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Compliance

Manager gegen Haftungsrisiken unzureichend abgesichert

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Richtlinie nützt nichts, ohne Folgeprozesse zu definieren

Selbst beim Vorhandensein einer ausformulierten Compliance-Richtlinie existieren noch große Risiken für Manager. Denn zwar definieren viele Richtlinien, was erlaubt ist und was nicht; sie legen aber nicht dar, was bei einem Verstoß gegen sie passieren soll.

So geben 54% der Unternehmen an, dass es bei einem Compliance-Verstoß durch einen Mitarbeiter keine Richtlinien zum Umgang mit diesem Verstoß gebe, sondern willkürlich von Fall zu Fall entschieden werde. Nur knapp ein Viertel der Unternehmen hat angegeben, bei Verstößen klar definierten Richtlinien zu folgen. Ein Fünftel der Unternehmen verfolgt nach eigener Angabe bei Compliance-Verstößen eine „Null-Toleranz-Politik“.

„Eine Compliance-Richtlinie zu erstellen ist stets der erste und richtige Schritt“, sagt Anwältin Keese. „Aber die beste Richtlinie nützt nichts, wenn darauf aufbauend keine eindeutigen Prozesse definiert werden, wie Verstöße zu ahnden sind. Am Ende bleibt die Verantwortung dann doch wieder bei den Vorgesetzten hängen.“ Dies bestätigt die Befragung durch das Institut für Demoskopie Allensbach: In 54% der Fälle müssen sich Vorgesetzte verantworten, wenn Mitarbeiter gegen die Compliance-Richtlinie verstoßen.

CMS bündelt Vorschriften, Controlling und Maßnahmen

Compliance-Management-Systeme enthalten sowohl die in der Richtlinie definierten Vorschriften, ein ständiges Controlling dieser Vorschriften sowie Maßnahmen, wie mit Verstößen umzugehen ist. Unternehmen, die ein solches CMS implementiert haben, bündeln darin den Umgang mit Themen wie Korruption (64% halten das für „sehr wichtig“), Datenschutz (63%), wettbewerbswidrige Absprachen (55%), Interessenkonflikte des Unternehmens genauso wie von einzelnen Mitarbeitern (32%), die Annahme von Geschenken oder Einladungen (26%) ebenso wie ethische Grundsätze (23%).

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