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Logistikimmobilien Maschinenbau entdeckt Logistik wieder

| Redakteur: Robert Weber

Die Unternehmen des Anlagen- und Maschinenbaus geben ihr Geld wieder vermehrt für Logistikimmobilien aus. Konnte das Neubauvolumen 2011 bereits deutlich zulegen, liegt die Bautätigkeit nach dem Einbruch von 2009 jetzt wieder bei über 65.000 m² pro Jahr. Jüngstes Beispiel: Gildemeister.

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(Bild: Weber)

Das ist das Ergebnis des Logistikimmobilien-Seismographen Oktober 2012, der vom Münchner Logistikimmobilienspezialisten Logivest in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services monatlich herausgegeben wird. Brach das Neubauvolumen nach Fertigstellung der geplanten Projekte im Maschinenbau in 2009 deutlich ein (von 143.000 m² Neubaufläche noch in 2008 auf gerade mal rund 38.200 m² in 2010), so erholte es sich 2011 auf knapp 58.000 m². 2012 liegt es bereits im Oktober bei rund 65.000 m², Tendenz noch steigend.

Kleine Flächen sind gefragt

Die Logistikansiedlungen im Maschinenbau konzentrieren sich ganz klar auf den Süden und Westen Deutschlands. Die Branchenhochburgen Schwaben, die Rhein-Neckar-Region und die Ballungszentren in Nordrhein-Westfalen sind besonders dicht mit Logistikflächen besiedelt, die vom oder für den Maschinenbau genutzt werden. Auffällig ist, dass der Anteil an kleinen Flächen unter 3000 m² mit 25 % vom Gesamtvolumen bei den stark produktionsorientierten Logistikzentren im Maschinenbau überdurchschnittlich hoch ist. Das erinnert stark an das jüngste Projekt von Gildemeister.

Hochregal am Hang

Der Maschinenbaukonzern hat in seine Produktions- und Logistikprozesse bei Deckel Maho in Seebach investiert. Rund 18 Mio. Euro flossen in Entwicklung, Montage und Logistik in Thüringen. Nach einem Jahr Bauzeit steht der neue Gebäudekomplex mit 10.500 m² und einem Hochregal am Hang. Auf 3000 m² entstand ein Hochregallager ohne Automatisierung und ein angrenzendes Großteilelager. Die Verantwortlichen vor Ort nutzen Flurförderzeuge von Still und im Hochregal vertrauen sie auf Fördertechnik von Lindig Fördertechnik.

Neues Zulieferkonzept

Im Hochregal und im Großteilbereich lagern 17.000 verschiedene Produkte. Der nächste Schritt von Deckel Maho ist es, die Zulieferer an die neuen Logistikkonzepte heranzuführen. In Zukunft erhalten diese eine Jahresplanung und eine Vier-Wochen-Vorschau und sollen dann direkt an die Produktion liefern. „Große Produkte sollen stundengenau angeliefert werden“, erklärte Hans-Günter Dose, Geschäftsführer der Deckel Maho Seebach GmbH. Kleinteile lagere man weiterhin im Hochregal und liefere diese im Kanban-Prinzip an die Produktion, heißt es. Durch die neuen Logistikprozesse will Deckel Maho die Durchlaufzeit weiter reduzieren.

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