Studie Logistikimmobilien-Markt Deutschland boomt auch in der Krise

Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

In einer zur Fachmesse Transport Logistic 2009 erschienenen Studie zum Markt der Logistikimmobilien in Deutschland wird erstmals wissenschaftlich fundiert ein auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten boomender Wirtschaftsbereich analysiert und strukturiert, über den bisher nur ungenaue Kennzahlen und Daten vorlagen.

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Obwohl sich der deutsche Markt für Logistikimmobilien in den letzten Jahren enorm entwickelt hat, fehlte es bisher an wissenschaftlichen Grundlagen für eine umfassende Untersuchung der Branche. Es fehlen etwa einheitliche Definitionen für den Begriff „Logistikimmobilie“.

Die Studie „Logistikimmobilien in Deutschland — Markt und Standorte“ behebt seit kurzem diesen Zustand. Sie definiert unterschiedliche Typen von Logistikimmobilien, analysiert, strukturiert und beschreibt die wichtigsten und attraktivsten Logistikstandorte hierzulande und zeigt spezifische Markttrends auf.

Marktnahe Studienergebnisse dank renommierter Beteiligter

Grundlage der Marktberechnungen ist die vom Fraunhofer ATL entwickelte Logistikimmobilien-Datenbank mit über 5000 Einträgen. Für die Marktnähe der Studienergebnisse sorgen die beteiligten, durchweg renommierten Unternehmen: Deka Immobilien GmbH, Goldbeck International GmbH, ING Real Estate Investment Management GmbH, Jones Lang Lasalle GmbH sowie Prologis Germany Management GmbH.

„Als Immobilienmakler kommen wir aus der ‚mikroökonomischen‘ Sicht mit konkreten Markttransaktionen, während die Fraunhofer-Studie in weiten Teilen den ‚makroökonomischen‘ Weg geht und sich von dort der Realität nähert“, begründet Rainer Koepke, Leiter Industrie-Immobilien bei der Jones Lang Lasalle GmbH, die Teilnahme seines Unternehmens an der Studie. Gemeinsam mit den anderen Partnern hätte sein Haus die Studie aktiv unterstützt und mit Inhalten ergänzt.

Jones Lang Lasalle ist als Finanz-, Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen im Immobilienbereich weltweit mit rund 180 Büros vertreten und in mehr als 750 Städten in 60 Ländern tätig. Der Jahresumsatz des Unternehmens betrug im vergangenen Jahr 2,7 Mrd. Dollar.

Logistikimmobilien-Experten schätzen Untersuchung hoch ein

Auch Christian Bischoff, Managing Director Prologis Northern Europe, zeigt sich überzeugt von der Untersuchung: „Ein breiter Ansatz unter Einbeziehung aller relevanten Player im Markt und aufbauend auf bereits Vorhandenem hat nun zum Erfolg geführt. Ich bin sicher, dass diese Studie sich rasch zum Standardwerk der Branche entwickelt, und danke allen Mitwirkenden für die gelungene Arbeit“, so Bischoff.

Prologis verfügt als weltweit führender Anbieter von Logistikimmobilien über mehr als 44 Mio. m2 Lagerfläche in Nordamerika, Europa und Asien. Der Kundenkreis umfasst nach eigenen Angaben Hersteller, Handels- und Transportunternehmen, Logistikdienstleister sowie andere Firmen mit großem Distributionsaufkommen.

Genaue Auskunft über Stärke, Art und Lage der Immobilien

Laut Studie gibt es in Deutschland zum momentanen Zeitpunkt Logistikimmobilien von 330 Mio. m2, ±10%. Davon sind nach Berechnungen der Autoren etwa 15%, also 50 Mio. m2, dem investitions-relevanten Markt zuzurechnen.

Ein zentraler Teil der Untersuchung ist die Identifizierung von Logistikstandorten in Deutschland. Um die tatsächliche Relevanz einer Logistikregion zu ermitteln, wurden zwei Indizes zu Grunde gelegt: die Logistikattraktivität und die Logistikintensität einer Region.

Der Attraktivitäts-Index misst die Rahmenbedingungen beziehungsweise das Standortangebot für Logistikansiedlungen innerhalb Deutschlands auf Kreisebene. Der Intensitäts-Index gibt Auskunft darüber, welche Standorte innerhalb Deutschlands die höchste Logistikkonzentration aufweisen.

Logistikflächen und Logistikunternehmen auf fünfstelliger Postleitzahlen-Ebene angegeben

Da bei diesem Index die Regionen unter anderem hinsichtlich gebauter Logistikflächen und Anzahl angesiedelter Logistikdienstleister auf fünfstelliger Postleitzahlen-Ebene identifiziert werden, gibt die Studie erstmals umfassend und genau Auskunft darüber, welche Gewerbegebiete innerhalb der Top-Logistikregionen stark sind, welche Art von Logistik-ansiedlungen vorherrschen und wo diese liegen.

Die einzelnen Standorte können hinsichtlich ihrer logistischen Funktion laut Studie in vier unterschiedliche Standort-Typen eingeteilt werden. Hamburg, Bremen und Rhein-Main wurden wegen der hohen Attraktivität und Intensität sowie wegen ihrer logistischen Eignung von den Autoren als „globale Air & Sea Gateways“ klassifiziert. Als „europäische Gateways“ gelten die Regionen Niederrhein (Duisburg, Düsseldorf), Hannover und Nürnberg.

München, Berlin, Stuttgart, Kölner Bucht sowie das mittlere/östliche Ruhrgebiet zählen zu den „regionalen Versorgern“. Die übrigen Top-Logistikstandorte sind „Spezialisten“, die durch ihr bestimmtes Angebot für Investoren interessant sind.

Insgesamt vermittelt die Studie einen umfassenden Überblick über den Logistikimmobilien-Markt in Deutschland. Sie wird so zum Nachschlagewerk für alle Interessengruppen dieses Marktes.

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