Continental Löwenzahn-Kautschuk mit Greentec Award 2014 ausgezeichnet

Redakteur: Jürgen Schreier

Das Entwicklungsprojekt „Rubin – Aufbruch zur Industrialisierung von Naturkautschuk aus Löwenzahn“ de Reifenherstellers Continental und des Fraunhofer Instituts für Molekularbiologie und angewandte Ökologie (IME) wurde mit dem Greentec Award 2014 prämiert. Die Jury würdigte damit positive Umwelteffekte.

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Im Gegensatz zum Gummibaum ist der besonders kautschukreiche russische Löwenzahn nicht auf tropische Klimate angewiesen.
Im Gegensatz zum Gummibaum ist der besonders kautschukreiche russische Löwenzahn nicht auf tropische Klimate angewiesen.
(Bild: Oscar Bjarnason)

Die Initiative wurde von einer 60-köpfigen Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Medien als herausragendes Beispiel für Umweltengagement und zukunftsweisende Umwelttechnologie in der Kategorie „Automobilität“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand zum Auftakt der weltweiten Leitmesse für Umwelttechnik Ifat am 4. Mai 2014 in München statt. Die Greentec Awards sind Europas größter Umwelt- und Wirtschaftspreis und werden seit 2008 in 14 verschiedenen Kategorien vergeben.

Russischer Löwenzahn statt Naturkautschuk

„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung für unser Löwenzahn-Kautschuk-Projekt. Continental treibt hiermit eine vielversprechende Technologie voran, deren volles Potenzial sich erst in einigen Jahren entfalten wird. In Anbetracht der zunehmenden Motorisierung in Wachstumsregionen wie Asien rechnen wir langfristig mit einem erheblichen Anstieg des Naturkautschukbedarfs“, sagte Nikolai Setzer, der im Continental-Vorstand für die Division Reifen verantwortlich ist. „Wir arbeiten mit Rubin daran, für diese steigende Nachfrage eine ökologisch, wirtschaftlich und sozial sinnvolle Lösung zu finden“, ergänzte Dr. Andreas Topp, Leiter Material- und Prozessentwicklung sowie Industrialisierung für Reifen bei Continental.

Im Gegensatz zum traditionellen Gummibaum sei der besonders kautschukreiche russische Löwenzahn, an dessen industrieller Nutzung Continental und IME arbeiten, nicht auf tropische Klimate angewiesen. Die anspruchslose Pflanze könne in vielen gemäßigten Breiten auf so genannten marginalen Flächen angebaut werden, die bislang landwirtschaftlich nicht nutzbar waren.

Positive Auswirkungen auf CO2-Bilanz und Bio-Diversität

Dazu Andreas Topp: „Dadurch verkürzen sich die Transportwege zu unseren Produktionsstätten und der weltweit wachsende Kautschukbedarf kann gedeckt werden, ohne dass weitere wertvolle Regenwaldflächen geopfert werden müssen. Beides hat nachhaltig positive Auswirkungen auf die globale CO2-Bilanz und die Bio-Diversität.“

„Diese positiven Umwelteffekte haben nicht nur die Jury der Greentec Awards überzeugt. Sie sind auch für uns Motivation und Treiber für dieses langjährige und herausfordernde Unterfangen“, unterstrich Dr. Carla Recker, Projektleiterin und verantwortlich für Materialchemie in der Reifendivision von Continental. Recker nahm zusammen mit Prof. Dr. Dirk Prüfer vom Fraunhofer IME die Auszeichnung in München vor rund 1000 Gästen entgegen.

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