Suchen

Supply-Chain-Management Logistikketten – es mangelt an der Verhütung

| Redakteur: Robert Weber

Was passiert im Ernstfall? Die Mehrheit der Unternehmen schützt sich nicht ausreichend vor Gefahren, die in den Logistikketten lauern. Das ist das Ergebnis einer Managementstudie, die sich auf Aussagen von über 600 Logistikern und Prozessmanagern bezieht.

(Bild: Port of Singapur unter CC BY-SA 2.0, wikicommons )

Die von Oracle in Auftrag gegebene Studie „Managing the Value Chain in Turbulent Times“ hat ergeben, dass die Mehrheit der Unternehmen in der Region Europa, Nahost und Afrika (EMEA) nicht ausreichend dazu in der Lage ist, ihre Wertschöpfungsketten vor unvorhergesehenen Ereignissen zu schützen. Im Rahmen der Untersuchung wurden 677 hochrangige Entscheidungsträger in großen Unternehmen in neun Ländern gebeten, die Betreuung ihrer Wertschöpfungskette zu beurteilen. Untersucht wurden wesentliche Aspekte des Value-Chain-Managements, wie der Umgang mit Risiken, die Verwaltung von Informationen, Innovation und Nachhaltigkeit.

Die Ergebnisse:

- Betriebsstörungen gehören heute zum Alltag: In den vergangenen zwölf Monaten hatten 63 % der Unternehmen in der Region EMEA mit Störungen ihrer Wertschöpfungskette durch unvorhersehbare Ereignisse zu kämpfen, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen, wie Störungen in der Wirtschaftsentwicklung (24 %), ungünstige Witterungsbedingungen (19 %) und dem Konkurs von Lieferanten (16 %). In Deutschland lag der Gesamtwert mit 73 % sogar höher als der EMEA-Durchschnitt.

- Hohe Verluste bei Ausfällen: Die Unternehmen brauchten im Schnitt 63 Tage, um nach dem Zwischenfall wieder zum normalen Betrieb zurückzukehren. Die Kosten beliefen sich auf durchschnittlich 520.000 Euro pro Schadensfall und beinhalteten Aufwände für entgangene Umsätze, verlorene Kundenaufträge, Produkt-Rückrufaktionen sowie die notwendigen Arbeiten, um die Wertschöpfungskette wieder aufzubauen. In Deutschland lagen die Kosten mit gut 350.000 Euro pro Vorfall unter dem Durchschnitt in der Region EMEA.

- Nachholbedarf bei der Risikobewertung: 75 % der Unternehmen gaben zu, trotz der Unterbrechung in der Wertschöpfungskette keine vollständige Risikobewertung für alle Elemente der Kette durchgeführt und somit finanzielle Verluste riskiert zu haben. Die Studie belegt eindrucksvoll, welche Auswirkungen ein solches Vorgehen hat: 58 % der Unternehmen, die keine umfassende Risikobewertung durchgeführt haben, waren von Störungen betroffen.

- Schwierigkeiten bei Kommunikation und Zusammenarbeit gefährden die Wertschöpfungskette: 82 % der befragten Entscheidungsträger räumten ein, dass Abteilungen oder Gruppen innerhalb ihrer Unternehmen es kaum schaffen, Informationen auf dem neusten Stand zu halten. Darüber hinaus erklärten 85 %, dass einige Abteilungen Schwierigkeiten haben, zeitnah Daten und Informationen zu Produkten und Dienstleistungen bereitzustellen. Dieser Mangel an Kommunikation ist eine große Herausforderung, wenn es um das Verständnis und die Verwaltung der Wertschöpfungskette geht.

- Unzureichende Technologie behindert effektive Kommunikation und Zusammenarbeit: Die Studie ergab weiterhin, dass eine schlechte Kommunikationsinfrastruktur für viele dieser Probleme verantwortlich gemacht werden kann. 61 % der Unternehmen gaben an, dass die interne Kommunikation und die Zusammenarbeit unter Daten- und/oder Technologie-Problemen leide. Und 56 % sind der Ansicht, dass diese Probleme auch die externe Zusammenarbeit und Kommunikation behindern.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 39224660)