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Schienenverkehr Mehr Wettbewerb Schienenverkehr erfordert Investitionen ins Netz

| Redakteur: Jürgen Schreier

Durch die Marktöffnung im Schienenverkehr ist der Marktanteil der nicht-bundeseigenen Eisenbahnen im Schienenpersonennah- und im Güterverkehr deutlich gestiegen. Auch die Verkehrsleistung nahm zu. Damit diese Entwicklung weitergehen kann, sind nach Auffassung von Deutsche Bank Research höhere Investitionen in die Schieneninfrastruktur notwendig.

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(Bild: Deutsche Bank Research)

Durch die 1994 einsetzende Bahnreform in Deutschland sowie die fortschreitende Liberalisierung der Eisenbahnmärkte auf europäischer Ebene hat sich der Wettbewerb im deutschen Schienenverkehr erheblich intensiviert, stellen Eric Heymann und Benedikt Franz von Deutsche Bank Research fest. Im Jahr der Bahnreform lag der Marktanteil der nicht-bundeseigenen Eisenbahnen (NE-Bahnen) im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) bei 2,4 %. Zehn Jahre später, also 2004, waren es bereits knapp 12 %, und 2013 erreichten die privaten NE-Bahnen schon einen Marktanteil von 26,4 %.

Marktanteil privater NE-Bahnen nimmt im Schienengüterverkehr überdurchschnittlich zu

Dass sich diese Entwicklung ist nicht auf den SPNV beschränkt, zeigt sich auch im Schienengüterverkehr. Hier nahm der Marktanteil privater NE-Bahnen in den letzten Jahren sogar noch schneller zu. Lag er 1994 bei 1,2 % und 2004 bei 9,6 %, kamen die privaten Anbieter 2013 auf einen Anteil von gut 33 %.

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Der intensivere Wettbewerb hat sich positiv auf das Verkehrsangebot, die Effizienz der Leistungserstellung und letztlich auf die Verkehrsleistung in diesen beiden Segmenten ausgewirkt: Im SPNV lag die Verkehrsleistung 2013 um gut 25 % über dem Niveau von 2005. Im Güterverkehr betrug der Zuwachs immerhin 19 %.

Marktöffnung trägt zum Anstieg der Verkehrsleistung auf der Schiene bei

Unter dem Strich konnten sowohl der SPNV als auch der Schienengüterverkehr in Deutschland in den letzten Jahren ihren Anteil am Modal Split – also an der gesamten Verkehrsleistung – leicht erhöhen und sich somit gegenüber Pkw und Lkw gut behaupten, wenngleich diese weiterhin die Hauptlast des Verkehrs tragen. Gerade der Güterverkehr auf der Schiene musste noch in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts fast stetig Marktanteilsverluste hinnehmen.

Nicht zuletzt aus ökologischen Gründen verfolgt die Politik traditionell das Ziel, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Die Marktöffnung war hierfür ein wichtiger Schritt, denn sie hat zum Anstieg der Verkehrsleistung auf der Schiene beigetragen.

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