Saugmaschinen erleichtern. Damit verbunden sind meist umfassende Analyse-, Beratungs- und diverse Dienstleistungen, die in Summe einen wirtschaftlichen und auch ökologisch vertretbaren Einsatz von Reinigungsmaschinen und -mitteln gewährleisten.

„Wir wollen unseren Kunden die richtige Lösung für ihr Reinigungsproblem bereitstellen. Dies können wir nur, wenn wir ihre Reinigungsprobleme im Detail kennen und dafür die richtige Maschine mit dem richtigen Zubehör und dem richtigen Reinigungsmittel anbieten“, bringt Christian May, Geschäftsführer professionelle Reinigungssysteme und Sprecher der Geschäftsführung der Alfred Kärcher Vertriebs-GmbH, die zunehmende Bedeutung des Experten-Know-hows auf den Punkt.

Mit Blick auf das eingesetzte Material ist zu beobachten, dass die Technik von Reinigungsmaschinen in den letzten Jahren einen hohen Standard erreicht hat. Immer mehr Geräte mit modularem Aufbau und hoher Variantenvielfalt werden am Markt angeboten und auch abgesetzt. Kurze Rüstzeiten und ein üppiges Angebot an Zubehör ermöglichen ein relativ kostengünstiges Umrüsten der Maschinen und ein Anpassen an den individuellen Kundenbedarf.

Lärmgedämmte Reinigungsmaschinen für geräuschsensible Bereiche

So werden beispielsweise für Einsatzgebiete mit besonders hohen Anforderungen an die Hygiene, wie Kliniken oder die Lebensmittelverarbeitung, Reinigungsmaschinen mit antibakteriell ausgestatteten Tanks angeboten. Für Anwendungen in besonders geräuschsensiblen Bereichen haben die Hersteller von Reinigungstechnik heute geräuschgedämmte Reinigungsmaschinen im Portfolio.

„Wir legen großes Augenmerk auf die Entwicklung umweltfreundlicher und zugleich effizienter Reinigungstechnologien“, nennt Christopher C. Brennecke, Marketingleiter der Nilfisk-Advance AG für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz, die hehre Zielvorgabe seiner Zunft. Und Christian May beschreibt das Ideal: „Die perfekte Bodenreinigungsmaschine ist die, die sich jeden Augenblick an die Verschmutzung, den Untergrund und die Bedürfnisse des Anwenders exakt anpasst.“

Moderne Walzentechnik macht Scheuersaugmaschinen kompakter

Tatsächlich ist man in der Praxis diesem Ziel schon recht nahe gekommen und selbst kompakte Geräte werden immer vielseitiger. Durch den breiten Einsatz der Walzentechnik, erläutert Christian May, könnten heute immer kleinere Scheuersaugmaschinen mit Vorkehreinrichtungen ausgestattet werden, womit sich zum Beispiel manuelle Vorreinigungen einsparen und auch strukturierte Böden deutlich effizienter reinigen lassen.

Möglich wird diese Vielfalt unter anderem durch eine neue, maschinenunabhängige Bürstkopf-Generation: Kunden können sich für Walzen- oder Scheibenbürsten in verschiedenen Arbeitsbreiten entscheiden – selbst nach dem Gerätekauf, zum Beispiel wenn sich Einsatzort oder Reinigungsaufgabe ändern. Hinzu kommen aber auch die inzwischen breit am Markt vertretenen automatischen Befüll- und Dosiersysteme für Wasser und Chemie und diverse Reinigungsprogramme, womit unterschiedlich verschmutzte Böden schnell und flexibel gesäubert werden können, und das zudem noch umweltfreundlich.

Neuartige Bürsten sollen Sauberkeit auch ohne Reinigungsmittel garantieren

Je nach Anwendung kann der Benutzer entscheiden, wie „grün“ er arbeiten möchte, erläutert Christopher Brennecke die ökologisch und ökonomisch wertvolle Reinigungsvielfalt am Beispiel eines von seinem Unternehmen angebotenen Systems: „Bei leichter Verschmutzung wird die Reinigungsmittelzufuhr ausgeschaltet, wobei innovative Bürsten und Pads absolute Sauberkeit garantieren.

Bei normalem Schmutz wird automatisch die richtige Menge an Reinigungschemie zugeführt. Das intelligente Dosiersystem bringt Wasser und Chemie erst unmittelbar vor den Bürsten zusammen, sodass ein schneller Wechsel zwischen klarem Wasser und Reinigungsmittel auf Knopfdruck möglich ist. Der Anwender benötigt somit 50% weniger Wasser, 35% weniger Reinigungsmittel und 20% weniger Zeit.“

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