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Personal Logistiker wehren sich gegen Sexualstraftäter

| Redakteur: Robert Weber

Rund 300 Logistiker und Hafenarbeiter weigern sich, mit einem Mann zusammenzuarbeiten, der wegen Missbrauchs seiner Stieftochter verurteilt wurde. Eine Kündigung durch den Terminalbetreiber Eurogate hob das Gericht auf. Eine Wiederaufnahme der Arbeit scheiterte. Ist der Betriebsfrieden in Bremerhaven gefährdet?

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Am Eurogate Terminal in Bremerhaven gibt es Ärger. Mitarbeiter weigern sich, mit einem verurteilten Straftäter zusammenzuarbeiten.
Am Eurogate Terminal in Bremerhaven gibt es Ärger. Mitarbeiter weigern sich, mit einem verurteilten Straftäter zusammenzuarbeiten.
(Bild: Tom Tom unter GNU Lizenz CC BY-SA 3.0, wikimedia)

Eurogate hatte gegenüber einem wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Mitarbeiter infolge von Ankündigungen der Belegschaft, mit ihm nicht weiter zusammenzuarbeiten, eine Druckkündigung ausgesprochen. Durch ein erstinstanzliches arbeitsgerichtliches Urteil wurde das Unternehmen verpflichtet, den Mitarbeiter weiterhin zu beschäftigen. Hiergegen hat der Terminalbetreiber wiederum Rechtsmittel eingelegt.

Mitarbeiter verließ das Unternehmensgelände

Im Rahmen der dem Unternehmen auferlegten Beschäftigungspflicht des Mitarbeiters hat ein Versuch der Arbeitsaufnahme am Freitag, 21. Juni 2013 stattgefunden. Diese scheiterte jedoch am Widerstand der Belegschaft. Es kam zur Arbeitsniederlegungen. Dieses führte zu einem längeren Betriebsstillstand. Die Wiederaufnahme der Arbeit durch die Belegschaft auf dem Terminal erfolgte erst, nachdem der Mitarbeiter das Unternehmensgelände wieder verlassen hatte.

Betriebsfrieden bei Eurogate gefährdet?

Zur Erfüllung der Beschäftigungspflicht sollte am heutigen Dienstag, 25. Juni 2013 erneut eine Arbeitsaufnahme stattfinden. Der betroffene Mitarbeiter entschuldigte sich kurzfristig mit Erkrankung. Am 25. machte die Belegschaft abermals deutlich, dass sie auch in Zukunft eine Zusammenarbeit strikt ablehnen werde. Man sehe den Betriebsfrieden massiv gestört. Eurogate solle dafür sorgen, dass der Mitarbeiter nicht mehr eingesetzt werde. Andernfalls könne mit weiteren Reaktionen gerechnet werden.

Eurogate prüfe alle Optionen des weiteren Vorgehens unter den gegebenen Umständen auf juristische Umsetzbarkeit, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

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