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Kransteuerung Mini-Joysticks mit Tempolimit

Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Seit über 100 Jahren baut Demag Krane. Mitte der 90er-Jahre stieg man in die Produktion von Steuergeräten ein und 2004 fiel der Startschuss für die Demag-Remote-Control-(DRC-)Produktfamilie. Deren Innovationspotenzial erfährt jetzt mit der Vorstellung der Komponente DRC-MJ (Mini-Joystick) seinen vorläufigen Höhepunkt.

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Die Demag-Kran-Funksteuerung der dritten Generation mit Mini-Joysticks (DRC-MJ) ist das Ergebnis eines ergonomischen Konzepts für die Einhandbedienung von Kranen.
Die Demag-Kran-Funksteuerung der dritten Generation mit Mini-Joysticks (DRC-MJ) ist das Ergebnis eines ergonomischen Konzepts für die Einhandbedienung von Kranen.
(Bild: Demag)

Das Hauptkriterium bei batteriebetriebenen Geräten ist bekanntlich, dass sie immer bereit sein müssen – ihre eigentliche Schwachstelle ist also der Akku. Bereits im letzten Jahr hat Demag gezeigt, dass bei allen Geräten der DRC-Reihe großer Wert auf modernes Energiemanagement gelegt wird. Weil Demag auch hier „best of its class“ sein will, gilt das Bestreben der Techniker den Features, auf der einen Seite wenig Ladezeit investieren zu müssen und andererseits eine möglichst lange Operationsdauer der Fernsteuerung mit einer Akku-Ladung zu erreichen. Zweieinhalb Stunden laden und fünf Tage ununterbrochen mit den Wireless-Produkten arbeiten – diesen technologischen Standard hat Demag bei seinen Funksteuerungen der dritten Generation (D3) mittlerweile erreicht.

Senderdichte und Koexistenz – kein Problem für den DRC-MJ

Weil auch andere Hersteller immer stärker auf die drahtlose Bedienung ihrer Geräte und Anlagen setzen, werden die Themen Senderdichte und Koexistenz bei Kundengesprächen immer wieder auf die Tagesordnung gebracht. Denn einige Kunden reagieren erst auf dieses Thema, wenn es bereits zu Komplikationen gekommen ist. Die Frequenzbelegung durch die Funksteuerungen wird immer dichter. Demag kann diesbezüglich Anwendern mit seiner Funksteuerung D3 eine außergewöhnlich hohe Performance bieten: Bis zu 40 D3-Systeme können auf engem Raum zusammenarbeiten.

Stefan Elspass, Produktmanager Controls and HMI bei Demag, erklärt die Vorzüge der neuen Kran-Funksteuerung DRC-MJ.
Stefan Elspass, Produktmanager Controls and HMI bei Demag, erklärt die Vorzüge der neuen Kran-Funksteuerung DRC-MJ.
(Bild: Maienschein)

Interessante Features wie die Tempolimit-Funktion stellen sicher, dass der Bediener nicht zu schnell und unüberlegt Lasten manipuliert. Die Möglichkeit, Sender sehr schnell drahtlos auszutauschen, ist ein weiteres Leistungsmerkmal, das dabei hilft, dass der Anwender kontinuierlich mit ein und demselben Kran arbeiten kann. Sollte ein Sender ausfallen, kann sozusagen auf Knopfdruck ein zweiter oder ein dritter in Betrieb genommen werden. Die Bedienung eines Krans lässt sich auf diese Weise auch von einem Mitarbeiter auf einen anderen übertragen, was die innerbetrieblichen Prozesse beschleunigen kann.

Traditionell hat die stufenlose Steuerung eine große Bedeutung bei Demag, die Frequenzumrichter-geregelte Antriebe und auch stufenlos arbeitende Bedienelemente erfordern, um sie richtig ausnutzen zu können. Insofern sind die State-of-the-Art-Handsender des Unternehmens mit stufenlosen Tastern ausgerüstet, die eine sogenannte „Gaspedalfunktion“ zum sehr feinfühligen Steuern der stufenlosen Geschwindigkeit beinhalten.

Krane rechts- oder linkshändig mit dem Daumen steuern

Trends von der Playstation auf Industriekrane abzuleiten, ist nur auf den ersten Blick zu weit hergeholt – denn gerade junge Menschen werden stark durch Geräte beeinflusst, mit denen sie im täglichen Leben umgehen. Wurde der Sony-Klassiker in seiner ersten Generation noch mit Tasten ausgeliefert, hat er sich mit kleinen Joysticks weiterentwickelt. Auch die Automobilhersteller sind von Knöpfen abgekommen und haben sich Joystick-ähnlichen Bedienelementen zugewandt. Diese Entwicklungen und einige mehr hat Demag in die Konstruktion seines innovativen DRC-MJ-Bediengeräts einfließen lassen. Das ausgesprochen kompakte Gerät passt in eine Hand und ist mit zwei Mini-Joystick-Bedienelementen ausgestattet, die rechts- oder linkshändig mit dem Daumen gesteuert werden können. Ausgelegt ist die Steuerung für strikte Einhandbedienung, die konstruktive Prämisse hieß: eine Hand für die Steuerung des Krans, die zweite für andere Tätigkeiten, wie beispielsweise das Anschlagen von Lasten. Wie Demag angibt, ist die Funktionalität dieses sehr kompakten Senders genauso zu bewerten wie die eines Senders, der zehn Tasten hat, also circa 40 bis 50 % größer beziehungsweise länger ist.

Der DRC-MJ bringt alles mit, was ein modernes Bediengerät haben muss – und noch etwas mehr. Etwa ein kontrastreiches Bi-Color-Display oder vertiefte Tasten, damit man mit dem Daumen etwas nach unten greift, um so die beiden Mini-Joysticks vorteilhaft bedienen zu können. Integrierte Schutzstege sorgen dafür, dass beim Ablegen des Senders auf der Gehäuseoberseite keine unbeabsichtigten Betätigungen der Bedienelemente erfolgen können. Der Gehäusewerkstoff besteht aus einem schlagzähen Polyamid. Integriert ist ein Vibrationsalarm, der gefährliche Situationen wie Überlast anzeigt.

Assistenzfunktionen gehört die Zukunft

Die Joysticks selbst, in denen die eigentliche konstruktive Entwicklungsarbeit steckt, sind so ausgelegt, dass der obere der beiden für das Heben und Senken mit dem Seilzug zuständig ist, der untere für die diagonale Kran- beziehungsweise Katzfahrt. Auch ein neuer Ansatz: Bei einem gleichwertigen Tastensender müsste man zwei Tasten gleichzeitig drücken, um die überlagerte Bewegung einer derartigen Diagonalfahrt realisieren zu können. Die programmierbaren Funktionstasten F1 und F2 spielen schon jetzt, aber erst Recht in der nahen Zukunft eine wichtige Rolle, um zukünftige Zusatzfunktionen (Stichwort Assistenzfunktionen) am Hebezeug, am Kran, ein- und ausschalten oder parametrieren zu können.

Als technisches „Schmankerl“ hat Demag noch die Zoom-Funktion draufgelegt. Der Kranbediener kann bei dem Mini-Joystick-bedienten Sender sozusagen eine Geschwindigkeitsreduktion auf Tastendruck aktivieren – danach steht der gesamte Auslenkwinkel dieses Mini-Joysticks für den dann reduzierten Geschwindigkeitsbereich zur Verfügung. Das bedeutet eine wesentlich höhere Auflösung und in der Praxis, dass der Bediener sehr fein die Fahrgeschwindigkeit oder die Hubgeschwindigkeit verändern kann – und zwar mit einer Hand. ■

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