Containerschifffahrt

Marco Polo zum ersten Mal in Hamburg

| Redakteur: Bernd Maienschein

Die weltgrößte Containerschiff „Marco Polo“ der französischen CMA CGM, aktuell die drittgrößte Reederei der Welt, hat als ersten kontinentaleuropäischen Hafen Hamburg angelaufen.
Die weltgrößte Containerschiff „Marco Polo“ der französischen CMA CGM, aktuell die drittgrößte Reederei der Welt, hat als ersten kontinentaleuropäischen Hafen Hamburg angelaufen. (Bild: HHLA)

Als erstes Großcontainerschiff mit einer Kapazität von über 16.000 Standardcontainern (TEU) hat die „CMA CGM Marco Polo“ den Hamburger Hafen angelaufen. Das neue Flaggschiff der französischen Reederei CMA CGM machte dort an einem Großschiffsliegeplatz des HHLA-Container-Terminals Burchardkai (CTB) fest.

Hamburg ist der erste kontinentaleuropäische Hafen, den die „Marco Polo“ auf ihrer Jungfernfahrt angelaufen hat. Der Containerriese ist 396 m lang und 53,6 m breit. Das größte Containerschiff der Welt verkehrt im FAL1-Dienst (French-Asia-Line) auf der bedeutendsten internationalen Handelsroute zwischen Fernost und Nordeuropa – dem wichtigsten Fahrtgebiet des Hamburger Hafens.

CMA CGM entscheidet sich bewusst für Hamburg

Mit der „Marco Polo“ übernimmt CMA CGM erneut eine Vorreiterrolle in der Schiffsgrößenentwicklung. Sie ist das erste von drei Schiffen dieser Größenklasse, die alle nach großen Entdeckern benannt werden. Bereits im Juli 2010 hatte die Reederei die „CMA CGM Christophe Colomb“, das damals mit 13.800 TEU größte Containerschiff, welches jemals den Hamburger Hafen angelaufen hat, bei seinem Erstanlauf in der Hansestadt am Burchardkai abfertigen lassen.

„Aufgrund der guten Hinterlandanbindung nach Zentral- und Osteuropa sowie der hervorragenden Transshipmentanbindung an den skandinavischen und baltischen Raum hat CMA CGM sich bewusst dazu entschieden, mit Schiffen wie der ‚CMA CGM Marco Polo‘ Hamburg anzulaufen. Wir müssen mit unseren Schiffen möglichst nah an unsere Kunden herankommen, welche den Hamburger Hafen ebenso schätzen wie wir. Die verzögerte Elbvertiefung erschwert es uns, eine verlässliche Abfertigung zu ermöglichen, da wir bereits heute die Elbe nur unter Einschränkungen befahren können, bedingt durch zeitlich eng begrenzte Tidefenster und den eingeschränkten Tiefgang für die immer größer werdenden Schiffe“, erklärte Reinhard Peschel, Geschäftsführer der CMA CGM Deutschland GmbH.

Kooperation aller Beteiligter ist sehr wichtig

Um die steigende Zahl von Schiffen mit mehr als 10.000 TEU auch künftig möglichst gut abfertigen zu können, wird die Kooperation zwischen allen Beteiligten im Hamburger Hafen und auf der Elbe weiter intensiviert. „Dabei setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit mit der Revierzentrale in Brunsbüttel, dem Oberhafenamt in Hamburg sowie den Elb- und Hafenlotsen. Um die Abstimmung noch weiter zu verbessern, stocken wir unsere gemeinsam mit Eurogate betriebene Feeder Logistik Zentrale personell auf, um von dort künftig auch die Koordination der Großschiffsverkehre zu unterstützen“, sagte Dr. Stefan Behn, HHLA-Vorstand für das Segment Container.

„Der Hamburger Hafen ist eine attraktive Drehscheibe für die ganz großen Schiffe, das zeigt jetzt auch der Erstanlauf eines 16.000-TEU-Schiffs. Damit er diese wichtige Funktion noch besser erfüllen kann, hoffe ich auf eine zügige Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts für den Start der Baumaßnahmen zur Fahrrinnenanpassung“, erklärte Claudia Roller, Vorstandsvorsitzende des Hafen Hamburg Marketing e.V. Roller beobachtet eine steigende Anzahl von außergewöhnlich großen Fahrzeugen (AGF) im Hamburger Hafen: 2011 waren es bereits 894 Anläufe von Seeschiffen mit einer Schiffslänge von mehr als 330 m und/oder einer Schiffsbreite von mehr als 45 m.

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