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Digitale Transformation Life-Sciences-Branche braucht neue Supply Chains

Redakteur: Jürgen Schreier

Life-Sciences- und Healthcare-Unternehmen müssen ihre Lieferketten neu ausrichten, wollen sie dem steigenden Kostendruck und der Verbrauchernachfrage nach nutzerfreundlichen und erschwinglichen Versorgungsmodellen begegnen. Eine DHL-Studie identifiziert sechs Top-Trends und -Technologien für eine erfolgreiche Transformation.

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3D-Druck im Krankenhaus: Das Modell einer Gussform für eine Beatmungsmaske wird beim Rapid-Mask-Verfahren mit einem 3D-Drucker gedruckt. Zuvor wurden die biometrischen Daten des Gesichts mit einem 3D-Scanner vermessen.
3D-Druck im Krankenhaus: Das Modell einer Gussform für eine Beatmungsmaske wird beim Rapid-Mask-Verfahren mit einem 3D-Drucker gedruckt. Zuvor wurden die biometrischen Daten des Gesichts mit einem 3D-Scanner vermessen.
(Bild: Thilo Schmuelgen)

Angesichts des steigenden Bedarfs und des hohen Kostendrucks im Life-Sciences-Sektor könnten moderne Lieferketten eine entscheidende Rolle in der erfolgreichen Transformation der Branche spielen. Zu diesem Ergebnis kommt die DHL-Studie „Future of Life Sciences and Healthcare Logistics‘ (‚Zukunft der Life Sciences und Healthcare-Logistik‘). Danach muss sich die Branche dringend neu aufstellen, um mit den sich verändernden Bedürfnissen der Patienten und neuen Technologietrends Schritt halten zu können.

Momentan ist es mit dem digitalen Reifegrad der Branche nicht sonderlich weit her. Sie liegt im Industry Digitization Index des McKinsey Global Institutes unter den 20 Prozent der Industriesektoren mit dem geringsten Digitalisierungsgrad und damit noch hinter dem öffentlichen Sektor.

Patientenorientierter Ansatz gewinnt an Bedeutung

„Der Life Sciences und Healthcare-Sektor befindet sich aktuell in einer Phase der Transformation seiner Betriebsmodelle und Logistikketten. Die Branche ist geprägt vom Kostendruck von Regierungen und Regulierungsbehörden, neuem Konsumentenverhalten sowie den Auswirkungen der Digitalisierung“, betont Bill Meahl, Chief Commercial Officer, DHL. „Für jene Unternehmen, die technologisch fortgeschrittene Lieferketten nutzen, wird es einen klaren Wettbewerbsvorteil geben, der letztlich den Unterschied zwischen reinem Überleben oder Wachstum ausmachen könnte.“

Die DHL-Studie gibt Einblicke in wesentliche Branchentrends und verdeutlicht, dass der zunehmend patientenorientierte Ansatz in der Gesundheitsversorgung komplexere, leistungsstärkere und kosteneffektivere Lieferketten erfordert. Sie identifiziert sechs wesentliche Supply-Chain-Trends und -Technologien, die den Unternehmen helfen können, auch in einem Umfeld erfolgreich zu sein, in dem der Bedarf schneller steigt als die Gesundheitsbudgets.

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Sechs transformative Trends und Technologien

Advancing Data Analytics (Big Data) verschafft Gesundheitsanbietern eine bessere Informationsgrundlage für ihre operativen Entscheidungen, indem sie alle Mitglieder eines Gesundheitssystems miteinander vernetzt und die Daten zusammenführt. Das ermöglicht eine bessere Bedarfsplanung und kann helfen, die Life-Sciences-Logistik und Life-Schiences-Lieferketten zu effektivieren.

IoT-Technologien sorgen für eine größere Transparenz und Vernetzung entlang der Lieferkette bei einer besseren Kontrolle der Vorratsbestände, was Verluste und Verschwendung reduziert. Gleichzeitig wird die stärkere Verknüpfung von physischen Produkten und Daten der Branche helfen, Diebstahl und Fälschung besser zu bekämpfen.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung der Online- und Homecare-Kanäle entwickeln Hersteller sogenannte Healthcare-On-Demand-Modelle für „medizinische Produkte auf Abruf“. Schätzungen zufolge wird der Online-Pharmamarkt bis 2023 auf 128 Milliarden US-Dollar anwachsen. Vor diesem Hintergrund werden auch die Distributionskanäle grundlegend neu strukturiert, zum Beispiel durch neue Direktbelieferungsmodelle sowie eine schnellere und flexiblere Zustellung auf der "letzten Meile".

Die Autoren der DHL-Studie sind ferner überzeugt, dass Life Sciences-Hersteller auch stärker in nachgelagerte Bereiche, vor allem Krankenhäuser, vordringen werden, um eine On-Demand-Lieferung von Geräten zu ermöglichen – von medizinischen Teilen bis zu Chirurgiekits.

Die Supply Chain wird zunehmend "roboterisiert"

Für eine bessere Bedarfsorientierung und Kostenkontrolle entlang der Supply Chain werden die Unternehmen vermehrt auf schnelle und präzise Robotertechnik und Automatisierung setzen. Das setzt personelle Ressourcen frei, die ansonsten durch monotone Routineaufgaben wie die Kommissionierung im Lager oder das Sortieren und die Analyse von Laborproben gebunden werden.

Auch Augmented Reality wird zum Einsatz kommen, um die Effizienz zu steigern. Neue Ansätze der Informationsdarstellung werden die Supply-Chain-Prozesse in vielen Situationen präziser und effizienter machen – von der Auswahl des richtigen Produktes aus den Lagerregalen bis zur Versorgung der medizinischen Teams mit übersichtlichen Patienteninformationen.

Der Einsatz des 3D-Drucks ermöglicht eine zunehmend individualisierte Herstellung und die Bereitstellung medizinischer Geräte und sogar Arzneimittel auf Abruf. Das führt zu neuen Behandlungsformen und einer Supply-Chain-Transformation mit vermehrter Produktherstellung nahe am Nutzer sowie dezentralen Produktionsnetzwerken.

Die Studie "The Future of Life Sciences and Healthcare Logistics" gibt Einblicke in die wichtigsten Trends und Technologien im Life Sciences-Sektor und zeigt anhand konkreter Beispiele auf, wie Unternehmen diese effektiv adressieren können. Die Studie ist in englischer Sprache online verfügbar unter www.dhl.com/futurelsh.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Industry of Things.

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