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Supply-Chain-Optimierung Lean Production kann auch den Sondermaschinenbau optimieren

| Autor / Redakteur: Christoph Hummel / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Im Sondermaschinenbau sind viele Projekte mit hohem Entwicklungsaufwand verbunden, dessen Ergebnisse nur eingeschränkt auf andere Projekte übertragbar sind. Auch bei einem Präzisionswerkzeughersteller schmälerten entwicklungsintensive Projekte die Erträge. Mit Lean Production konnte nachgeholfen werden.

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Bild 1: Ultra Syncro: Zwei Werkzeuge sind synchron an einem Werkstück auf einer Arbeitsstation im Eingriff. (Bild: Bahmüller)
Bild 1: Ultra Syncro: Zwei Werkzeuge sind synchron an einem Werkstück auf einer Arbeitsstation im Eingriff. (Bild: Bahmüller)

Die Wilhelm Bahmüller Maschinenbau Präzisionswerkzeuge GmbH stellt in ihrem Geschäftsbereich Schleifmaschinen hochpräzise Produktionsrundschleifmaschinen her. Die Maschinen zur Innen-, Außen- und Simultanbearbeitung (Bild 1 und 2 – siehe Bildergalerie) werden beispielsweise bei der Herstellung von Dieseleinspritzsystemen benötigt. Wie bei vielen Sondermaschinenbauern drückte auch bei Bahmüller der hohe Entwicklungsaufwand nicht nur auf die Erträge, sondern verwandelte die auf Entwicklung und Konstruktion spezialisierten Mitarbeiter im Unternehmen in durchsatzlimitierende Engpassfaktoren.

Ein Team aus Wassermann-Beratern und Bahmüller-Mitarbeitern analysierte die Prozesse und stellte fest, dass die verfahrensbezogene Konstruktion und die Endmontage beziehungsweise Inbetriebnahme inklusive Software die durchsatzbegrenzenden Engpassfaktoren darstellten.

Bildergalerie

Viele Arbeitsschritte kommen ohne spezialisierte Mitarbeiter aus

Alle anderen Bereiche wie Einkauf, Fertigung und Vormontage lassen sich kapazitiv relativ schnell anpassen. Daraus ergab sich die Forderung, die Prozesse dahin gehend zu optimieren, dass der Deckungsbeitrag je Engpassstunde in Konstruktion und Endmontage maximiert werden kann.

Biss (Bahmüller integrierter Systemtakt) ist eines von zwei innovativen Projekten, die aus der Erkenntnis der Engpassfaktoren erwuchsen. Lean Production und Taktung scheinen auf den ersten Blick im Sondermaschinenbau nicht möglich, weil es für eine effiziente Taktung standardisierte Prozesse braucht. Genau diese sind aber im Sondermaschinenbau nicht erkennbar.

Prozessschritte für Lean Production auch beim Sondermaschinenbauer definiert

Bei Bahmüller analysierte man den Bau der komplexesten Maschine und konnte 500 Prozessschritte definieren. Dabei zeigte sich, dass für sehr viele Arbeitsschritte gar keine Spezialisten benötigt werden und diese im Sinne des Engpassgedankens neu bewertet werden konnten.

Eine Wertstromanalyse identifizierte 85 Verbesserungspunkte. So konnten durch eine Neuverteilung der Aufgaben viele Projektschritte ganz ohne Expertenbeteiligung organisiert werden. Viele dieser Prozessschritte ließen sich zudem parallelisieren. In anderen Punkten konnten im Sinne von Lean Production Laufwege und Suchaufwände erheblich reduziert und damit Durchlaufzeiten verkürzt werden.

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