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Streik Lufthansa: Auch bei Cargo geht nichts mehr

Wer sich mit dem Thema Luftfracht beschäftigt, für den dürfte der Slogan „Die Fracht braucht die Nacht“ nicht unbekannt sein. Derzeit wären die Verantwortlichen von Lufthansa Cargo froh, ihre Fracht tagsüber abfertigen zu können. Denn: Die mächtige Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ hat zum Streik aufgerufen – vom 2. bis zum 4. April.

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(Bild: Lufthansa Cargo)

Beeindruckend die Zahlen: Weltweit sind schätzungsweise rund 450.000 Fluggäste vom Streik betroffen. Im Frachtbereich macht sich die Arbeitsniederlegung nicht minder bemerkbar: Laut dem Pressesprecher von Lufthansa Cargo sind davon etwa 4500 t Fracht betroffen. Wer jetzt gedanklich blitzschnell umrechnet, ist aber auf dem Irrweg: Die zehn Kilogramm Frachtanteil pro Person, die sich bei diesen Zahlen geradezu aufdrängen, sind ausschließlich dem Zufall geschuldet. Grundsätzlich kann man sagen, dass etwa 50 % der Luftfracht, und da bildet Frankfurt keine Ausnahme, in Passagiermaschinen um die Welt jetten. Und wenn man bedenkt, dass Lufthansa zwischen 50 und 60 % des Flugverkehrs in Frankfurt bestreitet, kommt da schon ein erkleckliches Sümmchen sogenannter Belly-Fracht (Laderaum in Passagierflugzeugen) zusammen.

Trotz Streik läuft das Geschäft am Fraport weiter

Vom Pressesprecher des Flughafenbetreibers Fraport war zu erfahren, dass von 32 geplanten nur 14 Frachtflüge durchgeführt werden können – das gefällt weder den Kunden noch Lufthansa Cargo. Natürlich wird zusammen mit den Kunden geschaut, wie man Fracht verlagern kann. „Das komplette Geschäft läuft weiter, nur die Lufthansa wird bestreikt“, so der Fraport-Mann.

„Wir rechnen derzeit mit massiven Beeinträchtigungen im Flugbetrieb von Lufthansa und Lufthansa Cargo. Um die Auswirkungen für Sie als Kunden zu reduzieren, hat sich Lufthansa Cargo mit verschiedensten Maßnahmen auf diesen Streik vorbereitet und einen Sonderflugplan erarbeitet“, ist dann auch auf der Homepage von Lufthansa Cargo zu lesen. Dort ist genau nachzulesen, welche Frachterflüge, deren Abflug während der Streiktage geplant war, denn auch wirklich stattfinden werden. Weiter heißt es dort, dass die Anlieferung von gebuchten und bestätigten Sendungen an allen Standorten im Netzwerk von Lufthansa Cargo weiterhin möglich ist, sofern der gebuchte Abflug innerhalb von 48 Stunden nach Anlieferung liegt.

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