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Compliance Manager gegen Haftungsrisiken unzureichend abgesichert

Compliance steht für Regeltreue und meint insbesondere die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien in Unternehmen. Deutsche Unternehmen nehmen das Thema scheinbar nicht allzu ernst: Das Institut für Demoskopie Allensbach ermittelte, dass 65% über kein Compliance-Management-System (CMS), 42% nicht einmal über eine Compliance-Richtlinie verfügen.

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So sieht die „Compliance-Wirklichkeit“ in Deutschland aus. Bild: IfD-Allensbach
So sieht die „Compliance-Wirklichkeit“ in Deutschland aus. Bild: IfD-Allensbach
( Archiv: Vogel Business Media )

Für rund 80% der deutschen Unternehmen hat das Thema Compliance heute einen hohen Stellenwert. 41% der Firmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 250 Mio. Euro geben sogar an, dass dieser Stellenwert „sehr hoch“ sei. Doch den meisten sind Ausgaben rund um das Thema Compliance schlichtweg zu teuer, trotz verschärfter Regelungen zur Manager-Haftung. Das hat ein repräsentative Befragung von 253 deutschen Unternehmen im Auftrag der Kanzlei Kerkhoff Legal ergeben. Auszüge der Studie veröffentlicht exklusiv Dow Jones Deutschland.

Auswirkungen von Fehlentscheidungen wirken bis zu zehn Jahren nach

„Manager in Unternehmen, die keine Compliance-Maßnahmen getroffen haben, setzen sich heute einem großen Risiko aus“, sagt Anwältin Sabrina Keese, Partnerin bei Kerkhoff Legal. Nach aktueller Rechtsgrundlage können Manager heute noch bis zu zehn Jahre nach dem Ausscheiden aus einem Unternehmen für einstmals getroffene Entscheidungen haftbar gemacht werden. Dies schließt auch Entscheidungen der nächsten Managementebene ein, für die das obere Management Verantwortung getragen hat.

„Häufig haben Firmenlenker keinen detaillierten Einblick in die Entscheidungsstrukturen der nachgeordneten Ebenen, können aber dennoch für diese Entscheidungen verantwortlich gemacht werden“, sagt Keese. „Umso wichtiger ist es, durch klar definierte Regelungen das Haftungsrisiko möglichst gering zu halten.“

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