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Logistikdienstleister Managergehälter: Kühne droht mit Abschied aus der Schweiz

| Redakteur: Robert Weber

In der Schweiz diskutiert die Öffentlichkeit über eine Initiative (1:12 Initiative), Managergehälter zu deckeln. Der Vorschlag, über den Ende November entschieden wird: Der Topverdiener in der Firma soll nicht mehr im Monat verdienen als der am schlechtesten entlohnte Mitarbeiter in einem Jahr. Logistiklenker Klaus-Micheal Kühne droht deshalb mit Abwanderung des Konzerns.

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Will Klaus-Micheal Kühne nochmal umziehen? Der Logistikmanager warnt vor deutschen Verhältnissen in der Schweiz.
Will Klaus-Micheal Kühne nochmal umziehen? Der Logistikmanager warnt vor deutschen Verhältnissen in der Schweiz.
(Bild: Archiv Vogel Business Media)

„Ich sehe nicht, wie wir unsere Topmanager dann noch nach den heutigen Massstäben bezahlten sollten. Unsere Erfolgsstory wurde jahrzehntelang von der Schweiz aus gesteuert. Das wäre dann wohl vorbei“, sagte Kühne im Interview mit der Zeitschrift „Bilanz“, das am Donnerstag vorab veröffentlicht wurde und in vielen Schweizer Medien aufgegriffen wurde.

Als die SPD das Ruder übernahm war Kühne weg

Kühne sieht die Gefahr, dass die Eidgenossen sich ein Beispiel an der Entwicklung Ende der 60er Jahre in Deutschland nehmen. Damals beschloss Kühnes Vater, den Sitz des Logistikriesen in die Schweiz zu verlegen. Wohl ein Grund: Die SPD übernahm die Macht in Bonn. „Gewisse Gesellschaftsschichten verlangen staatliche Eingriffe in die freie Wirtschaft, und das macht mir große Sorgen“, sagte Kühne.

Zur Initiative erklärte er: „Das ist das Letzte, was ich in einem so bürgerlich und konservativ ausgerichteten Land erwartet hätte.“ Allerdings zeigt Kühne auch Verständnis. „Bei der Konzernleitung sei er gegen feste Obergrenzen, aber alles was in Richtung 10 Millionen Franken geht, scheint mir für jeden Manager entschieden zu hoch, wo immer er auch arbeitet.“

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