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Maschinenbauer erwarten 7% Produktionsrückgang im Jahr 2009

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Auch das Exportgeschäft florierte im Berichtsjahr. Die Exporte kletterten nominal um 8% auf 147 Mrd. Euro (2007: 136 Mrd. Euro). „Die höchsten Steigerungsraten auf bedeutenden Exportmärkten konnten wir von Stand Januar bis November 2008 in den BRIC-Ländern erzielen“, sagte Wittenstein.

Schwellenländer kaufen Maschinen aus Deutschland

Die Exporte nach Brasilien wuchsen um 29,4%, gefolgt von Russland mit 26,5%, Indien mit plus 19% und China plus 14,3%. Unter Vorjahresniveau lagen die Maschinenlieferungen in die USA sowie Großbritannien, die Türkei und Südkorea.

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Davon habe auch der Arbeitsmarkt profitiert, wie Wittenstein berichtete: „Die Stammbelegschaft wurde 2008 abermals aufgestockt. Wir rechnen mit einer Gesamtbeschäftigung zur Jahreswende 2008/2009 von geschätzt 975000 Personen.“ Gemessen am letzten Tiefpunkt im Juni 2005 (Stand: 857000) seien es sogar fast 120000 neue Stellen.

VDMA fordert Wachstumspolitik statt Konjunkturprogrammen

Wittenstein betonte, dass die Branche auch jetzt in der Krise alles daran setze, den Beschäftigungsstand zu verteidigen. „Gleichwohl müssen wir allein schon wegen der zunehmenden Insolvenzen in diesem Jahr mit einem Verlust von zehntausend Arbeitsplätzen rechnen“, räumte er ein. Insgesamt schätzt der VDMA, dass die Kernbelegschaften um 25000 Mitarbeiter schrumpfen werden. „Das ist wohlgemerkt weniger als die 2008 vom Maschinenbau geschaffenen 40000 zusätzlichen Arbeitsplätze“, so Wittenstein, „Aber es muss auch klar sein, dass wir nicht jede Belastung schultern können.“

Wittenstein appellierte in diesem Zusammenhang an die Bundesregierung, die Standortqualität in Deutschland zu verbessern und kritisierte Maßnahmen, die die Konjunkturentwicklung von der Konsumseite her stabilsieren sollen: „Wir fordern keine klassische Konjunkturpolitik, sondern eine konjunkturgerechte Wachstumspolitik. So ist es nicht nachhaltig, mit leichter Hand bei den künftigen Generationen Anleihen für den Konsum von heute zu machen, verpackt als Kinderbonus, als Steuerbefreiung beim Pkw-Kauf oder als Beitragssenkung bei der Krankenversicherung.“

Stabilisierung des Bankensektors hat oberste Priorität

Schon vor der Krise sei in Deutschland eine massive Investitionslücke und ein viel zu geringes Wachstum des Produktionspotenzials zu beklagen, sagte der VDMA-Präsident. Heute komme es entscheidend darauf an, „die Basis für mehr Produktion in Deutschland zu stärken. Dazu müssen wir unsere Strukturen noch entscheidender erneuern und unsere Leistungsfähigkeit noch gezielter verbessern.“

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