Gefahrgut-Regeln

Mineralwasser und brennbares Propan stellen gleiche Gefahr dar?

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Gefahrgutexperten fordern Überarbeitung

Vor diesem Hintergrund fordern die Gefahrgut-Experten eine Änderung der geltenden Vorgaben. „Man könnte zum einen auf eine Überarbeitung des DVS-Merkblattes setzen. Es stammt aus dem Jahr 1996 und wird aktuell vom DVS überarbeitet. Nach allem, was wir wissen, ist dabei aber mit keiner wesentlichen Änderung im Blick auf die Lüftungsvorgaben zu rechnen“, sagt Thomas Schneider.

Deshalb ist seine Empfehlung, den festen Verweis in der RSEB schlicht zu streichen: „Dann würde die Regel heißen, dass für ausreichende Belüftung zu sorgen ist – und zwar ohne eine starre Vorgabe. So könnte der einzelne Betreiber, mit entsprechendem Expertenrat, je nach Art des Gases und Größe des Fahrzeugs entscheiden, welche Art der Entlüftung angemessen ist.“

Die derzeit geltende Regelung ist aus Sicht der Dekra-Gefahrgut-Experten ein klassischer Fall von Überregulierung. „Der feste Verweis auf das DVS-Merkblatt ist einfach nicht richtig zu Ende gedacht worden“, so Schneider. „Im übrigen sind aus benachbarten ADR-Mitgliedsstaaten wie etwa Österreich oder der Schweiz keine vergleichbaren Vorgaben bekannt. Deutschland engt hier aus unserer Sicht ohne Not übermäßig ein.“

In der Folge führen die Belüftungsvorschriften mit starren Querschnitts-Vorgaben auch zu konkreten technischen Problemen, etwa für die Hersteller von Fahrzeugeinrichtungen. „In vielen kleineren gewerblich genutzten Fahrzeugen ist einfach kein Platz für zwei Mal 100 cm2 Lüftungsquerschnitt“, sagt Rudolf Sander. „Hier gibt es große Schwierigkeiten, die – zumal oftmals unnötigen – Vorgaben zu erfüllen.“

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