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Kommissioniertechnik Lenken durch den Druck der Hände

Fahrzeuge in Logistikzentren werden sich künftig zur Arbeitserleichterung und für mehr Sicherheit intuitiver lenken lassen. Möglich machen sollen das „taktile“ Griffe von Fraunhofer-Forschern. Die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine wird erfühlbar.

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Am Augmented-Reality-Simulator „Taktile Interaktion“ werden experimental- psychologische Untersuchungen zu typischen Latenzzeiten durchgeführt.
Am Augmented-Reality-Simulator „Taktile Interaktion“ werden experimental- psychologische Untersuchungen zu typischen Latenzzeiten durchgeführt.
(Bild: Fraunhofer-IFF)

In Logistikzentren befördern bekanntlich alle möglichen Flurförderzeuge Lasten von A nach B. Bislang steuern die Mitarbeiter solche Gefährte über eine Bedienleiste mit fünf bis zehn Knöpfen. Da die vollgepackten Karren sehr schwer sein können, hat eine falsche Handhabung oftmals ernste Unfälle zur Folge. Künftig sollen sich die motorisierten Handwagen intuitiver bedienen lassen: mit taktilen Griffen, die Forscher am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und Automatisierung (IFF) in Magdeburg entwickeln. „Der Anwender lenkt das Gefährt allein durch den Druck seiner Hände“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Klaus Richter, Kompetenzfeldleiter am IFF. „War das Lenken früher sehr kraftaufwendig, verfügt unser Griff über eine Art Servolenkung.“

Drucksensoren erkennen die gewünschte Richtung

Das heißt: Die Mitarbeiter können den Wagen mit sehr wenig Kraftaufwand in die richtige Spur bringen. Möglich machen es Drucksensoren, die im Griff integriert sind. Da die Griffe für beide Hände mit Sensoren bestückt sind, erkennt der Wagen nicht nur, ob er geschoben oder gezogen wird. Indem die Software den Druck der rechten mit dem der linken Hand vergleicht, registriert der Wagen auch die jeweilige Richtung, die der Nutzer vorgibt. Wie viele Sensoren nötig sind, um das Gefährt gut lenken zu können, erforschen die Wissenschaftler derzeit – im Prototyp sind es zunächst vier Sensoren. „Wir wollen die Technik minimal halten, um auf diese Weise einen kostengünstigen Preis zu erzielen“, erklärt Richter.

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Taktiles Internet

Im „Internet der Dinge“ werden Objekte intelligent und kommunizieren untereinander. Diese Vision wird im „taktilen Internet“ ausgeweitet: Hier soll auch der Mensch mit seinen Verhaltensweisen in dieses Netz integriert werden, und zwar in Echtzeit. Anders gesagt: Die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine werden erfühlbar und reagieren simultan. Somit werden sie sicherer, effektiver und intuitiver. Voraussetzung für das taktile Internet sind daher sehr geringe Reaktionszeiten.

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