Verpackungstechnik Mit dem Beumer Customer Support auf der Höhe der Zeit

Autor / Redakteur: Dr. Matthias Schweizer / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Störungen und Maschinenstillstände führen gerade in der Intralogistik häufig zu langen Ausfallzeiten. Produktion und Lieferung können vollständig zum Erliegen kommen. Durch hochwertige Anlagen werden bereits im Vorfeld solche kostenintensiven Folgen vermindert. Doch auch diese brauchen Wartung und Service.

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Die hochqualifizierten Fachkräfte des Beumer Customer Support bieten weltweit eine technische Betreuung und Instandhaltung der Anlagen an.
Die hochqualifizierten Fachkräfte des Beumer Customer Support bieten weltweit eine technische Betreuung und Instandhaltung der Anlagen an.
(Bild: Beumer)

Die Beumer Group hat mit ihrem Customer Support weltweit Fachleute an Bord, die sich bei den Anwendern genau darum kümmern und für eine hohe Anlagenverfügbarkeit sorgen. Ob in der Zement-, Ziegel-, Kalk- und Gipsindustrie, im Agrar- und Bergbau oder in den Bereichen Chemie, Pharmazie, Energie, Getränke, Nahrungs- und Genussmittel – Gebinde wie Säcke, Kartons, Kisten, Kanister oder Trays müssen sicher und wirtschaftlich gestapelt und verpackt werden können. Die Beumer Group hat dazu beispielsweise den Beumer Robotpac im Programm. Dieser platzsparende Knickarmroboter löst automatisch, effizient und zuverlässig auch komplexe Palettier- und Depalettieraufgaben. Für jedes Packgut hat Beumer ein passendes Greifsystem entwickelt, das flexibel ausgewechselt werden kann. Mit der Baureihe Paletpac bietet der Intralogistikspezialist einen Hochleistungs-Lagenpalettierer für Säcke an. Die geometrische Genauigkeit und die Stabilität der palettierten Stapel schafft eine problemlose Lagerung und eine sichere Integration in die nachgelagerte Stretchfolienverpackungsanlage Beumer Stretch Hood. Die Stretchfolie fixiert und sichert die Ware zuverlässig auf der Palette, schützt sie gleichzeitig optimal vor Umwelteinflüssen und bietet eine hohe Displaywirkung. Die Anforderungen steigen jedoch stetig. Häufig werden höhere Durchsatzraten verlangt. „In einigen Branchen müssen allerdings auch mit Schüttgut gefüllte Säcke noch schonender palettiert werden können“, kennt Kornelius Thimm die Situation. Seit Sommer 2012 leitet er den Geschäftsbereich Customer Support bei Beumer in Beckum. „Ist dies der Fall, statten wir die Anwender zum Beispiel mit unserer neuen Doppelband-Drehvorrichtung aus. Diese stellt eine Alternative zur vorhandenen Klammerdrehvorrichtung dar.“

Umfassende Betreuung

Im Rahmen des Customer Supports können die Anwender, die Anlagen und Systeme des Beckumer Spezialisten im Einsatz haben, verschiedene Service-Vereinbarungen abschließen. „Grundsätzlich stimmen wir diese immer individuell auf die speziellen Anforderungen unserer Kunden ab“, erläutert Thimm. „Serviceintervalle sowie die Reaktionszeiten legen wir vertraglich fest.“ Die Vereinbarungen reichen von der reinen Wartung und Inspektion bis zum dauerhaften Einsatz von Servicepersonal vor Ort. Der „Residential Service“ zum Beispiel umfasst die technische Betreuung, vorbeugende Wartung und Inspektion, Notfallpläne, System- und Prozessanalyse und -optimierung sowie Ersatzteil- und Gebäudemanagement.

„Unser Ziel ist immer, intralogistische Prozesse noch reibungsloser zu gestalten, um damit einen wertschöpfenden Materialfluss sicherzustellen“, erläutert Thimm. „Wir wollen nicht nur Fehler beheben, sondern die Unternehmen dabei unterstützen, künftigen Leistungs- und Technologieanforderungen gerecht zu werden.“ In der Chemieindustrie müssen zum Beispiel in Säcken abgefüllte Produkte mit besonderem Fließverhalten oft besonders schonend, schnell und sehr genau auf Paletten gestapelt werden, damit sie bei der Lagenbildung formstabil bleiben. Dies gelingt beispielsweise mit dem Einsatz der neuentwickelten Beumer-Doppelband-Drehvorrichtung im Palettierer Beumer Paletpac. Die Fachleute des Customer Supports rüsten bestehende Palettierer mit dieser Lösung einfach nach. Sie dreht die Säcke mit Hilfe von zwei separat angetriebenen Gurten, die parallel angeordnet sind, in die geforderte Lage. Die Drehung erfolgt durch das Eigengewicht des Sacks und durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Gurte. Die Doppelband-Drehvorrichtung hat zudem nur wenige Verschleißteile, was auch weniger Wartung bedeutet. Ein weiterer Vorteil sind die geringeren Energiekosten.

Mehr als nur Service

Für die Unternehmensgruppe ist Customer Support mehr als nur Service. Neben den Bereichen Förder- und Verladetechnik, Palettier- und Verpackungstechnik sowie Sortier- und Verteilsysteme ist der Customer Support ein eigenständiger Zweig – „quasi ein Unternehmen im Unternehmen“, erklärt Thimm. „Wir haben einen eigenen Vertrieb und können eigenständig Projekte umsetzen.“ Das Ziel sei immer, Anwender so zu unterstützen, dass sie noch bessere Ergebnisse erzielen. Der Leiter des Customer Supports erkennt dabei einen starken Trend: Es gibt zwar immer noch Anwender, die in eigenes Fachpersonal für die Instandhaltung investieren. Doch immer mehr Unternehmen wollen diese Verantwortung abgeben. Beumer bietet einen Rund-um-Service, der Anwender erhält alles aus einer Hand. Die Beumer-Mitarbeiter übernehmen die Verantwortung für Betriebszeiten, Leistung und Wirtschaftlichkeit der Anlagen und werden regelmäßig auf den neuesten Stand der Technik geschult. Der Anwender kann sich somit ganz auf sein Hauptgeschäft konzentrieren. Je nach Bedarf setzt der Customer Support ein Team von Spezialisten ein, das sich vor Ort um die Verfügbarkeit der Maschinen kümmert.

Entscheiden sich Anwender dafür, eigenes Personal für die Instandhaltung einzusetzen, bringen die Spezialisten des Customer Supports die Maschinenbediener auf den neuesten Stand und führen neue Mitarbeiter an die Systeme heran. Damit ist sichergestellt, dass die Anlagen mit einer maximalen Betriebszeit laufen. Schulungsbedarf ergibt sich bei der Inbetriebnahme, aber auch nach mehreren Monaten, wenn die Anlage bereits in Betrieb ist. Denn erst dann können die Anwender detaillierte Fragen stellen. „Die Schulungsprogramme sind auf den Kunden und seine Anlage maßgeschneidert“, betont Thimm. Tritt trotzdem ein Anlagenstillstand ein und die Anwender sind nicht in der Lage, den Fehler eigenständig zu beheben, sind die weltweit positionierten Techniker in kürzester Zeit vor Ort und verhindern längere Ausfallzeiten. Um diese auf ein Minimum zu reduzieren, bietet der Customer Support mit seiner Hotline, die rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr erreichbar ist, auch eine kompetente telefonische Unterstützung an. Die Techniker erstellen Ferndiagnosen und beheben Störungen schnell und zuverlässig. Die Systeme sind damit rasch wieder einsatzbereit. Zudem ermitteln die Mitarbeiter die Ursachen der Störung, um zu verhindern, dass diese wieder auftritt.

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Projekte erfolgreich umgesetzt

Die Beumer Group realisiert für Anwender aus den verschiedensten Branchen innovative Lösungen. Ein Beispiel ist die Clariant Produkte (Deutschland) GmbH. Diese hat im Industriepark in Gersthofen im Landkreis Augsburg sechs Produktionsbetriebe. Das Unternehmen stellt natürliche, teilsynthetische und synthetische Wachse her und verarbeitet sie. Um diese in Säcke abgefüllt besonders schonend, schnell und mit hoher Qualität und Genauigkeit auf Paletten zu stapeln, setzt Clariant auf den Knickarmroboter Beumer Robotpac. Für ganz andere Produkte setzt die Gandl Natursteine GmbH mit Sitz in Inning am Ammersee den Robotpac ein. Denn der namhafte Händler und Bearbeiter von Natursteinprodukten bietet farbige Kieselsteine nun nicht mehr lose, sondern in Säcken abgepackt an. Dafür müssen diese besonders schonend und mit hoher Qualität auf Paletten gestapelt werden.

Die August Lücking GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Paderborn gehört zu den führenden baustoffproduzierenden Unternehmen in Deutschland. Um Ziegelsteine – sogenannte Hintermauerziegel – effizient zu verpacken, ersetzte das Unternehmen seine in die Jahre gekommene Schrumpfhaubenanlage durch den Beumer Stretch Hood M. Diese Mehrformat-Verpackungsanlage kann bei Bedarf bis zu drei unterschiedliche Folienformate automatisch wechseln. Damit spart der Baustoffproduzent erheblich Zeit und erzielt durch die Stretchfolienverpackung zudem eine wesentlich höhere Ladungssicherheit. Um mit Baustoffen gefüllte Säcke noch schonender zu palettieren, setzt Schwenk Putztechnik auf die neuentwickelte Beumer-Doppelband-Drehvorrichtung. Damit eine hohe Anlagenverfügbarkeit über die komplette Betriebsdauer stets gegeben ist, stehen die Experten des Customer Supports auch nach der Installation und Inbetriebnahme jederzeit zur Verfügung. Der Anwender erhält somit immer eine optimale Unterstützung.

Die gleiche Sprache sprechen

An die Mitarbeiter des Customer Supports stellt Beumer dabei hohe Anforderungen. Sind die Anlagen in anderen Ländern im Einsatz, wird bei den lokalen Ansprechpartnern sehr viel Wert daraufgelegt, dass sie dem gleichen Kulturkreis angehören und die gleiche Sprache sprechen wie der Anwender. „Deswegen können wir auch nicht einfach Kollegen aus Beckum nach Afrika oder Südostasien senden“, sagt Thimm. Für eine optimale Betreuung ist es entscheidend, den Anwender zu verstehen. Wie ist er aufgestellt? Welche Ziele verfolgt er und wohin möchte er sich entwickeln? Das verlangt auch jede Menge Fingerspitzengefühl. Als global agierendes Unternehmen ist Beumer in der Lage, dieser Herausforderung zu begegnen. Die Unternehmen merken: Beumer schaut nicht nur für zwei Tage vorbei, um die Instandhaltung durchzuführen. Das Ziel ist eine langfristige Unterstützung.

„Weil alle Anlagen, die beim Anwender im Einsatz sind, aufeinander abgestimmt sein müssen, beziehen wir uns aber nicht nur auf die Weiterentwicklung der eigenen Produkte. Wir richten uns auch an die technische Verbesserung von Fremdfabrikaten“, sagt Thimm. Deshalb bieten die Techniker auch mechanische und steuerungstechnische Umbauten von Fremdprodukten an. „Wir kennen natürlich unsere Wettbewerber und deren Unterschiede“, erklärt er. Handelt es sich um Produkte, die nicht im Portfolio von Beumer sind, übernimmt der Customer Support die Funktion einer Instandhaltungsabteilung: „Treten Fehler auf, korrigieren wir diese und führen die vom Lieferanten vorgeschriebenen Wartungen durch“, weiß Thimm.

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